Lebensdaten
1883 bis 1967
Geburtsort
Metz
Sterbeort
Rosenheim
Beruf/Funktion
Faltbootkonstrukteur
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 131595148 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heurich, Alfred

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Zitierweise

Heurich, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd131595148.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Candidus (1845–1937), Apotheker in M., S d. Lorenz, Drechsler u. Bgm. in Rommerz Kr. Fulda u. d. Katharina Belz;
    M Anna (1852–1930), T d. Jak. Louis Deve (* 1817), Goldschmied in Saarlouis, u. d. Maria Heully; 12 Geschw.;
    - 1) Karoline Maria (1885–1940), T d. Karl Dutz (* 1858), Bildhauer in Wien, u. d. Maria Tomaschik, 2) Maria (* 1900), T d. Franz Schoissengeier (1864–1915), Tierarzt in Laakirchen. Gmunden am Traunsee, u. d. Kreszentia Blühweis.

  • Leben

    Schon als Siebenjähriger fing H. an, Holzboote mit flachem Boden zu bauen, an deren Stelle 1895 wesentlich leichtere Kajaks traten. Das Problem des Rücktransports nach Flußwanderungen blieb jedoch bestehen. So entstand 1897 der zerlegbare „Pfiffikus“ aus einem Gerüst aus Bambusstäben und einem|Überzug aus Segeltuch, das erste Kajak-Faltboot, ein Wanderboot. H. hatte etwa ein Dutzend solcher Boote als Ein- und Zweisitzer hergestellt und, 17 Jahre alt, eine ausgedehnte Faltboot-Wanderfahrt nach Le Havre und Cherbourg unternommen, als er 1903 Metz verließ, um an der TH München Architektur zu studieren. Nach dem Vorbild eines Eskimo-Kajaks, den er in einem Münchner Museum gesehen hatte, baute H. 1905 mit einem Materialaufwand von 30 Mark in 3 Wochen ein in Gepäckstücke zerlegbares Rennboot, den „Luftikus“, mit einer Lange von 4,5 m und einer Breite von 0,5 m, dessen Gerüst nach dem Zusammenbau durch einen verschnürbaren Schlitz im Hinterteil in die Segeltuchhaut geschoben werden konnte. Am 30.5. fuhr H. auf der hochgehenden Isar von Tölz nach München. Diese Fahrt wird als Beginn des Faltbootsports angesehen. Im gleichen Jahr gründete er einen Faltbootklub und vollendete das unveröffentlicht gebliebene Manuskript eines Faltboot-Lehrbuches. Die auf der Hochwasserfahrt gewonnenen Erfahrungen wurden in Zusammenarbeit mit seiner späteren 1. Frau zu einem Faltboot für Jedermann verwertet, dem „Delphin“, der 4 m lang und 75 cm breit war und den er 2 Jahre lang selbst fabrizierte, bevor ihn Johann Klepper in Rosenheim 1907 als Muster für den Serienbau übernahm. 1909 trat H. in Brüssel seine erste Stellung als Architekt an. Sein weiterer Lebensweg führte ihn 1911 nach Metz zurück, 1913 nach Weißenfels und 1923 nach Rosenheim. Seine Patente und Veröffentlichungen befassen sich in erster Linie mit dem Faltkajak. Für seine Streckenkarte erhielt er einen Musterschutz. Auf Wanderfahrten angestellte Beobachtungen regten ihn zur Entwicklung einer „Paddelheilweise“ an.

  • Werke

    Patente: Nr. 212 972, Zusammenlegbares Segeltuchboot mit aus mehreren T. bestehenden Längsstreben, seit 19.8.1906;
    Nr. 280 748, Frischluftbett, seit 10.4.1914;
    Nr. 420 060, Faltboot, seit 26.8.1924;
    Nr. 417 850, Kajak-Faltboot, seit 2.10.1924. - Schrr.:
    Das Kajak-Faltboot, 1923, 1925;
    Wildwasserfahrten im Kajak-Faltboot, 1925;
    Vom Lehrling z. Meisterangler, 1925;
    Fix d. Silberfischleins Abenteuer, 1927;
    Wasser-Führer f. Faltboot- u. Kanufahrer (mit Fluß-Streckkarte), 1930.

  • Literatur

    C. J. Luther, Paddelsport u. Flußwandern, 1923, 171930;
    20 J. Faltbootsport, in: Kanusport u. Faltbootsport, 1925, H. 16;
    G. E. Bogeng, Gesch. d. Sports aller Völker u. Zeiten, 1926;
    K. d'Ester, Schwarz auf Weiß, 1951;
    50 J. Faltkajak, in: Camping, 1955, H. 6;
    H. Schaner, Ich sprach mit d. Erfinder d. Faltboots, in: Österreichs Paddelsport 9, 1956.

  • Autor/in

    Fritz Vollmar
  • Empfohlene Zitierweise

    Vollmar, Fritz, "Heurich, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 44-45 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd131595148.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA