Lebensdaten
1668 bis 1748
Geburtsort
Basel
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 124165125 | OGND | VIAF: 56881212
Namensvarianten
  • Huber, Johann Rudolf
  • Huber, Johann Rudolph
  • Huber, Johann Rudolf der Ältere
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Zitierweise

Huber, Johann Rudolf der Ältere, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124165125.html [30.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Fam. d. „Ravensburger Huber“ (1504 in B. eingewandert);
    V Alexander (1625–1700), Gastwirt in B., S d. Gastwirts u. Ratsherrn Joh. Rudolf in B. u. d. Ursula Peyer;
    M Katharina (1634–86), T d. Münzmeisters Jakob Schultheiß in B. u. d. Ursula Brandmüller;
    Urur-Gvv Johannes (1506–71), Prof. d. Med. in B.;
    Ur-Gvv Hans Rudolf (1545–1601). Bgm. v. B.;
    - Basel Katharina Fäsch;
    1 S Alexander (jung †), Maler (s. L), 1 T ( Ulrich Schellenberg, 1709–95, Maler u. Stecher in Winterthur, s. L);
    N Joh. Rudolf d. J. ( 1799), Maler in B. (s. L);
    E Joh. Rudolf Schellenberg (1740–1806), Maler, Radierer, Schriftsteller (s. L).

  • Leben

    H. machte seine Lehre bei Kaspar Meyer in Basel und bei Joseph Werner in Bern. 1687 begab er sich auf eine ausgedehnte Italienfahrt, die ihn nach Mailand, Mantua, Parma, Piacenza, Bologna, Venedig, Florenz und Rom führte. In Venedig hielt er sich längere Zeit auf, und in Rom studierte er unter Maratta an der Akademie. Er kopierte fleißig nach Antiken und nach Gemälden des 16. Jahrhunderts Über Lyon und Paris kehrte er nach Basel zurück, wo er 1694 in den Großen Rat gewählt wurde. Da H. im puritanischen Basel nur ungenügende Beschäftigung fand, ließ er sich 1702 im aristokratischen Bern nieder, wo er als Porträtist viele Aufträge erhielt. Im Herbst, zur Zeit der Messe, begab er sich regelmäßig nach Basel und arbeitete hier während eines Vierteljahres. Oft weilte er in Süddeutschland, wo er vor allem Aufträge für die Residenzen des Markgrafen von Baden und des Herzogs von Württemberg ausführte. 1738 kehrte er in seine Vaterstadt zurück.

    H. ist einer der fruchtbarsten Hochbarockmaler der deutschen Schweiz. Seine Kunst geht auf Anregungen der großen Hochrenaissancemeister Italiens sowie der am Hof Ludwigs XIV. wirkenden Maler Charles Le Brun und Pierre Mignard zurück. Seine Werke sind dekorativ, effektvoll und zeichnen sich durch einen warmbraunen Gesamtton aus. H. arbeitete leicht, und sein Oeuvre soll zwölftausend Werke umfaßt haben. Er malte Einzel- und Gruppenbildnisse, Veduten, historische und mythologische Kompositionen. Neben großformatigen Dekorationsstücken schuf er Guaschen, Zeichnungen und Miniaturen. Werke H.s befinden sich in den Kunstmuseen von Basel, Bern und Winterthur, wo ein eigenhändiges Verzeichnis seiner Bildnisse aufbewahrt wird. Er war auch als Kunsthändler tätig.

  • Literatur

    ADB 13;
    J. C. Füßli, Gesch. u. Abb. d. besten Mahler in d. Schweiz, 2. T., 1756, S. 212 ff.;
    SKL II, IV, Suppl.;
    ThB (auch f. Fam., L);
    HBLS (auch f. Fam.).

  • Autor/in

    Hansjakob Diggelmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Diggelmann, Hansjakob, "Huber, Johann Rudolf der Ältere" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 696 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124165125.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Huber: Joh. Rudolph H., geb. 1668 als Sohn eines Wirths zu Basel, erlernte die Malerei bei Kaspar Meyer daselbst und nach dessen Tod bei Joseph Werner in Bern. In seinem 19. Jahre reiste er nach Italien, wo er 6 Jahre dem Studium seiner Kunst oblag. Venedig fesselte ihn am längsten; auch gelang es ihm, sich die coloristischen Vorzüge jener Schule in ziemlichem Grad anzueignen. In Rom besuchte er die Akademie des Carlo Maratta. Mit so gründlicher Fachkenntniß ausgerüstet, kehrte er 1693 in seine Vaterstadt zurück. Ein großes Bild, die Familie des Markgrafen Friedrich von Baden-Durlach darstellend, machte den Künstler in fürstlichen Kreisen bekannt, und verschaffte ihm 1696 die Ernennung zum Hofmaler des Herzogs von Württemberg. Jedoch legte er diese Stolle nach vierjähriger rastloser Arbeit, von welcher zahlreiche Deckenbilder und Oelgemälde historischen und allegorischen Inhalts zeugen, wieder nieder und kehrte nach Basel zurück, wo er von dem ihm sehr gewogenen Markgrafen mit der Aussicht über den Bau seines dortigen Palastes und über den oberen Theil der Markgrafschaft, mit guter Jahresbesoldung, betraut wurde. Nebenbei verbreitete sich sein Ruf als Porträtmaler so sehr, daß er den zahlreichen Aufträgen, die ihn bald hierhin, bald dorthin, namentlich an süddeutsche Höfe, riefen, kaum mehr genügen konnte und sich aufs Schnellmalen verlegte, worin er eine seltene Virtuosität erlangte. Unter den 5000 Bildnissen, die er gemalt haben soll, befanden sich viele von regierenden Fürsten und anderen Personen der höchsten Stände. Selbst Joseph I., damals noch römischer König, ließ sich|in Heidelberg von ihm malen. — Von 1704—36 bewohnte er Bern, dann aber kehrte er nach seiner Vaterstadt zurück und wurde noch in seinem 72. Jahre in deren Rath gewählt. Er starb 80jährig im Februar 1748. Mehrere der besten Kupferstecher seiner Zeit, wie B. Audran, Cl. Drevot, Houbraken, G. F. Schmidt etc., haben nach ihm gestochen.

  • Autor/in

    His.
  • Empfohlene Zitierweise

    His, Eduard, "Huber, Johann Rudolf der Ältere" in: Allgemeine Deutsche Biographie 13 (1881), S. 231-232 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124165125.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA