Lebensdaten
1868 bis 1949
Geburtsort
Rosenheim
Sterbeort
Rosenheim
Beruf/Funktion
Faltbootkonstrukteur ; Industrieller für Sportboote und Sportbekleidung
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121967913 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Klepper, Johann

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Zitierweise

Klepper, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121967913.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann, Schneidermeister in R., S e. Schneiders;
    M Anna Daumann;
    Freising 1899 Therese, T d. Kaufm. Josef Mayer in Freising u. d. Elise Betzler;
    S Hans (1901–67), seit 1924 techn. Leiter d. Unternehmens, seit 1945 Alleininhaber d. Firma;
    E Hans (* 1945), Firmeninh. 1967–73.

  • Leben

    K. absolvierte eine Schneiderlehre. Nach Wanderjahren, die ihn durch ganz Deutschland sowie nach Frankreich und England führten, kehrte er 1889 nach Rosenheim zurück und übernahm das väterliche Geschäft. Als begeisterter Bergsteiger und Wassersportler betrieb er daneben einen Handel mit teilweise selbst entwickeltem Sportgerät,|zum Beispiel besonders strapazierfähigen Kletterhosen und einem zusammenlegbaren Rodelschlitten. Vor allem begann er sich damals, wie vor ihm schon Alfred Heurich, für die Konstruktion leichter, zusammenleg- und tragbarer Sportboote zu interessieren. Unverdrossen warb er für das von vielen seiner Mitbürger als lebensgefährlich angesehene Wasserwandern im „Hadernkahn“. 1907 entstanden im Dachgeschoß des elterlichen Hauses, des ehemaligen Rosenheimer Rathauses, das der Vater 1878 gekauft hatte, die ersten 1- und 2sitzigen Faltboote. Obwohl schon 1909 in einem solchen Boot der Ärmelkanal überquert wurde, befand sich K.s Bootsbau noch bis etwa 1912 im Versuchsstadium. Damals begann K. auch, wetterfeste Hosen und Joppen sowie Mäntel aus Loden („Bozner Mäntel“) herzustellen. Nach einem kriegsbedingten Rückschlag erfolgte am 17.6.1919 durch K. und seinen Partner Karl Stich die Gründung der Klepper-Werke GmbH in Rosenheim. Diese erste und alsbald größte Faltboot-Werft der Welt erlebte innerhalb der folgenden 2 Jahrzehnte einen Anstieg der Belegschaft von 4 auf 1 500. In ganz Deutschland umherreisend, warb K. mit Vorführungen für die Idee des Wasserwanderns und für seine Produkte. Neben verschiedenen Typen von Booten wurden vor allem auch leichte, wasserdichte Regenmäntel aus beidseitig gummiertem Nesselgewebe („Kleppermäntel“) sowie Zelte hergestellt. Hinzu kam sonstige Sport- und Expeditionsausrüstung. 1928 wurde in einem Klepper-Boot der Atlantik überquert. Auf der Olympiade 1936 gehörte erstmals Kajakfahren zum Wettkampfprogramm, und Klepper-Kajaks gewannen mehrere Gold-, Silber- und Bronzemedaillen.

    Nach 1945 übernahm K.s Sohn Hans die alleinige Leitung der Firma. Die Rosenheimer Werksanlagen waren weitgehend durch Bomben zerstört, doch 1948 konnte die Produktion behelfsmäßig wieder aufgenommen werden, und schon Mitte der 50er Jahre war der alte Belegschaftsstand wieder erreicht. In Österreich und Italien wurden Zweigbetriebe errichtet. Hauptprodukte waren weiterhin Sportboote, Zelte sowie Ski- und Wanderbekleidung. Die Klepper-Werke blieben in dritter Generation bis 1973 im Familienbesitz.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger v. Rosenheim.

  • Literatur

    Gruß u. Glückwunsch d. Jubilar [z. 80. Geb.-tag], 1948;
    Wer sind wir?, Ein Wegweiser durch d. Klepperwerke, 1952 (P);
    A. Reitz, Ideen, Taten, Erfolge, 1954;
    H. Zippe, Große Unternehmer, 1954;
    Klepper 50 J., 1969 (P);
    Mitt.bl. d. IHK f. München u. Oberbayern 23 v. 5.12.1969;
    Süddt. Zeitung v. 20.11.1975.

  • Autor/in

    Hans Jaeger
  • Empfohlene Zitierweise

    Jaeger, Hans, "Klepper, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 48 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121967913.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA