Lebensdaten
1864 bis 1893
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Brünn
Beruf/Funktion
Redakteur
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 141477482 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Freimuth, Siegwin (Pseudonym)
  • Kafka, Eduard Michael
  • Freimuth, Siegwin (Pseudonym)
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Zitierweise

Kafka, Eduard Michael, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd141477482.html [21.11.2018].

CC0

  • Leben

    K. studierte an der Textilschule in Brünn, dann an der Universität Wien Staatswissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie. Seit 1888 war er als Schriftsteller tätig, unter anderem als Redakteur der Zeitschrift „Moderne Dichtung“ in Berlin (mit Leo Berg) und als Mitredakteur der Zeitschrift „Allgemeine Kunstchronik“ in Wien. Den damals in Paris lebenden Hermann Bahr forderte K. auf, eine neue Literatur in Österreich zu begründen beziehungsweise der „modernen“ (naturalistischen) Dichtung auch hier zum Durchbruch zu verhelfen. Darüber kam es zu einem Briefwechsel und dann zu einer Zusammenarbeit. K. gab 1890 in Brünn mit Bahr die „Monatsschrift für Literatur und Kritik“ unter dem Titel „Moderne Dichtung“ heraus, die vom 2. Jahrgang an in Wien in Zusammenarbeit mit dem Soziologen Jacques Joachim (* 1860) als „Moderne Rundschau“ erschien. Im Heft 1 dieser Zeitschrift bekräftigten die beiden Herausgeber ihre Absicht, „das gesamte Leben der Zeit in seinen Zusammenhängen zu erfassen und ein getreues Bild zu entrollen der gewaltigen Umwälzung, welche der moderne Geist in unserer ganzen Anschauungswelt hervorgerufen“. Mitarbeiter waren unter anderem G. Hauptmann, M. G. Conrad, R. Dehmel, W. Bölsche, aber auch L. Anzengruber, F. von Saar und A. Pichler. Im April 1891 war K. einer der Veranstalter des Banketts zu Ehren Henrik Ibsens anläßlich der Wiener Aufführung der „Kronprätendenten“. Mit Bahr veranstaltete er 1892 eine Vorstellung von Maeterlincks „La princesse Maleine“ im Theater in der Josephstadt in Wien. Im selben Jahr übersiedelte er nach Brünn. – Als Kultur- und Gesellschaftskritiker fand sich K. im Naturalismus bestätigt, warnte jedoch vor einem „Kultus der Nerven“ und propagierte eine gesunde, vom Individuum in völliger Freiheit getragene Gesellschaft. Die Lösung sozialer Fragen dachte er sich ohne jede Einflußnahme des Staates. Er kann also als Sozialliberaler angesprochen werden. In diesem Geiste stellte er seiner Zeit die gesellschaftspolitischen Gedankengänge und Umwälzungen der Wiener Revolution von 1848 vor Augen, insbesondere in der Gestalt des Hans Kudlich.

  • Werke

    u. a. H. Kudlich u. d. österr. Bauernbefreiung, 1888;
    Hieroglyphen, moderne Märchen, 1890;
    Der Individualismus, 1891.

  • Literatur

    Kosch, Lit.-Lex.;
    Nagel-Zeidler-Castle;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Heinz Rieder
  • Empfohlene Zitierweise

    Rieder, Heinz, "Kafka, Eduard Michael" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 1 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd141477482.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA