Lebensdaten
1882 bis 1955
Geburtsort
Hettensen Kreis Northeim
Sterbeort
Gelsenkirchen-Buer
Beruf/Funktion
Bergwerksdirektor ; Politiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 126542090 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hueck, Adolf

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Zitierweise

Hueck, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd126542090.html [23.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Eduard (1840–1920), Bes. d. Ritterguts H. (1910/12 verk.);
    M Hedwig Luise Schimmel (1844–1932); Vt 3. Grades Eduard (s. 2);
    - Dortmund 1911 Margarete Hedwig Klara (1890–1949), T d. Kaufm. Richard Haack in Dortmund u. d. Hedwig Schulte;
    3 S.

  • Leben

    H. beginnt seine bergmännische Ausbildung 1900 mit einem einjährigen Praktikum auf den Schachtanlagen „Hamburg“ und „Franziska“ im Wittener Revier. Dann studiert er an der Universität Tübingen, der Bergakademie Berlin und der TH Aachen. 1904 wird er Bergreferendar, 1909 Bergassessor. Es folgt eine Studienreise durch die Kohlenbergbaugebiete Großbritanniens und der Vereinigten Staaten. Nach kurzer Tätigkeit im Staatsdienst und beim Verein für die bergbaulichen Interessen in Essen tritt H. 1912 als Betriebsdirektor der Schachtanlagen seiner Ausbildungszeit in die Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG) ein.

    Im 1. Weltkrieg dient H. als Leutnant der Reserve; er scheidet 1916 infolge einer schweren Verwundung aus dem Kriegsdienst aus, wird Bergwerksdirektor der beiden Wittener Zechen und übernimmt 1918 die Leitung der Gelsenkirchener Schachtanlagen „Rheinelbe“ und „Alma“, deren Förderung er später auf der Zeche „Alma“ zusammenfaßt; auch die Errichtung der dortigen zentralen Kokereianlage ist sein Werk. Die GBAG beruft ihn 1920 in ihren Vorstand. 1926 kommt er in den Vorstand der neugegründeten Vereinigten Stahlwerke AG, die ihm 1927 die technische Leitung der Zeche Bonifacius in Essen-Kray überträgt. 1933-45 leitet er die Bergbaugruppe Hamborn dieser Gesellschaft, 1945 vorübergehend die Hauptverwaltung der GBAG in Essen und wird dann stellvertretender Vorsitzer des Vorstandes.

    Nach 1918 kümmert H. sich vor allem um den durch den 1. Weltkrieg aufgehaltenen Fortschritt der bergbaulichen Entwicklung. Probleme der Produktionsanpassung, Lohn- und Preisgestaltung, technischen Modernisierung, Mechanisierung der Arbeitsvorgänge, Rationalisierung, Rentabilität des Ruhrbergbaus verlangen schwerwiegende Entscheidungen. Nach jahrzehntelangen Bemühungen kann unter H.s Leitung der Kohleabbau unter dem Rhein verwirklicht werden. Voraussetzung ist die Abbauführung über die ganze Breite des Stromes.

    H. wird auch politisch tätig. 1918 tritt er in die Deutsche Volkspartei ein, um dem Radikalismus der Umbruchzeit entgegenzuwirken. 1928-30 ist er Reichstagsabgeordneter und befaßt sich mit Fragen des Tarif- und Siedlungswesens, der Grubensicherheit und Unfallverhütung und der Knappschaftsgesetzgebung. Nach 1945 tritt er der CDU bei und wird Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses Düsseldorf-Ruhrgebiet. Kommunalpolitisch bemüht sich H. um die Wirtschafts- und Sozialstruktur der aufstrebenden Industriestädte seines Verantwortungsbereichs. Vor allem ist er auf die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Belegschaften bedacht. Er ist auch in einer Anzahl bergbaulicher Vereinigungen tätig, so 1920-44 im Ausschuß für das Grubenrettungswesen beim Verein für die bergbaulichen Interessen. Unter seinem Vorsitz kommt es 1930 zu dem wichtigen Beschluß, mit der Gründung von Gasschutzwehren die für das Grubenrettungswesen geltenden Grundsätze auf die Kokereien und Weiterverarbeitungsanlagen im Oberbergamtsbezirk Dortmund zu übertragen. Auf seine Initiative geht die Errichtung einer Spezialabteilung für Brandursachenforschung und Brandbekämpfung (1936) zurück. 1937-44 ist er Vorsitzender im Deutschen Ausschuß für das Grubenrettungswesen, 1935-42 in der Sektion II der Bergbau-Berufsgenossenschaft, wo er unter anderem die Errichtung des Knappschaftskrankenhauses „Bergmannsheil“ in Gelsenkirchen-Buer betreibt. Zeitweilig ist H. Vorsitzender der Tarifkommission der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung, 1927-37 Richter am Reichsarbeitsgericht in Leipzig.

    Nach 1945 widmet sich H. ganz dem Wiederaufbau des Ruhrbergbaus. Er verhandelt mit den Besatzungsbehörden und beeinflußt geschickt die durch Gesetz der Militärregierung auferlegte Neuordnung des Ruhrkohlenbergbaus. Nach der 1953 durchgeführten „Entflechtung“, die das Ausscheiden der Bergbaugruppe Hamborn aus dem Verband der GBAG mit sich bringt und sie in die Hamborner Bergbau AG und die Friedrich Thyssen AG aufgliedert, ist H. Vorsitzer beziehungsweise Mitglied des Aufsichtsrats dieser Gesellschaften. 1953 tritt er in den Ruhestand.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Clausthal).

  • Werke

    u. a. Die Frage d. Arbeitslohnes, 1925;
    Reform d. Schlichtungswesens, 31929.

  • Literatur

    W. Serlo, Die Preuß. Bergassessoren, 31927, S. 308;
    Dr.-Ing. E. h. A. H. z. Gedächtnis, in: Der Förderturm, Werkzs. d. Hamborner u. Friedrich Thyssen Bergbau AG, 1955, Nr. 9, S. 3 f.;
    Storp, in: Glückauf, 1955, Nr. 41/42;
    F. Pudor, in: Lb. a. d. Rhein.-Westfäl. Industriegebiet, Jg. 1955/57, 1960, S. 31-34.

  • Portraits

    Bronzebüste v. A. Breker (im Bes. v. Bergrat a. D. Eduard Hueck, Duisburg-Hamborn).

  • Autor/in

    Hans Günther Conrad
  • Empfohlene Zitierweise

    Conrad, Hans Günter, "Hueck, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 724-725 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd126542090.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA