Lebensdaten
1856 – 1911
Geburtsort
Wildon (Steiermark)
Sterbeort
Caldas (Minas Geraes, Brasilien)
Beruf/Funktion
Mineraloge ; Petrograph ; Geologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117072281 | OGND | VIAF: 74619840
Namensvarianten
  • Hussak, Eugen

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Zitierweise

Hussak, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117072281.html [04.12.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Baptist (1814–87), seit 1837 Verwalter d. Stiftsherrschaft Rohr b. Wildon u. k.k. Bez.vorsteher, zuletzt Oberlandesgerichtsrat in Graz, S d. k.k. Leutnants Joh. Baptist u. d. Regina Rieger;
    M Theresia (* 1816), T d. Fleischhauermeisters Ignaz Dewagner in Graz u. d. Maria Dirnbeck;
    B Hans (1848–1923), Statthaltereirat in Graz;
    - São Paulo 1902 Hermine Hennies (1871–1952);
    1 S, 2 T;
    N Albert (1878–1962), Berghauptm. in St. Pölten, Hans (* 1881), Landesbaudir. in Innsbruck.

  • Biographie

    H. studierte seit 1874 Naturwissenschaften, vor allem Mineralogie und Geologie, an den Universitäten Graz, Wien und in Leipzig, wo er 1878 bei F. Zirkel promovierte. Anschließend war er Assistent bei C. Doelter in Graz und zugleich seit 1882 Privatdozent in Graz und Volontär bei der k.k. Geologischen Reichsanstalt, danach 1885-88 Assistent von H. Laspeyres in Kiel und Bonn. 1888 ging er mit Jordano da Costa Machado auf dessen Plantage nach Brasilien, wurde bald von Kaiser Dom Pedro II. mit Vorlesungen für Prinz Dom Pedro Augusto von Sachsen-Coburg beauftragt und nach der Revolution 1889 von Orville A. Derby in die Commissão geographica e geologica von São Paulo berufen. Von hier aus bereiste er das Ribeiratal und Paraná, dann Goyaz (1882), wo er an Beriberi erkrankte. Nach einer Erholungsreise nach Europa erforschte er den Staat Bahia, vor allem das San Francisco-Stromgebiet. Nach erneuter Erkrankung und 8monatigem Kuraufenthalt in Bonn und Meran besuchte er vor allem Espirito Santo und 1902-04 Minas Geraes. 1908 wurde er in den Serviço Geologico in Rio de Janeiro berufen. Als ein 3. Europabesuch seine Lähmung nicht besserte, begab er sich zu den Thermen von Caldas, wo er 1911 starb. Seine Mineraliensammlung und seine Bibliothek übernahm Serviço Geologico in Rio de Janeiro. H., der bis 1887 bereits 21 Arbeiten über Eruptivgesteine der Eifel, der Steiermark, der Slowakei und des Banats publiziert hatte, führte in Brasilien die modernen mineralogischen und petrographischen Untersuchungsmethoden ein und machte mit Derby und dem Chemiker Florence São Paulo zum Mittelpunkt der geologischen Erforschung Brasiliens. Er beschrieb (z. T. gemeinsam mit G. T. Prior) die neuen Mineralien Zirkelit, Lewisit, Tripuhyit, Derbylith, Senait, Florencit, Chalmersit, Harttit und Gorceixit; seinen „Brazilit“ (1892) identifizierte er 1895 mit Baddeleyit, den von J. Breitinger 1902 nach ihm benannten „Hussakit“ 1907 mit Xenotim und z. T. Zirkon. Lagerstättenkundlich bedeutsam wurden seine Untersuchungen der Goldvorkommen von Passagem (1898 u. 1904), Morro Velho (1902 u. 1906) usw., der Manganerzlagerstätten von Miguel Burnier (1906) und Queluz (1905/06) und der Platin- und Palladiumvorkommen Brasiliens (1904 u. 1906). Bei den „Favas“ der Diamantsande wies er 1898 und 1906 Titanoxid, Zirkonoxid- und Phosphat-Favas nach. Diese „Satelliten“ waren Ausgangspunkt seiner Forschungen über die Muttergesteine der brasilian. Diamanten. Er fand viele wirtschaftlich wichtige Mineralien auf, so die Zirkonoxide von Caldas, Platin in Minas Geraes, Diamant und Korund in São Paulo, Korund in Uruguay. Alle Eruptivgesteine, besonders Leucitgesteine (1892 u. 1900), fanden sein Interesse. Sein Nachweis von Nephrit in Brasilien (1904) erledigte die Frage eines Importes der brasilian. Nephritartefakte aus Asien.

  • Werke

    u. a. Die basalt. Laven d. Eifel, in: SB d. Ak. d. Wiss. Wien 77, I, 1878, S. 330-66;
    Btrr. z. Kenntnis d. Eruptivgesteine d. Umgegend v. Schemnitz, ebd. 82, I, 1880 (1881), S. 164-231;
    Über d. Cordierit in vulkan. Auswürflingen, ebd. 87, I, 1883, S. 332-60;
    Über d. Vorkommen v. Palladium u. Platin in Brasilien, ebd. 113, I, 1904, S. 379-466;
    Anleitung z. Bestimmen d. gesteinsbildenden Mineralien, 1885 (engl. v. E. G. Smith 1886, ²1895);
    Katechismus d. Mineral., ⁴1888, ⁶1901;
    Repetitorium d. Mineral, u. Petrogr., 1890 (mit G. Woitschach);
    Über d. Diamantlager im Westen d. Staates Minas Geraes u. d. angrenzenden Staaten São Paulo u. Goyaz, Brasilien, in: Zs. f. prakt. Geol. 14, 1906, S. 318-33;
    Über d. sog. „Phosphat-Favas“ d. diamantführenden Sande Brasiliens, in: Tschermak's Mineralog. u. Petrogr. Mitt. NF 25, 1906, S. 335-44;
    Os Satellites do Diamante, 1917.

  • Literatur

    H. v. Ihering, in: Revista do Museu Paulista 9, 1914, S. 25-54 (portugies. u. dt., W, P);
    A. D. Gonsalves, Bibliogr. da Geol., Mineral, e Paleontol. do Brasil, in: Serviço Geol. e Mineral do Brasil, Boletim 27, 1928, S. 100-03 (W ab 1889);
    B. v. Freyberg, Ergebnisse geolog. Forschungen in Minas Geraes, 1932;
    ders., Die Bodenschätze d. Staates Minas Geraes, 1934;
    E. Krajizek, in: Mitt.bl. d. Abt. f. Mineral, am Landesmus. Joanneum Graz, 1956, H. 2, S. 66;
    Ministério da Agricultura, Departamento Nacional da Produção Mineral, Divisão de Geologia e Mineralogia, Relatório anual do Director, 1956, S. 5-16 (P);
    Pogg. III, IV. -
    Eigene Archivsrud.

  • Autor/in

    Walther Fischer
  • Zitierweise

    Fischer, Walther, "Hussak, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 85-86 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117072281.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA