Lebensdaten
1814 bis 1880
Geburtsort
Fulnek (Nordmähren)
Sterbeort
Neutitschein (Nordmähren)
Beruf/Funktion
Hutfabrikant in Neutitschein
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137645147 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hückel, Johann

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Zitierweise

Hückel, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137645147.html [18.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Die Familie kam 1638 nach Fulnek;
    V Augustin (1786–1848), Hutmachermeister in F., zog 1811 in d. 20 km entfernte N., wo er e. freigewordene Meisterstelle übernehmen konnte, S d. Hutmachers Josef in F. u. d. Elisabeth Gold;
    M N. N.;
    Ov Johann ( 1835), siedelte sich als erster d. Fam. 1799 in N. an u. wurde als Meister in d. dortige Hutmacherzunft aufgenommen;
    - Josephine N. N. (1815–86);
    3 S August (1838–1917), Johann (1843–1917), Karl (1850–1919) k. u. k. Hofhutfabrikanten, führten d. Unternehmen in d. 2. Generation fort;
    E Fritz (* 1885), auch Konstrukteur v. Kleinautos u. Rennfahrer, leitete nach 1945 d. Übersiedlung d. Firma nach Weilheim/Obb.;
    Ur-E Fritz A. (* 1910) u. Peter (* 1912) begründeten dort ihren Neuaufstieg.

  • Leben

    H. wuchs früh in das Hutmachergewerbe hinein, an dem alle Familienmitglieder durch Herstellung oder Verkauf der Ware beteiligt waren. 1835 erwarb er das Meisterrecht in der 7 Meister zählenden Neutitscheiner Innung und übernahm im gleichen Jahr den Betrieb seines Onkels Johann, als dieser starb. 1848 übernahm er auch den seines Vaters. Die Hutfertigung erfolgte damals noch völlig von Hand, der Absatz überwiegend im Ort selbst und auf Märkten. Daneben war der Versand geringfügig. H. war sehr auf die technische Verbesserung der Produktion bedacht. Er schickte seine Söhne zu verschiedenen Hutfabriken des In- und Auslandes, um Aufschluß über deren Betrieb zu gewinnen. Nach ihrem Bericht beschloß er, die Arbeitsvorgänge zu mechanisieren. 1865 errichtete er in Neutitschein eine mechanische Hutfabrik, die zugleich die erste in Österreich war. Eine dreipferdige Dampfmaschine und etliche Arbeitsmaschinen wurden aufgestellt, die sich indessen schon bald als unzureichend erwiesen.

    1868 übertrug H. die Fabrik auf seine 3 Söhne, die ihr den Namen „Hutfabrik J. H.s Söhne“ gaben und in den folgenden Jahren den Betrieb weiter ausdehnten und modernisierten, wobei H. sie noch ein Jahrzehnt lang beriet. Besonders in den Gründerjahren war der Aufschwung erheblich. Ein Teil der Produktion wurde exportiert, unter anderem nach Südamerika. Besonders bekannt war die Firma für ihre Velourhüte. Der schwarze Juden-Velourhut wurde in Osteuropa verbreitet „Hückel“ genannt. 1913 beschäftigte man 2000 Arbeiter und stellte täglich etwa 5000 Hüte her. Nach dem 1. Weltkrieg kam Neutitschein zur Tschechoslowakei. Exporte, besonders nach Deutschland, England und den USA, machten nun bis zu 70% der Produktion aus. Zweigwerke entstanden in Ratibor und Skoczow bei Bielitz. Ende der 30er Jahre wurden nahezu 3000 Arbeiter beschäftigt. Der 2. Weltkrieg führte zum Verlust aller 3 Werke. Die Firma siedelte nach Weilheim/Obb. über. Als Familien-KG und dann als Offene Handelsgesellschaft organisiert, hat sie inzwischen wieder einen beachtlichen Anteil an der Belieferung des deutschen Marktes erreicht.

  • Literatur

    Österr. Großindustrie IV, 1900, S. 439-47;
    J. Hückels Söhne, K. u. K. Hof-Hutfabrikanten, Neutitschein-Wien, 1799–1909, 1909 (P);
    Die Hückelsche Hutfabrik, in: Kuhländer Heimatkal. 1961;
    Weilheimer Ztg. v. 27.6.1965. |

  • Quellen

    Qu.: F. A. Hückel, Hückel-Biographie (ungedr. Ms.); Angaben d. Fam.

  • Autor/in

    Georg Hyckel
  • Empfohlene Zitierweise

    Hyckel, Georg, "Hückel, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 726-727 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137645147.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA