Lebensdaten
1841 - 1926
Geburtsort
Arnau bei Hohenelbe (Böhmen)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Karikaturist ; Maler ; Erfinder
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 133181502 | OGND | VIAF: 50409089
Namensvarianten
  • Klic, Karl
  • Kley, Karl (in England)
  • Meixner, C. (Pseudonym)
  • mehr

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Zitierweise

Klietsch, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133181502.html [18.06.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1812–86). Chemiker, zeitweilig Dir. e. Papierfabrik, stellte später chem.-techn. Artikel her u. eröffnete nach Bankerotten e. photogr. Atelier in Brünn;
    M Anna, T d. Gastwirts Rudolf Keller in A. u. d. Marie Machacek;
    1870 Anna Maria (1854–1914), Schauspielerin, T d. Theaterdekorateurs Christoph Fischer.

  • Leben

    K. besuchte die Realschule in Prag, mußte aber bald auf Grund finanzieller Schwierigkeiten des Vaters den Schulbesuch abbrechen und im väterlichen Laboratorium mitarbeiten. 1857-59 studierte er Porträtmalerei bei Eduard von Engerth und 1859-61 Landschaftsmalerei bei August Piepenhagen an der Prager Akademie der bildenden Künste. Aus dieser Zeit stammen die ersten Arbeiten K.s, zumeist kleine Landschaften und Porträts, mit deren Erlös er seinen Lebensunterhalt finanzierte. Um 1862 gründete er, nach einer autodidaktischen Ausbildung, zusammen mit seinem Vater das photographische Atelier „Rafael“ in Brünn, wo er bis 1866 arbeitete. Nebenbei schrieb er unter dem Pseudonym „Sperrhaken“ humoristische Erzählungen für verschiedene Zeitungen und begann Karikaturen zu zeichnen. In Brünn gründete er mit „Veselé Listy“ auch eine eigene politisch-satirische Zeitung, die er mit Holzschnitten unter dem Pseudonym C. Meixner illustrierte. Nach Verbot des Blattes verkaufte er seine Druckstöcke an die Zeitung „Politika“, die nun die unpolitischen Karikaturen K.s als Beilage in dem dafür gegründeten Witzblatt „Humoristické Listy“ druckte. 1867 wurde K. als Karikaturist an das von der österreichischen Regierung subventionierte Witzblatt „Borszem Janko“ nach Budapest berufen. 1869 ging er nach Wien, wo er bei der Zeitung „Der Floh“ arbeitete, zu deren Mitarbeitern unter anderem Ludwig Anzengruber und die Maler Ferdinand Laufberger, Ernst Juch (1838–1909, s. ThB) und Karl Leopold Müller zählten. Von der Wiener Gesellschaft akzeptiert und in ihren Kreis aufgenommen, galt K. bald als deren bevorzugter Porträtist. 1872 verließ K. die Redaktion des „Floh“ und gründete mit den „Humoristischen Blättern“ eine eigene satirische Zeitschrift. Nebenbei zeichnete er die Illustrationen für Emile Vacanos „Bilderbuch für Hagestolze“ (1875) und „Roman der Adelina Patti“ (1875).

    Als Herausgeber einer eigenen Zeitschrift beschäftigte sich K., neben seiner künstlerischen Tätigkeit, vor allem mit der rationellen Druckformherstellung. Nach zahlreichen Versuchen konnte er dabei die Drucktechniken der Zinkographie und um 1878 auch die der Heliogravüre wesentlich verbessern. 1889 ging er nach England und übernahm bei einer Druckerei, die sein Verfahren erworben hatte, die Organisation der Heliogravüre. Nach dem finanziellen Zusammenbruch der Firma arbeitete K. kurzfristig als Zeichner bei „Stevens Review“ und war um 1890 als Angestellter bei einer Firma in Church-Acrington tätig, wo er das Inlaidlinoleum erfand. Nach dem Tod des Firmeninhabers ging er um 1890/91 zur Firma Storey Brothers nach Lancaster, die sich für seine neueste Erfindung, den Rakeltiefdruck interessierte. Eine weitere Erfindung K.s, die sogenannte Rembrandt-Heliogravüre, erbrachte ihm den lang entbehrten finanziellen Erfolg. 1895 gründete seine Firma mit der Rembrandt Intaglio Printing Comp. Ltd. eine eigene Tochtergesellschaft, bei der K. Teilhaber wurde. Die Rembrandt-Heliogravüre, eine Kombination von Autotypie und Heliogravüre, eignete sich unter Verwendung der Kupferdruckschnellpresse vorzüglich zum raschen und billigen Druck großer Auflagen. 1897 trat K. aus der Firmenleitung aus und zog sich nach Wien zurück.

    K. ist ein typischer Vertreter der „Gründerzeit“. Als Künstler ausgebildet, in seiner künstlerischen Tätigkeit jedoch nur als Karikaturist von einiger Bedeutung, war er von den neuen technischen Möglichkeiten fasziniert. Durch seine Erfindungen und Firmengründungen versuchte er über den Weg der Kunstindustrie und letztlich durch Massenproduktion, einer breiten Schicht Kunst preiswert zu vermitteln.

  • Literatur

    K. Albert, K. K. -
    Der Erfinder d. Heliogravüre u. d. Rakeltiefdruckes, 1927 (W-Verz., P);
    V. Koranda. Spis na pamět stého výročí narození K. K. vynálezce hlubotisku (Denkschr. z. 100. Geb.tag v. K. K.), 1941;
    F. v. Boetticher, Malerwerke d. 19. Jh. I/2, 1895 (W-Verz.);
    L. Hevesi, Österr. Kunst im 19. Jh., 1903;
    ThB (unter Klič, W, L);
    ÖBL (L).

  • Autor/in

    Florian Hufnagl
  • Empfohlene Zitierweise

    Hufnagl, Florian, "Klietsch, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 67 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133181502.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA