Lebensdaten
1876 bis 1967
Geburtsort
Gießen
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
lutherische Familie
Normdaten
GND: 116093498 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kehrer, Hugo

Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Kehrer, Hugo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116093498.html [23.05.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand (1837–1914), Prof. d. Med. in Heidelberg, entwickelte d. konservativen Kaiserschnitt (s. DBJ I, Tl.; BLÄ), S d. Dr. med. Friedrich, aus Erbach/Odenwald, Kreisarzt in G., u. d. Elisabeth Banmann;
    M Emmy (1849–1924), T d. hess. Hofmalers Friedrich Frisch (* 1813), u. d. Elisabeth Friederike Flachsland;
    B Erwin (1874–1960), Prof. d. Gynäkol. in Bern, Marburg u. Dresden (s. Rhdb., P; Fischer), Ferdinand (1883–1966), Prof. d. Psychiatrie u. Neurol, in Breslau u. Münster (s. Rhdb., P; Fischer);
    - München 1919 Katharina (1885–1966), T d. Ernst Wilh. Christian Knauer u. d. Agnes Bierz (beide aus Bauernfam. in Thüringen bzw. d. Eifel);
    1 S, 1 T.

  • Leben

    K. verbrachte seine Jugend in Heidelberg. Seit 1900 studierte er Kunstgeschichte, protestantische Theologie und Philosophie in Heidelberg. Seine Lehrer waren Henry Thode, Kuno Fischer, Friedrich Duhn, Karl Neumann, Adalbert Merx und Ernst Troeltsch. Nach der Promotion 1903 legte K. 1904 in Karlsruhe das 1. Theologische Examen ab und setzte im gleichen Jahr seine Studien in Marburg bei Hermann Cohen und Paul Natorp, 1905-08 in Straßburg bei Georg Dehio, Adolf Michaelis und Johannes Ficker fort. Nach neuerlichen Studien in Berlin habilitierte er sich 1909 mit der Empfehlung Heinrich Wölfflins in München mit der auch heute noch grundlegenden Arbeit über „Die Heiligen Drei Könige in Literatur und Kunst“ (2 Bände, 1908 folgende). 1909-10 war K. Reisestipendiat in Rom. In das Jahr 1909 fällt die erste von insgesamt 13 Spanienreisen und damit die für seine wissenschaftliche Lebensarbeit entscheidende Begegnung mit der spanischen Kunst. 1915-45 wirkte K. als außerordentlicher Professor für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Universität München. Er gehört zu den Entdeckern El Grecos (1912 Spezialkolleg) und mit August L. Mayer zu den bedeutenden Interpreten der spanischen Malerei, als deren Kenner er internationales Ansehen genoß. Seine Schriften zeichnen sich aus durch Anschaulichkeit, die auf der intuitiven Erfassung des Phänomens und geschickter Verbalisierung basiert, ebenso aber durch klare Konzeption und historiographische Prägnanz.

  • Werke

    Weitere W Die Got. Wandmalereien in d. Kaiser-Pfalz zu Forchheim, e. Btr. z. Ursprungsfrage d. Fränk. Malerei, in: Abhh. d. Kgl. Bayer. Ak. d. Wiss., Phil. Kl, 1912, 26. Bd. 3. Abb.;
    Die Kunst d. Greco, 1914 (55 Tafeln), 31920;
    Alt-Antwerpen, Eine kunsthist. Studie, 1917;
    Francisco de Zurbarán, 1918 (87 Abb.);
    Rubens, 1919 (80 Abb., Briefe d. Künstlers u. s. Schr. üb. d. Nachahmung antiker Statuen);
    Velázques, 1919 (60 Abb.);
    Neues üb. Francisco de Zurbarán, in: Zs. f. Bildende Kunst, H. 11, 1919/20;
    Los Desastres de la Guerra, 82 Faks.-Wiedergaben, 1921;
    Tauromaquia, 43 Faks.-Wiedergaben in Kupfertiefdr., 1923;
    Über Artus Quellin d. J., in: Belg. Kunstdenkmäler II, hrsg. v. P. Clemen, 1923;
    Span. Plastik d. Barock, in: Festschr. zu|H. Wölfflins 60. Geb.tag, 1924;
    Span. Kunst v. Greco bis Goya, 1926 (250 Abb.);
    Köpfe d. Velázquez. in: Festschr. Adolfo Bonilla y San Martin, 1930, T. II;
    Dürers Selbstbildnisse u. d. Dürer-Bildnisse, 1934;
    Franz v. Lenbach, 1937;
    Greco als Gestalt d. Manierismus, 1939 (82 Abb.);
    Der Prado in Madrid, in: Atlantis, 1939, H. 9;
    Die Kunst d. Ignacio Zuloaga, zu s. 70. Geb.tag, in: Dt. Wiss. Dienst, 1940, Nr. 19 v. 4.11.1940;
    Ein neuer Greco, in: Pantheon, 1940, 11. H.;
    Wirklich ein neuer Greco?, in: Weltkunst 19, 1949, H. 19;
    Dtld. in Spanien, Beziehung, Einfluß u. Abhängigkeit, 1953 (mit 115 zum größten T. unveröff. Abb.) (span. Übers.);
    Grecos La Verónica con la Santa Faz, e. Neuerwerbung d. Bayer. Staatsgem.slgg., in: Die Kunst u. d. schöne Heim 52, 1954, H. 7;
    Der junge Greco kopiert Tizians Bildnis Papst Paul III, in: Die Weltkunst v. 15.7.1954;
    El Greco, in: Welt in Farben, 1953;
    Velázquez, ebd. 1954;
    Greco in Toledo, Höhe u. Vollendung, 1960;
    Die Meninas des Velázquez, 1966;
    Mitarb.: „Varia Velázqueña“: Esencia y sentido del arte de Velázquez, 1960.

  • Autor/in

    Friedrich Piel
  • Empfohlene Zitierweise

    Piel, Friedrich, "Kehrer, Hugo" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 400 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116093498.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA