Lebensdaten
1852 – 1908
Geburtsort
Harlingen (Luxemburg)
Sterbeort
Aachen-Rothe Erde
Beruf/Funktion
Eisenhüttenmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137740875 | OGND | VIAF: 81885752
Namensvarianten
  • Kintzlé, Fritz
  • kintzle, fritz
  • Kintzlé, Fritz
  • mehr

Quellen(nachweise)

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Kintzlé, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137740875.html [26.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Michael, Landwirt in H.;
    M Eva Merck;
    Maria Fischer.

  • Biographie

    Nach dem Besuch des Athenäums in Luxemburg verblieb K. als Abiturient zunächst noch ein weiteres Jahr an dieser Anstalt, um sich in wissenschaftlichen Oberkursen auf das Studium der Eisenhüttenkunde an der TH Aachen vorzubereiten. 1876 ging er als Diplomingenieur zur Fabrique de fer in Ougrée (Belgien), wechselte aber schon 1879 über zum Aachener Hütten-Aktienverein in Rothe Erde. Hier fand er seine Lebensaufgabe. 1899 wurde er zum Betriebsdirektor ernannt, trat im folgenden Jahr in den Vorstand des Unternehmens ein und übernahm 1907 als Nachfolger von Adolph Kirdorf die Gesamtleitung des Aachener Werkes, das inzwischen mit der Gelsenkirchener Bergwerks-AG verschmolzen worden war.

    K.s Name ist verknüpft mit der Einführung und betrieblichen Ausgestaltung des Thomasverfahrens in Deutschland. Nach Hörde bei Dortmund und Meiderich bei Duisburg war Aachen-Rothe Erde der dritte Ort, an dem Thomaskonverter für das basische Windfrischen von Roheisen zu Stahl in Betrieb genommen worden sind. Besonders setzte K. sich auch ein für den Absatz und die Gütesteigerung des so erzeugten Stahles, wobei seine Hinweise auf die Bedeutung chemischer und physikalischer Prüfverfahren schnell Beachtung in der Praxis fanden. Durch zahlreiche Versuche erbrachte er unter anderem den Nachweis, daß bei Walzstahl die Werte der Querprobe niedriger anzusetzen sind als diejenigen der Längsprobe. Es erfüllte ihn mit Stolz, daß beim Bau der ersten größeren ganz aus Flußstahl gebauten Eisenbahnbrücke bei Fordon über die Weichsel sich 6 500 t Thomasstahl bewährten, die in Rothe Erde hergestellt worden waren. Ihm gelang der Abbau von Vorurteilen hinsichtlich der Verwendung des Flußstahls im Hochbau sowie in der Weiterverarbeitung, und er verhalf ihm damit zum Sieg über den bis dahin vorherrschenden Schweißstahl.

    K. hat entscheidend an der Aufstellung der „Normalbedingungen für Lieferungen von Eisenkonstruktionen“, am „Deutschen Normalprofilbuch für Walzeisen zu Bau- und Schiffbau-Zwecken“ und an den Lieferungsvorschriften für Eisen und Stahl mitgewirkt. Mit dem Ziel der Förderung des hüttenmännischen Nachwuchses nahm er regen Anteil an den Beratungen zur Verbesserung der Studienpläne und Prüfungsordnungen. Dem Vorstand des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute gehörte er 13 Jahre lang an. Mit großzügigen Stiftungen für Arbeiter und Studierende schuf er sich einen treuen Freundes- und Verehrerkreis.

  • Werke

    Veröff. in: Stahl u. Eisen.

  • Literatur

    Stahl u. Eisen 28, 1908, S. 457 f.;
    VDI-Zs. 52, 1908, S. 565 f.;
    Jb. d. Schiffbautechn. Ges. 10, 1909, S. 99 f.;
    Das Werk 19, 1939, Nr. 3, S. 38;
    BJ 13 (Tl.).

  • Porträts

    Bildarchiv Stahleisen. Düsseldorf.

  • Autor/in

    Günter Bauhoff
  • Zitierweise

    Bauhoff, Günter, "Kintzlé, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 631 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137740875.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA