Lebensdaten
1859 bis 1919
Geburtsort
Hildesheim
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 119045141 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hurwitz, Adolf
  • Furuvittsu, F.
  • Gurvic, A.
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Zitierweise

Hurwitz, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119045141.html [23.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Salomon (1813–85), Fabr., S d. Jakob Isaak u. d. Elise Blumenthal;
    M Elise (1822–62), T d. Bankiers Moses Heinemann Wertheimer ( 1851) in Hannover u. d. Sara Abraham;
    Om Adolph Wertheimer, Bankier;
    - Ida Samuel;
    3 K.

  • Leben

    H.s hervorragende mathematische Begabung zeigte sich schon am Realgymnasium Andreanum in Hildesheim, als er 1876 zusammen mit seinem Lehrer H. Schubert eine erste wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der abzählenden Geometrie veröffentlichte. Während des Studiums, 1877–81, lernte er in München und Leipzig die geometrische Schule Felix Kleins und in Berlin die algebraisch-analytische Schule von Weierstrass und Kronecker gründlich kennen. Von den akademischen Lehrern übte Klein, mit dem ihn bald ein enger persönlicher Umgang verband, den nachhaltigsten Einfluß auf ihn aus. H. wurde bei ihm 1881 mit einer Arbeit über elliptische Modulfunktionen promoviert, und zahlreiche weitere Beiträge zur Funktionstheorie sind auf K.s Anregungen hin entstanden. Dieser machte ihn vor allem mit den neuartigen Ideen Riemanns vertraut, woraus H. für seine gesamte spätere wissenschaftliche Tätigkeit größten Nutzen ziehen konnte. Zwei Jahre nach der Habilitation (1882, Göttingen) wurde H. auf Vorschlag Lindemanns nach Königsberg als ao. Professor berufen. 1892 übernahm er als Nachfolger von Frobenius eine o. Professur an der ETH, die er 27 Jahre innehatte. H.s besonderes zahlentheoretisches Talent wird vor allem durch seine Arbeiten aus der Königsberger Zeit ausgewiesen; sie umfassen neben funktionentheoretischen Abhandlungen auch solche zu den Klassenanzahlrelationen, zu algebraischen Fragen mittels funktionentheoretischer Methoden und zur Theorie der arithmetischen Kettenbrüche. Der Bereich seiner schöpferischen Tätigkeit, den er auch in Zürich beständig erweiterte, umfaßte schließlich alle Gebiete der reinen Mathematik. – H. war einer der führenden Mathematiker seiner Zeit, er gehörte zugleich zu den hervorragenden und erfolgreichsten Universitätsdozenten seines Faches. Er führte ein zurückgezogenes, bescheidenes Gelehrtenleben. Trotz schwacher Gesundheit infolge einer langjährigen Krankheit veröffentlichte H. rund hundert, durch besondere Klarheit und Eleganz ausgezeichnete Arbeiten, die er einordnet in die vier Gruppen Funktionentheorie (43), Zahlentheorie (34), Algebra (12) und Geometrie (8).|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ges. d. Wiss. Göttingen (1892); Ehrenmitgl. d. math. Ges. v. Hamburg, Charkow u. London.

  • Werke

    Vollst. W-Verz. v. F. Rudio, In: Vj.schr. d. Naturforsch. Ges. Zürich 65, 1920, S. 616-19, wieder in: Math. Ann. 83, 1921, S. 169-72;
    Bis auf 1 Arb. sind diese ges. in: Math. Werke v. A. H., hrsg. v. d. Abt. f. Math. u. Physik d. ETH in Zürich, 2 Bde., 1932 f. (P in I;
    zusätzl. aufgenommen sind hier 2 kleinere u. 3 postume Arbb.;
    Nachdr. 1962 f.);
    hinzukommen: Vorlesungen üb. d. Zahlentheorie d. Quaternionen, 1919;
    Vorlesungen üb. allg. Funktionentheorie u. ellipt. Funktionen, hrsg. v. R. Courant, 1922, 31929.

  • Literatur

    E. Meissner, in: Vj.schr. d. Nalurforsch. Ges. Zürich 64, 1919, S. 855-57, wieder in: Math. Werke v. A. H. I, 1932, S. XXI-XXIV;
    A. Stern, in: Vj.schr. d. Naturforsch. Ges. Zürich 64, 1919, S. 857 ff.;
    F. Rudio, bed., S. 859-61;
    D. Hilbert in: Nachrr. d. Kgl. Ges. d. Wiss. Göttingen, Geschäftl. Mitt., 1920, S. 75-83, wieder in: Math. Ann. 83, 1921, S. 161-68, u. in: Math. Werke v. A. H. I, 1932, S. XIII-XX, u. in: D. Hubert, Ges. Abhh. III, 1935, S. 370-77;
    W. H. Young, in: Proceedings of the London Math. Society, 2. Series, 20, 1922, S. XLVIII-LIV;
    G. Polya, Über d. hs. Nachlaß [v. A. H.], in: Math. Werke v. A. H. II, 1933, S. 752 f. leicht gekürzt wieder in: Die math. Tagebücher u. d. übrige hs. Nachlaß v. A. H., Kat., ETH Zürich, Schr.-R. d. Bibl. 14, 1972, S. 6 f. (P; mit ausgezeichneten Übersichten z. Biogr.)
    ;
    Pogg. III-VI.

  • Autor/in

    Eberhard Knobloch
  • Empfohlene Zitierweise

    Knobloch, Eberhard, "Hurwitz, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 80 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119045141.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA