Lebensdaten
1886 bis 1969
Geburtsort
Semil (Nordböhmen)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118746901 | OGND | VIAF: 51818830
Namensvarianten
  • Jelusich, Mirko
  • Jelusich, Vojmir
  • Jelusić, Vojmir
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Zitierweise

Jelusich, Mirko, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118746901.html [28.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Anselm (1846–1910), Bahnbeamter, kroat. Abstammung;
    M Friederike Strasser (1849–1924), sudetendt. Abstammung;
    1923 Maria Greil; kinderlos.

  • Leben

    J. studierte in Wien Philosophie, historische Hilfswissenschaften, Slavistik und Sanskrit (Promotion zum Dr. phil. 1912 mit der Diss. „Stirners Erbe, ein Beitrag zur Kritik des individualistischen Anarchismus“). Im 1. Weltkrieg wurde er als Artillerieoffizier mehrfach ausgezeichnet. Danach versuchte er sich als Filmdramaturg, Journalist und Bankbeamter; im Aug. 1923 übernahm er den Kulturteil der „Deutsch-österr. Tageszeitung“. März-Ende Juni 1938 war er Kommissarischer Leiter des Burgtheaters. Wegen Vergehens gegen das Gesetz über das Verbot der NSDAP 1945 verhaftet, 1946 freigesprochen, kam er 1947 abermals in Untersuchungshaft; 1949 wurde er wegen eines Herzleidens freigelassen. Bis zu seinem Tode lebte er völlig zurückgezogen als freier Schriftsteller in Wien. Dauernde Freundschaft verband ihn mit den sudetendeutschen Dichtern Karl Hans Strobl und Robert Hohlbaum sowie mit den Malern Hans Strohofer und Alfred Gerstenbrand. – J. begann als Dichter schicksalsträchtiger Balladen, zumeist aus der österr. Geschichte, schrieb Dramen, die bis auf das heroische Soldatenstück aus dem 1. Weltkrieg „Der gläserne Berg“ (1917) kaum beachtet wurden, und errang dann 1929 mit dem Roman „Caesar“, der in 13 Sprachen übersetzt wurde, den entscheidenden Erfolg als Schriftsteller. Im Mittelpunkt seiner weiteren Romane stehen ebenfalls große Persönlichkeiten der Weltgeschichte (Hannibal, Heinrich d. Löwe, Oliver Cromwell u. a.). Die Gestaltungsgesetze des Dramas und die daraus resultierende Erlebnisnähe werden in erzählende Prosa gefaßt, deren vorherrschendes Tempus das historische Präsens ist. Die Handlung entwickelt sich aus dem Dialog, die erzählende Darstellung wird auf ein Mindestmaß beschränkt. Die Darstellung ist insofern unhistorisch, als moderne Daseinsformen aus der Perspektive des Autors auf die Romanpersonen projiziert werden. – Besonderen Erfolg hatte J. mit seinen Romanen aufgrund ihrer heroisch-historischen Stoffe in der Zeit von 1938-45|

  • Auszeichnungen

    Grillparzer-Preis der Stadt Wien, 1943.

  • Werke

    Weitere W Romane: Der Thyrsosstab, 1920;
    Don Juan, 1931;
    Cromwell, 1933;
    Hannibal, 1934;
    Der Löwe, 1936;
    Der Ritter, 1937;
    Der Soldat, 1939;
    Der Traum vom Reich, 1941;
    Die Wahrheit u. d. Leben, 1949;
    Talleyrand, 1954;
    Der Stein d. Macht, 1958. -
    Eherne Harfe, Gedichte, 1942;
    Samurai, Drama 1943. -
    Vollst. Verz.: Wien, Dokumentationsstelle f. Neuere Österr. Lit.

  • Literatur

    R. Blauhut, in: Lebendige Dichtung 1, 1935, S. 251-56;
    R. Hohlbaum, in: Völk. Beobachter 1936, Nr. 343;
    F. Lennartz, in: Die Dichter unserer Zeit, 41941;
    Adalb. Schmidt, Dichtung u. Dichter Österreichs im 19. u. 20. Jh. II, 1964, S. 55-57;
    Kosch, Lit.-Lex.;
    G. v. Wilpert, Literatur in Bildern, Dt. Dichterlex., 1963.

  • Portraits

    Bronzebüste v. J. F. Riedl, 1936;
    Ölgem. v. S. Stoitzner, 1956 (beide im Bes. d. Wwe, Wien III Traungasse 7

  • Autor/in

    Dietmar Goltschnigg
  • Empfohlene Zitierweise

    Goltschnigg, Dietmar, "Jelusich, Mirko" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 398 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118746901.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA