Lebensdaten
1828 bis 1902
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Sibyllenort (Kreis Oels)
Beruf/Funktion
König von Sachsen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119193132 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Albert von Sachsen
  • Albert
  • Albert von Sachsen
  • mehr

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Zitierweise

Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119193132.html [22.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V König Johann von Sachsen;
    M Prinzessin Amalie Auguste, T König Maximilian I. Josephs von Bayern;
    5.8.1853 Karoline, Prinzessin von Holstein-Gottorf-Wasa.

  • Leben

    Unter den Monarchen auf dem sächsischen Thron gebührt A. eine besondere Stellung. Dem jungen Prinzen A. und seinem Bruder Georg wurde eine gründliche Ausbildung zuteil, wobei A. bald besonderes Interesse für alle militärischen Dinge an den Tag legte. Als erster Prinz des albertinischen Hauses besuchte er die Universität Bonn, gleichzeitig mit dem späteren Großherzog Friedrich von Baden, wo er bis kurz nach dem Ausbruch der französischen Revolution von 1848 verweilte. Dann begannen die Jahre seiner militärischen Bewährung, zunächst auf dem schleswig-holsteinischen Kriegsschauplatz 1849, wo er sich beim Sturm auf die Düppeler Schanzen am 13. April persönlich auszeichnete. In Moltkes militärischen Erinnerungen wird seiner anerkennend gedacht. Für seine politische Haltung wurde die Freundschaft mit Kaiser Franz Joseph entscheidend. Von nun an neigte A. gefühlsmäßig zu einem engeren Anschluß Sachsens an Österreich. - Der jähe Tod König Friedrich Augusts II. 1854 machte A.s Vater, den Prinzen Johann, zum König und ihn selbst zum Kronprinzen. Er erhielt den Vorsitz im Staatsrat und beteiligte sich bei der Ausarbeitung von Gesetzentwürfen. Seine Hauptsorge galt dem weiteren Ausbau der sächsischen Armee. Die Kämpfe von 1864 und 1866 stellten den Kronprinzen vor ernste Aufgaben. Sachsens geographisch unglückliche Lage führte zu einem politischen und militärischen Zusammengehen Sachsens mit Österreich. Dabei unterschätzte A. in keiner Weise die Kriegstüchtigkeit Preußens. Nachdem ihm sein Vater 1866 die Mobilmachung und den Aufmarsch der sächsischen Armee an der Seite Österreichs übertragen hatte, äußerte er sich über die militärischen Aussichten wenig zuversichtlich. Der Sieg Preußens und die Neugestaltung der Bundesverhältnisse ließen bei König Johann wie beim Kronprinzen die Überzeugung reifen, daß Sachsen sich vorbehaltlos an den Norddeutschen Bund anschließen müsse. Nur auf diese Art konnte|die sächsische Souveränität in die Zukunft hinübergerettet werden, zumal die Bismarcksche Politik anfangs entschlossen schien, Sachsen ganz einzuverleiben. Eine preußisch-sächsische Militärkonvention faßte die sächsischen Truppen hinfort als XII. Korps der norddeutschen Bundesarmee zusammen, und der Kronprinz erhielt ihren Oberbefehl als Kommandierender General. Nach dem erfolgreichen Anteil der sächsischen Truppen an der Schlacht von Gravelotte-St. Privat wurde A. das Kommando über die neugebildete Maasarmee übertragen, mit der er im Feldzuge von Sedan ebenso wie bei den weiteren Kämpfen hohen Ruhm errang. Er erhielt das Großkreuz des Eisernen Kreuzes und wurde zum Generalfeldmarschall der preußischen Armee ernannt. Am 29.10.1873 verstarb König Johann. Sein Sohn trat, „erprobt in Rat und Tat und mit allgemeiner Sympathie begrüßt“, die Regierung an. Fast 29 Jahre erfolgreichen inneren Aufbaus seines Staates waren ihm vergönnt. Der deutsche Bundesfürst seiner Zeit war in doppelter Hinsicht in seiner Wirkungsmacht begrenzt: nach innen durch die Verfassung, nach außen durch das Reich. Damit hängt zusammen, daß der König A. trotz seiner langen und segensreichen Regierungszeit blasser wirkt als der Kronprinz. Aus dem einstigen Preußenfeind war ein treuer Reichsfürst geworden; er achtete immer sorgfältig auf den Anschluß Sachsens an das Reich, und im Rat der deutschen Fürsten galten sein Wort und seine Haltung viel. Auch im Innern war er darauf bedacht, loyal die ihm gesetzten Schranken einzuhalten. In der Auswahl der Minister bewies er eine glückliche Hand. So hat er seinen vollen Anteil am Fortschritt seines Landes und brachte die monarchische Staatsform gerade in ihrer konstitutionellen Ausprägung zu hohen Ehren.

  • Literatur

    P. v. Hassel, Aus d. Leben d. Kg.s A. v. S., 2 Bde., 1898-1900 (P);
    O. Kaemmel, A. v. S., in: BJ VII, S. 3-16 (L, Totenliste 1902);
    Joh. Georg Hzg. zu Sachsen. Kg. A. v. S., 1922;
    R. Kötzschke-H. Kretzschmar. Sächs. Gesch. II, 1935;
    E. v. Koerner, Kg. A. v. S., 1936;
    H. v. Metzsch. A. v. S., in: Dt. Soldaten. Bildnisse u. Lebensbeschreibungen, 1943;
    Priesdorff VII. S. 110-15 (P);
    H. Kretzschmar. Das sächs. Königtum im 19. Jh., Ein Btr. z. Typologie d. Monarchie in Dtld., in: HZ 170, 1950, S. 457-93.

  • Portraits

    Zeichnung v. K. Meditz (Staatl. Kupf. Kab. Dresden);
    s. a. Singer I, 1937.

  • Autor/in

    Bernhard Schwertfeger
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwertfeger, Bernhard, "Albert" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 131-132 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119193132.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA