Lebensdaten
1544 – 1607
Geburtsort
Löwen
Sterbeort
Echternach
Beruf/Funktion
Geschichtsschreiber ; Abt von Münster bei Luxemburg ; Abt von Echternach ; Abt ; Historiker ; Ordenspriester
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 123705525 | OGND | VIAF: 120785919
Namensvarianten
  • Bertels, Johann
  • Bertel, Johann
  • Bertel, Johannes
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Zitierweise

Bertels, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123705525.html [02.10.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Peter Bertels;
    M Maria Bollaerts.

  • Biographie

    B. begleitete nach seiner Promotion zum Doktor am Lilienkollegium seiner Vaterstadt den Abt Lysius nach der neu aufgebauten Benediktinerabtei Münster bei Luxemburg, zu deren Abt er 1576 auf Veranlassung Philipps II. von Spanien gewählt wurde. Dort ließ er die Gebeine Johanns des Blinden, Herzogs von Luxemburg und Königs von Böhmen, würdig bestatten. Als Abt von Echternach wurde er im Mai 1596 von holländischen Freibeutern nach Nymwegen entführt und gegen ein hohes Lösegeld freigelassen. - 1581 veröffentlichte er in Köln die Schrift „Dialogi XXVII in Regulam S. Benedicti“ sowie eine Liste seiner Vorgänger in der Münsterabtei. Seine 1605 in Köln gedruckte „Historia Luxemburgensis“ (neue Ausgabe von J. P. Brimmeyr und M. Michel, Luxemburg 1856), die älteste Geschichte des Luxemburger Landes, ist ohne jede Kritik im konventionellen Stil der damaligen Humanisten geschrieben; von Interesse sind die Kapitel über die luxemburgischen Städte dieser Zeit und über Volkstum. Als Freund des Luxemburger Gouverneurs Peter Ernst von Mansfeld teilte er dessen Interesse für römische Altertümer. Dilettantisch ist sein 1606 in Köln gedrucktes Werk über religiöses Brauchtum der Römer, mit dem er jedoch anregend auf die Altertumsforschung im Luxemburger Lande wirkte.

  • Literatur

    ADB II;
    C.-A. Neyen, Biogr. Luxembourgeoise, Luxemburg 1860, I, S. 61;
    J. Wilhelm, La Seigneurie de Munster ou l'Abbaye de Notre-Dame de Luxembourg pendant les cinq premiers siècles de son existence, ebenda 1904, S. 55-57 (P);
    A. Reiners, J. B., Abt d. Willibrordistiftung Echternach 1595-1607, ebenda 1909;
    P. Brimmeyr, Gesch. d. Stadt u. d. Abtei Echternach, Bd. 2, 1923 S. 66 bis 80;
    Dict. Hist. Geogr. VIII, 1935, Sp. 933-35 (L).

  • Autor/in

    Alphonse Sprunck
  • Zitierweise

    Sprunck, Alphonse, "Bertels, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 149 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123705525.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Bertels: Johann B., geb. zu Löwen 1544, 19. Juni 1607 zu Echternach, kam im Alter von 17 Jahren mit dem Abt Lysius nach Luxemburg, als dieser daselbst von der Abtei Münster Besitz nahm. B. trat in den Orden der Benedictiner und wurde 1574, als Lysius gestorben, zum Abt erwählt. Im J. 1595 ernannte ihn Philipp II. zum Abt von Echternach. 1596 wurde die Abtei von den Holländern geplündert und der Abt B. als Gefangener nach Nimwegen geschleppt. Er mußte 16000 Thaler Lösegeld bezahlen. Neben seinen Katalogen der Aebte von Münster und Echternach hat seine „Historia Luxemburgensis“ (Köln 1605, Amsterdam 1635 und Luxemburg 1856) schon als erster Versuch|einer luxemburgischen Geschichte Bedeutung. Auch seine „Deorum sacrificiorumque gentilium — descriptio“, Köln 1606, verdient erwähnt zu werden.

    • Literatur

      Neyen, Biogr. Luxemb.

  • Autor/in

    Schötter.
  • Zitierweise

    Schötter, "Bertels, Johann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 511-512 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123705525.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA