Lebensdaten
1563 bis 1618
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Goldschmied ; Bildner ; Zeichner ; Ornamentstecher
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118711687 | OGND | VIAF: 29802244
Namensvarianten
  • Gamnitzer, Christoph
  • Jamitzer, Christoph
  • Gamitzer, Christoph
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Zitierweise

Jamnitzer, Christoph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118711687.html [20.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Hans (s. 2), S d. Wenzel (s. 3);
    - Nürnberg 17.5.1592 Clara verw. Eppenbach, T d. Lederers Veit Glatz u. d. Katharina Lang;
    3 S, 5 T, u. a. Hans Christoph (* 1593, vor 15.8.1657), Goldschmied, wird 1624 d. Münzfälschung beschuldigt.

  • Leben

    J. wird 1592 Meister, 1607 Genannter des Großen Rats in Nürnberg, 1613 Geschworener des Goldschmiedehandwerks. Die überlieferten Daten geben nur Auskunft über J. als Goldschmied. Ein längerer Italienaufenthalt, der ihn mit deutschen Künstlern wie Hans Rottenhammer zusammenführte (dem er ein Stammbuchblatt widmete, Berlin, Kunstbibl.), ergibt sich aus dem Stil seiner Arbeiten, wovon er einige signiert. Er gehört zu den führenden deutschen Meistern manieristischer Kunst um 1600, deren Italienerlebnis nicht nur eine Erweiterung ihres Schaffens zur Folge hat, sondern auch ein neues Selbstverständnis des in strengen Nürnberger Handwerksgepflogenheiten aufgewachsenen Künstlergoldschmiedes. Den stärksten Eindruck scheint die ital. Cinquecento-Plastik hinterlassen zu haben; Reminiszenzen an Giovanni Bologna begegnen auf einigen seiner Handzeichnungen (in Berlin und Erlangen) sowie in der Kleinplastik seiner Goldschmiedearbeiten (Schale mit Milon von Kroton in Nürnberg, German. Nat.-mus.). J. gilt in Nürnberg auch als Sachverständiger für Skulptur und wird bei der Gestaltung der Rathausportale herangezogen; er liefert die Michelangelo verpflichteten Entwürfe, die Leonhard Kern ausführt. Von seiner Hand ist der große kupfergetriebene Adler von 1617 am Mittelportal.

    Wie der Großvater, dem er an künstlerischer Intension und Invention gleichkommt, schafft J. für Kaiser Rudolf II. Prachtwerke in Silber („Triomfikanne“ und Becken in Wien, Kunsthist. Mus.) mit neuartigen Formen und bizarrem aufgelöstem Umriß, ebenso für den sächs. Hof („Drachenkanne“ in Dresden, Grünes Gewölbe). Er vereinigt des Großvaters Ornamentreichtum und des Vaters Reliefkunst und verbindet und steigert sie zu neuartigen phantastischen Gebilden. Das Außergewöhnliche und unverwechselbar Individuelle überwiegt in seinem Werk gegenüber konventionellen Arbeiten. Nach O. v. Falke erscheint J. als Gegenpart des älteren Hans Petzolt, dessen retrospektive Kunstweise sich um 1600 zur Neugotik entwickelt, während J. „im Sinn seiner ital. Lehrzeit dem Roll- und Schweifwerk und den Grotesken der Renaissance neue Reize abzugewinnen sucht. Das war der Weg vorwärts ins Barock, dessen Grenze er, als der Erste unter den deutschen Goldschmieden, schon 1610 mit seinem Neuen Grotteskenbuche erreichte, in dem sich die Erweichung des Rollwerkgerüstes und die Wandlung der Schweifungen in die Knorpelformen vollzieht“ (v. Falke). Eine eingehende biographische Untersuchung sowie eine stilgeschichtliche Behandlung seines Oeuvres und seines Nachwirkens stehen noch aus.

  • Werke

    Weitere W Schrr.: Neuw Grotteßken Buch, inventirt gradirt u. verlegt Durch Ch. J., 1610, Nachdr., eingel. v. H. G. Franz, 1966.

  • Literatur

    ADB 13;
    E. Kris, Goldschmiedearbb. d. MA, d. Renaissance u. d. Barock, I: Arbb. in Gold u. Silber, 1932, S. 54-57;
    O. v. Falke, Aus d. Jamnitzerkreis I, in: Pantheon, 1937;
    K. Pechstein, Eine unbek. Entwurfskizze f. e. Goldschmiedeplastik v. Ch. J., in: Zs. f. Kunstgesch. 31, 1968; s. a. L z. Gesamtfam.

  • Portraits

    Gem. v. L. Strauch (Nürnberg, German. Nat.-mus.).

  • Autor/in

    Klaus Pechstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Pechstein, Klaus, "Jamnitzer, Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 328 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118711687.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA