Lebensdaten
1876 bis 1932
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
klassischer Philologe
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 134087186 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kappelmacher, Alfred
  • Kappelmacher, Alfredus
  • Cappelmacher, Alfred
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Kappelmacher, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd134087186.html [15.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Jacob (* 1850), aus Gewitsch/Mähren, Lehrer in W.;
    M Charlotte Stössel (* 1850);
    1901 Olga Häutler;
    1 T.

  • Leben

    K. studierte 1895-1900 klassische Philologie an der Universität Wien; seine Lehrer waren vor allem Karl Schenkl, Edmund Hauler und Friedrich Marx. 1899 wurde er zum Dr. phil. promoviert (Dissertation: Studia Iuvenaliana, in: Dissertationes philologiae Vindobonenses VII, 1903); 1900 legte er die Lehramtsprüfung in Latein und Griechisch ab. Unter Erlaß des Probejahres wurde er 1900 Lehrer am Leopoldstädter Gymnasium in Wien, 1901 am Staatsgymnasium in Nikolsburg, 1904 am Maximiliansgymnasium in Wien. 1918 habilitierte sich K. an der Universität Wien mit der Arbeit „Untersuchungen zur Enzyklopädie des A. Cornelius Celsus“ (1918). 1924 wurde er zum außerordentlichen, 1931 zum ordentlichen Professor an der Universität Wien ernannt. – K. war vor allem Latinist. Er hat neben Beiträgen zur Erforschung der augusteischen Dichtung, der römischen Satire und der Rhetorik auch Arbeiten zur Fachliteratur und zum spätlat. Schrifttum vorgelegt; für diese Bereiche hat er auch Artikel zu Pauly-Wissowas „Realenzyklopädie der klassischen Altertumswissenschaft“ beigesteuert. Seine literaturhistorischen Forschungen fanden ihre Krönung in seinem Werk „Die Literatur der Römer bis zur Karolingerzeit“ für Walzels „Handbuch der Literaturwissenschaft“ (1926-34), das nach seinem Tod Mauriz Schuster zu Ende führte (ab Tacitus). Seine Ausgabe der Schrift des Boethius „In categorias Aristotelis libri IV“, die im Rahmen des „Corpus scriptorum ecclesiasticorum Latinorum“ der Wiener Akademie erscheinen sollte, konnte er nicht zu Ende führen; doch hat K. im Zusammenhang mit der Vorbereitung dieser Ausgabe wichtige Einzelarbeiten zu diesem Autor veröffentlicht. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit hat K. Ignaz Prammers Schulausgabe von Caesars „Commentarii de bello Gallico“ auf einen wissenschaftlichen Stand gebracht (101908, 121922 und öfters) sowie wichtige Beiträge zur Didaktik des altsprachlichen Unterrichts geleistet. All dies charakterisiert K. als bedeutenden Latinisten, der, wie es für die österreichische klassische Philologie typisch ist, die Belange des Gymnasialunterrichts nie aus den Augen verloren hat.

  • Werke

    Weitere W u. a. Goethe als Homerübersetzer u. Homerinterpret, in: Zs. f. d. österr. Gymnasien 52, 1901;
    Bemerkungen u. Übers.(probe) zu Pseudo-Demetrios' περὶ ἑρμηνείας, in: Progr. d. Staatsgymnasiums zu Nikolsburg 1903, 1904;
    Btrr. z. Lebensgesch. d. Dichters Lucilius, in: Wiener Stud. 31, 1909;
    Das Nürnberger Boethius-Fragment, ebd. 33, 1911;
    Der Werdegang d. Lyrikers Horaz, in: ebd. 43, 1922/23;
    Zur Tragödie in d. hellenist. Zeit, in: ebd. 44, 1924/25;
    Der schriftsteller. Plan d. Boethius, ebd. 47, 1929;
    |Zum literar. Nachlaß Senccas, in: ebd. 48, 1930;
    Echte u. unechte Predigten Augustins, ebd. 49, 1931;
    Zur Abfassungszeit v. Tacitus' Dialogus de oratoribus, ebd. 50, 1932;
    Methodik d. Lektüre Cäsars u. Ciceros, in: Methodik d. Unterrichts in d. lat. Sprache, hrsg. v. A. Scheindler, 1913;
    Methodik d. Lektüre d. Thukydides u. Plutarch, in: Methodik d. Unterrichts in d. griech. Sprache, hrsg. v. dems., 1915;
    Zur Abfassungszeit v. Xenophons Anabasis, in: Anz. d. Ak. d. Wiss. in Wien, phil.-hist. Kl., 60, 1923;
    Die neueren Forschungen auf d. Gebiet d. röm. Lit. u. ihre Anwendung in d. Schule, in: Verhh. d. 57. Versammlung dt. Philologen u. Schulmänner zu Salzburg, hrsg. v. R. Meister, 1930.

  • Literatur

    M. Schuster, in: Bursian-Jberr. 245, 1934, Nekr., S. 3-32 (W);
    E. Hauler, in: FF 9, 1933, S. 43 f.;
    ÖBL (W, L).

  • Autor/in

    Gerhard Baader
  • Empfohlene Zitierweise

    Baader, Gerhard, "Kappelmacher, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 139 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd134087186.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA