Lebensdaten
1841 bis 1913
Geburtsort
Hersfeld
Sterbeort
Königstein (Taunus)
Beruf/Funktion
Kaufmann ; Gründer der Auskunftei Schimmelpfeng
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 11727125X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schimmelpfeng, Carl Franz Wilhelm
  • Schimmelpfeng, Wilhelm
  • Schimmelpfeng, Carl Franz Wilhelm
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Schimmelpfeng, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11727125X.html [16.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus hess. Beamten-, Pfarrer- u. Gel.fam.;
    V Konrad Barthold (1802–69), Landger.prokurator, Bgm. v. H., S d. Joseph (1764–1812), Stadtsekr. v. H., u. d. Margarethe Si(e)mon, aus Sontra;
    M Amalie Franziska Luise (1809–79), T d. N. N. Bastian, Stadtkontrolleur v. Goslar;
    Ur-Gvv Konrad Eckhardt (1722–73), Hospitalverw. in H.;
    B Adolf (1837–1923), Pol., Kab.rat d. letzten Kf. v. Hessen, seit 1877 Syndikus in d. Auskunftei W. Schimmelpfeng in B. (s. Lb. Kurhessen 15, 1955, S. 322-32);
    1) Berlin 1868 Elisabeth Riese (1844–72), 2) Frankfurt/Main 1875 Bertha Minka (1848–1910), T d. Wilhelm Jordan (1819–1904), Dichter in Frankfurt/Main (s. NDB X);
    2 S aus 1) u. a. Richard (1872–1939), 1907-24 Geschäftsführer d. Auskunftei W. Schimmelpfeng, 4 S aus 2), u. a. Hans Adolf (1877–1937), 1907-29 Geschäftsführer d. Auskunftei W. Schimmelpfeng, Vors. d. Verbands dt. Auskunftsunternehmen (s. Wenzel), 1 T aus 2);
    N Kurt Karl (1867–1926), Syndikus, Franz Wilhelm (1869–1930), Dir. in Halle/Saale.

  • Leben

    Nach dem Gymnasium in Hersfeld absolvierte S. eine kaufmännische Ausbildung in Ahlfeld und Niederaula bei Hersfeld. Dann war er als angestellter Kaufmann u. a. in Rußland, Berlin und wohl auch in Frankfurt/M. tätig. Noch in Berlin entwickelte er die Idee einer Organisation für Wirtschaftsauskünfte zur Sicherung und Förderung des Geschäftsverkehrs. Zu diesem Zweck gründete S. 1872 zunächst ein „Auskunfts- und Kontrollbureau über geschäftliche, insbesondere Kreditverhältnisse“ in Frankfurt/M., dessen Zentrale er kurz darauf nach Berlin verlegte. In den folgenden Jahrzehnten baute er das Institut systematisch zu einem internationalen Unternehmen mit weitverzweigtem Korrespondenten- und Filialnetz sowie umfangreichem Auskunftsarchiv auf. So eröffnete er bald Zweigstellen in den wichtigsten dt. Städten und selbständige Zentralbüros in fast allen europ. Hauptstädten, u. a. in Wien (1886). Paris (1888), London (1888), Amsterdam (1890) und St. Petersburg (1906). Wahrscheinlich während einer Reise in die USA (1890) schloß er mit Charles F. Clark, dem Präsidenten des dort maßgebenden Wirtschaftsinformations-Unternehmens „The Bradstreet Company“, ein Abkommen zur gegenseitigen Vertretung, so daß S. fortan weltweit Wirtschaftsauskünfte einholen und erteilen konnte. Seit 1889 firmierte er mit einem eigens für ihn von Hermann v. Pfister (1836–1916) geprägten Begriff als „Auskunftei Wilhelm Schimmelpfeng“. Dank der Pionierarbeit ihres Gründers genoß die Auskunftei, die ihren klassischen Geschäftsbereich der Krediterkundigung längst auf Inkassodienste und Marktforschung ausgedehnt hatte, spätestens seit 1897 internationale Geltung. 1907 übergab S. das Unternehmen mit mittlerweile 49 Niederlassungen und 1750 Angestellten an seine Söhne Richard und Hans Adolf, die sich 1924 bzw. 1929 daraus zurückzogen. Die Firma, jahrzehntelang die führende dt. Wirtschaftsauskunftei, bestand in der Form einer GmbH (seit 1929) weiter unter dem alten Namen, der erst nach der Übernahme durch die amerik. Dun & Bradstreet-Gruppe (1984) seit 1992 aufgegeben wurde. Seit 1999 firmiert jedoch der aus dem Unternehmen ausgegliederte und 2001 an den schwed. Konzern „Intrum Justitia“ verkaufte Inkassodienst wieder unter dem Namen Schimmelpfeng.

  • Werke

    Zahlr. Schrr. z. kaufmänn. Auskunftswesen, u. a.: Zur Sicherung d. Creditverkehrs, 1878;
    Werth d. geschäftsfreundl. u. berufsmäßigen Auskunfts-Ertheilung, 1881;
    Die Consulate u. d. Crediterkundigung im Ausland, 1884;
    Das Problem d. Credit-Vers., 1887;
    Auskunftei W. Schimmelpfeng, 1891;
    Die Auskunft u. ihre Gegner, 2 T., 1891/95;
    Diskretion u. Haftpflicht b. d. kaufmänn. Auskunft, 1894;
    Kredit u. Auskunft, 1895;
    Zum Schlagwort: „Reform d. Auskunftswesens“, 1895;
    Hg.:
    Prakt. Rechtskunde f. d. Handelsverkehr im In- u. Auslande, Bd. 1.

  • Literatur

    H. Braun, Schimmelpfeng, Ein Lebens- u. Fam.bild, in: Hess. Chronik. H. 11, 1913, S. 348-50 (fehlerhaft);
    W. Neuhaus, W. S., d. Gründer d. „Auskunftei Schimmelpfeng“, in: Mein Heimatland 9, 1929/30, S. 66-70 (P);
    T. Oursin, in: Lb. Kurhessen 5, 1955, S. 332-40 (W, P);
    100 J. Schimmelpfeng 1872-1972, in: Schimmelpfeng Review, H. 10, 1972, S. 8-14 (P);
    Wi. 1911;
    Nassau. Biogr.;
    eigene Archivstudien:
    Inst. f. Stadtgesch., Frankfurt/M.;
    Auskünfte d. Firmen Dun & Bradstreet, Frankfurt/M., u. Schimmelpfeng Forderungsmanagement GmbH (Intrum Justitia), Darmstadt;
    Internet:
    Schimmelpfennigweb, 2003;
    Schimmelpfeng Forderungsmanagement GmbH, 2003.

  • Portraits

    Foto, 1899 (Inst. f. Stadtgesch., Frankfurt/M.);
    Ölgem. (Fa. Dun & Bradstreet, Frankfurt/M.);
    Porträtbüste (Fa. Schimmelpfeng Forderungsmanagement GmbH [Intrum Justitia], Darmstadt).

  • Autor/in

    Sabine Hock
  • Empfohlene Zitierweise

    Hock, Sabine, "Schimmelpfeng, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 781-782 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11727125X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA