Lebensdaten
1653 - 1743
Sterbeort
Mittenwald
Beruf/Funktion
Geigenbauer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11872360X | OGND | VIAF: 57409655
Namensvarianten
  • Clotz, Matthias
  • Klotz, Matthias
  • Clotz, Matthias
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Zitierweise

Klotz, Matthias, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11872360X.html [12.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Urban (1627–91), Schneider in M., S d. Paul in M.;
    M Sophia N. N. ( 1681);
    1) 1685 od. 1686 Maria ( 1704), T d. Webers Michael Seitz in M., 2) 1705 Ursula verw. Schandl. geb. Schlaucher ( 1735). Unter d. Nachkommen vererbte sich d. Geigenbau durch 8 Generationen bis z. Gegenwart, mit 36 bisher nachgewiesenen Vertretern, u. a. S Georg (1687–1737) u. Sebastian (1696–1775), die K. an Kunstfertigkeit mitunter übertrafen, sowie Joh. Karl (1709–69);
    E Matthias (II) (1718- n. 1770), Karl (1726- n. 1756), Georg Karl (ca. 1723–97), Ägidius Sebastian (1733–1805), Josef Thomas (1743- n. 1809), Wolfgang Ferdinand (1744- n. 1788), der zu d. besten Geigenbauern d. Fam. gehörte, Michael (1749–1814); Groß-E Josef Anton (1761–1842), Sebastian (II) (1762–1825), Josef (II) (1784–1863), Matthias (III) (1788–1847); Ur-Groß-E Anton (1802–51); Urur-Groß-E Joh. Nepomuk (1851–1930), Balthasar (1854–1936).

  • Leben

    K. dürfte zunächst in der Heimat bei einem Tischler oder Lauten- und Geigenmacher – vielleicht in Füssen oder Vils, kaum aber beim berühmten Jakob Stainer in Absam – gearbeitet haben. Nach der ersten verbürgten Nachricht trat er 1672 zu Padua in die Bottega di Lautaro al Santo des wahrscheinlich aus der Gegend von Hohenschwangau stammenden Johann Railich ein. Dieser bestätigte 1678, K. habe bei ihm 6 Jahre lang als Lehrling gearbeitet. Als Geselle dürfte er auch in andere italienische Städte – Venedig, Bologna oder Rom – gekommen sein, in denen Deutsche als angesehene Meister wirkten. Ob er auch in Cremona in der Werkstatt des Nikolaus Amati gearbeitet hat, steht nicht fest; nach Layer soll es Instrumente nicht gesicherter Echtheit geben, „auf deren Zetteln K. ausdrücklich als Schüler von Nicola Amati bezeichnet“ sei. Jedenfalls hielt er sich nicht nur während seiner Ausbildung, sondern auch später längere Zeit in Italien auf; in einem Mittenwalder Schriftstück von 1712 wird er sogar der „welsche Lauten- und Geigenmacher“ genannt. – Wann K. seine Werkstatt in Mittenwald eingerichtet hat, ist nicht bekannt (wohl vor 1685). Zwischen 1686 und 1698 wechselte er mehrmals Wohnung und Werkstatt; ein Zeichen des zunehmenden Wohlstandes sind die steigenden Kaufpreise der von ihm erworbenen Häuser. Sein Schaffen muß umfangreich gewesen sein und fand größte Anerkennung; so fügte der Mittenwalder Gerichtsschreiber 1742 seinem Namen bei: „Bürger und weltberiehmter Geigenmacher allhier.“ Sein historisches Verdienst ist es, daß er, hervorgegangen aus der Lechgauer Schule, diese zu einer Zeit, als der Geigenbau in Füssen im Zeichen des Niederganges stand, nach Mittenwald verpflanzt und sich in seinem Schaffen an dem damals modernen Modell Jakob Stainers orientiert hat. Seiner Meisterschaft und seiner Initiative ist es zu verdanken, daß er Schüler um sich sammelte, denen er sein Erbe weitergab. Dadurch wurde er zum Begründer des bis in die Gegenwart blühenden Geigenbaues in Mittenwald.

  • Literatur

    ADB 16 (auch f. Fam.);
    W. F. v. Lütgendorff, Die Geigen- u. Lautenmacher v. MA b. z. Gegenwart, 2 Bde., 1922;
    A. Layer, M. K. v. Mittenwald, 1959;
    R. Vannes;
    Dict. Universel des Luthiers, 21951;
    MGG VII (L);
    Riemann.

  • Autor/in

    Walter Senn
  • Empfohlene Zitierweise

    Senn, Walter, "Klotz, Matthias" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 128 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11872360X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA