Lebensdaten
1851 bis 1928
Geburtsort
Zürich
Sterbeort
Toceno bei Domodossola (Provinz Novara)
Beruf/Funktion
Kaufhausunternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136278515 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jelmoli, Franz Anton
  • Jelmoli, Franz

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Zitierweise

Jelmoli, Franz Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136278515.html [12.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. ist ital. Herkunft u. stammt aus Toceno, e. Dorf im Vigezzotal unweit d. Schweizer Grenze;
    V Franz Andreas (1814–92), Inh. d. Modewarengeschäfts Jelmoli & Comp., das (seit 1849 unter diesem Namen) seit 1837 am Münsterhof in Zürich bestand, seit 1863 Bürger v. Zürich, S d. Joh. Peter (1794–1860), der 1833 in Zürich seßhaft wurde u. in d. Schipfe unter d. Firma „Gebr. Ciolina“ ein Modewarengeschäft eröffnete, welches zunächst im Eigentum seiner Schwäger stand, u. d. Anna Maria Ciolina;
    M Anna Maria (1841–80), T d. Küfermeisters Philipp Christmann in Mannheim u. d. Philippina Timanus;
    Zürich 1876 Lina (1853–1943), T d. Pastors Heinrich Blass u. d. Karolina Dorothea Bergemann;
    1 S, 1 T, u. a. Hans (1877–1936), Komponist, Pianist, Musikschriftsteller (s. Riemann, W).

  • Leben

    J., der seine Lehr- und Wanderjahre vor allem in Mannheim und in Paris verbrachte und 1875 ins väterliche Geschäft eintrat, ist der Gründer des Warenhauses Jelmoli in Zürich. Er errichtete 1882 an der Bahnhofstraße in der Nähe des Parade-Platzes eine Filiale für anspruchsvollere Konfektion und zählte bald die wohlhabenden Bevölkerungskreise zu seiner Kundschaft. Das schnell wachsende Versandgeschäft siedelte er 1895 an der Sihlstraße 6 an und legte damit den Grund zum heutigen Standort des Warenhauses Jelmoli, das 1896 die Form einer Aktiengesellschaft annahm. Bei seinem Entschluß, das Damen-Konfektionsgeschäft zu einem Warenhaus zu erweitern, soll die Lektüre von Emile Zolas 1883 erschienenem Roman „Au Bonheur des Dames“, der den Betrieb eines Pariser Warenhauses schildert, eine Rolle gespielt haben. Den Erfolg verdankte das Unternehmen den festen Preisen, dem umfassenden Sortiment wie auch dem Grundsatz, den Umtausch zu gestatten und bei Nichtgefallen das Geld zurückzuzahlen.

    Auf dem nach und nach erworbenen Areal der ehemaligen „Seidenhöfe“ ließ J. 1898/99 den „Glaspalast“ mit großzügigen Schaufensterfronten errichten. Das Gebäude aus Stahl und Glas gehörte lange zu den Sehenswürdigkeiten Zürichs. Als Architekt wirkte Philipp Jelmoli mit, der ältere Bruder Franz Antons, der in Mannheim ein Architekturbüro führte. Mit modern anmutenden Ideen, wie der Beteiligung des Personals am Gewinn, eilte J. seiner Zeit voraus. Er litt unter den vielen Schwierigkeiten, die der 1. Weltkrieg mit sich brachte. Während der einschneidenden Krise von 1918 verkaufte er den größten Teil seiner Aktien. Die letzten Lebensjahre verbrachte er hauptsächlich in Toceno. – Eine neue Gesellschaft bildete sich, die sich Grands Magasins Jelmoli SA nannte und das Begonnene mit Ausdauer und großem Geschick weiter entwickelte, den Zeitläufen anpaßte und weitere Nachbargrundstücke für die bauliche Erweiterung erwarb. Das Unternehmen wurde zu einem Konzern mit internationalen Verbindungen ausgebaut.

  • Literatur

    L. Weisz, Joh. Peter Jelmoli, in: Stud. z. Handels- u. Industriegesch. d. Schweiz, 1940;
    E. Hermann, Grands Magasins Jelmoli SA, in: Ein Jh. Zürich u. d. Entwicklung s. Firmen, 1946;
    Hans Rud. Schmid, Das Jelmoli Buch, Vom Leben e. Unternehmens, 1958.

  • Autor/in

    Hans Rudolf Schmid
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmid, Hans Rudolf, "Jelmoli, Franz Anton" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 397 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136278515.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA