Lebensdaten
1828 bis 1902
Geburtsort
Steinwand bei Stall im Mölltal (Kärnten)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Dichter
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118890832 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fercher von Steinwand, Johann (Pseudonym)
  • Kleinfercher, Johann
  • Fercher von Steinwand, Johann (Pseudonym)
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Zitierweise

Kleinfercher, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118890832.html [17.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Frohnwisser, aus Feldkirchen/Kärnten, später Bauer „Am Moos“ b. Penk im Mölltal;
    M Anna Kleinfercher, aus Latzendorf, Gem. Stall im Mölltal, Magd.

  • Leben

    Nach Schulbesuch in Klagenfurt (1840–49) und Schlußprüfungen in Görz (1849) machte sich K. an der Universität Graz mit der Gedankenwelt Fichtes, Schellings und Hegels vertraut und legte so die Grundlage seiner Weltanschauung. In Wien hörte er seit 1850 Astronomie, Geschichte und Geographie; eine schwere Typhuserkrankung (1852/53) stellte seine berufliche und dichterische Zukunft in Frage. Ein Vermächtnis des Anatomen J. Hyrtl sicherte jedoch K.s Lebensunterhalt, L. A. Frankl und R. Hamerling förderten seine dichterischen Pläne. 1854 schrieb er für die Zeitschrift „Der Wanderer“ die Dichtungen „Der Eisenbahnzug“ und „Grabbe“. Von einem geplanten Zyklus, aus der Sehnsucht nach einem deutschen Nationaldrama entstanden, sind erhalten „Drahomira“, „Der Thronwechsel“, „Dankmar“ (hierfür erhielt K. 1867 den Literaturpreis des österreichischen Reichsrats) und das Fragment „Berengar“. „Ein Prometheus“ ist eine Künstlertragödie um Grabbe. Pathos und Leidenschaftlichkeit dieser Werke erinnern an Schillers Jugenddramen. K.s Lyrik (Gräfin Seelenbrand, 1874; Deutsche Klänge aus Österreich, 1881; Johannisfeuer,|1898; Kryptofloreu, 1904) manifestiert ebenso wie seine hochfliegenden epischen Pläne (Ahasver, Der Geisterzögling und andere Fragmente) die Auseinandersetzung des deutschen Idealismus mit dem Materialismus. In seiner Ablehnung des Materialismus bekämpfte er als Programmatiker der Wiener Schriftstellervereinigung „Iduna“ (1890) den Naturalismus. Mit seinen Dichterfreunden der „Norischen Schule“ (E. Rauscher, F. Pichler, Fr. Marx und R. Hamerling) stand er in regem Briefwechsel, Rudolf Steiner wurde von K. entscheidend beeinflußt. In seinen literarhistorischen Aufsätzen erwies sich K. als origineller und kluger Kritiker. Sein Schaffen hatte jedoch keine Breitenwirkung.

  • Werke

    Sämtl. Werke, hrsg. v. J. Fachbach Edler v. Lohnbach, 3 Bde., 1903 (mit Einl. v. F. Christel u. W. Madjera);
    Briefe, hrsg. v. J. Fachbach Edler v. Lohnbach, 1905 (P).

  • Literatur

    E. Winkler, Fercher v. Steinwand im Leben u. in d. Dichtung, 1928;
    F. Zauner, in: Carinthia I, 143, 1953, S. 455 f.;
    E. Nußbaumer, Geistiges Kärnten, Lit.- u. Geistesgesch. d. Landes, 1956, S. 394 ff.;
    BJ VII (u. Tl. 1902, W, L);
    Nagl-Zeidler-Castle III (bibliogr. Hinweise), IV (P).

  • Portraits

    Ölgem. v. Bender (im Bes. d. Fam. Cella, Stall im Mölltal).

  • Autor/in

    Erich Nußbaumer
  • Empfohlene Zitierweise

    Nußbaumer, Erich, "Kleinfercher, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 751 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118890832.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA