Lebensdaten
1850 bis 1921
Geburtsort
Greifswald
Sterbeort
Neubabelsberg
Beruf/Funktion
preußischer General
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 133571262 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Beseler, Hans Hartwig von
  • Beseler, Hans von
  • Beseler, Hans Hartwig von
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Zitierweise

Beseler, Hans von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133571262.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg s. (1);
    1885 Clara, T des Eduard Wilhelm Julius Franz Cornelius, Bankdirektor in Moskau, und der Olga Helene Amalia Casparsenn.

  • Leben

    B. empfing in den 60er und 70er Jahren die entscheidenden Bildungselemente in Berlin. 1868 trat er in das Garde-Pionier-Bataillon ein und nahm am Kriege 1870/71 teil. Nach Besuch der Kriegsakademie wurde der begabte und in seinem Elternhaus fein gebildete Offizier als Hauptmann in den Großen Generalstab versetzt. Von Waldersee und später von Schlieffen besonders gefördert, stieg er im Wechsel von Generalstabs- und Truppendienst (Übertritt zur Infanterie 1887) schnell auf, wurde 1893 Abteilungschef im Kriegsministerium, 1899 Oberquartiermeister im Großen Generalstab. 1904 wurde er geadelt, da er zur Nachfolge Schlieffens als Chef vorgesehen war. Doch wurde seine Ernennung zugunsten des jüngeren Moltke verhindert. Stattdessen wurde er zum Chef des Ingenieur- und Pionierkorps und Generalinspekteur der Festungen ernannt. In dieser Stellung erhielt er 1910 den Abschied. 1912 wurde er ins Preußische Herrenhaus berufen. Politisch blieb er zeitlebens durch den älteren nationalen Liberalismus seines Elternhauses bestimmt. Doch trat er nach seinem Abschied der Freikonservativen Partei bei und widmete sich ganz der Sorge um das Heer angesichts des drohenden Krieges. Nach Kriegsausbruch zum Kommandierenden General des III. Reservekorps ernannt, wurde er berühmt durch die Eroberung der Festungen Antwerpen (Oktober 1914) und Modlin (August 1915). Unmittelbar darauf zum Generalgouverneur in Warschau ernannt, blieb er in diesem Amt bis Kriegsende. - B. verfolgte eine konsequente Politik der Einbeziehung Polens in ein deutsch-mitteleuropäisches Staatensystem. Primär aus Gründen der Sicherheit gegenüber Rußland und politischer Einsicht gegenüber der polnischen Frage betrieb er gegenüber dem schwankenden Reichskanzler Bethmann Hollweg die Proklamation eines selbständigen polnischen Staates (5.11.1916) im Einvernehmen mit Ludendorff, der die Verwertung der polnischen Wehrkraft anstrebte und sich erst nach dem Mißerfolg der Werbung von B.s Polenpolitik distanzierte. Diese wurde fragwürdig, weil sie den Absichten Österreich-Ungarns widersprach und eine einheitliche Auffassung von den östlichen Kriegszielen im deutschen Reich fehlte. Die deutschen Rechtsparteien, die den scharfen Kurs der preußischen Polenpolitik fortgesetzt wissen wollten, standen B. zumeist ablehnend gegenüber.|

  • Auszeichnungen

    Träger des Pour le mérite mit Eichenlaub.

  • Literatur

    H. Rogge, in: Pommer. Lb. I, 1934, S. 370-90 (P);
    Gf. B. v. Hutten-Czapski, 60 J. Politik u. Gesellschaft, 2 Bde., 1936;
    H. Schapp, Die Entstehung d. poln. Kgr. Polen am 5.11.1916, ein mitteleurop. Problem, Diss. Greifswald-Berlin 1940;
    B. Gf. Wedel, Generalfeldm. v. Hindenburg u. d. Gründung d. poln. Staates, in: Dt. Rdsch., 1941, S. 45-50;
    W. Conze, Nationalstaat od. Mitteleuropa?, Die Deutschen d. Reichs u. d. Nationalitätenfrage Ostmitteleuropas im 1. Weltkrieg, in: Festschr. f. H. Rothfels, 1951;
    E. v. Tschischiwitz, in: DBJ III, S. 13-19 (u. Totenliste 1921, L);
    Wi. VI, 1912.

  • Autor/in

    Werner Conze
  • Empfohlene Zitierweise

    Conze, Werner, "Beseler, Hans von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 176 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133571262.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA