Lebensdaten
1799 - 1858
Geburtsort
Hildesheim
Sterbeort
bei Celle
Beruf/Funktion
Bankier ; Unternehmer
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118707221 | OGND | VIAF: 54943009
Namensvarianten
  • Hostmann, Carl
  • Hostmann, Karl

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Hostmann, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118707221.html [17.01.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Frdr. Andreas (1748–1809), 1. Stadtsyndikus v. H., Distriktsnotar u. Präs. d. Notariatskammer, S d. Chrstn. Conrad ( 1781), Bgm. v. H., u. d. Maria Bleckmann;
    M Sophia Catharina, T d. Forstassessors Joh. Heinr. Sinn in Wernigerode u. d. Maria Magd. Herzer;
    Halb-B Christian (1801–73), Kaufm., Bankier, Bes. d. Farbenfabrik Christian Hostmann in C. (s. L);
    - Celle 1825 Joh. Cath. Maria (1802–78), T d. Kaufm. (Tabakfabr.) Joh. Heinr. Habich (1765–1835) in C. u. d. Cath. Dorothea Vieth;
    6 S, 3 T, u. a. Ernst (1828–1909), Dir. d. Hüttenges., N. N. ( Friedrich Meyersburg, Obergerichtsanwalt, Aufsichtsratsmitgl. d. Ilseder Hütte, Konkursverwalter d. Nachlasses H.s), Anna ( 2] Carl Haarmann, 1823–84, Obergerichtsanwalt in C, Neubegr. d. Ilseder Hütte, s. L);
    N Christian (1829–89), Archäologe, Vorgeschichtsforscher, Mitarbeiter Schliemanns, Hrsg. v. „Der Urnenfriedhof b. Darzau“ (1874) (s. L);
    Groß-N Georg (1870–1958), Inh. d. Farbenfabrik in C., baute sie mit s. Schwager Ernst Steinberg (1873–1950) zu e. Großunternehmen aus (s. L).

  • Leben

    H., seit 1823 als Kaufmann in Celle nachweisbar, übernahm zusammen mit seinem Halbbruder Christian ein Wechselgeschäft und baute es zu einer Privatbank aus. Er hat sich daneben an den verschiedenartigsten Geschäften beteiligt, zum Beispiel 1855/56 an der Düsseldorfer Bergwerk AG Hostmann u. Co. 1847 war er mit dem Minister Lohse Vertreter Hannovers auf der Konferenz in Leipzig zur Vereinheitlichung des Wechselrechts. 1855 unterzeichnete er zusammen mit K. Karmarsch den Aufruf zur Beteiligung an dem Hannov. Aktien-Verein für Flachsbearbeitung. Wohl durch Hurtzig auf die Erzvorkommen südlich von Peine aufmerksam gemacht, faßte er den Entschluß, diese abzubauen. Zu diesem Zweck gründete er Ende 1856 die Berg- und Hüttengesellschaft AG zu Peine. Diese Eisenerze sollten in unmittelbarer Nähe der Lagerstätten, in Groß-Ilsede, verhüttet werden. Egestorffs und Roemers zum Teil begründete Bedenken gegen das Hüttenprojekt, vor allem wegen der angeblich abbaufähigen, in Wahrheit aber nicht verwendbaren Kohle in der Nähe der Erzlager, ließen den anfänglich regen Aktienverkauf zum Erliegen kommen (insgesamt wurden etwa 334 000 Taler einbezahlt). Dies führte zu finanziellen Schwierigkeiten bei der Durchführung des Baues von Werksanlagen und bei der Bezahlung von Arbeitern und Angestellten und schließlich im Januar 1858 zum Bankrott. Wenige Tage später beging H. Selbstmord. Es ist nicht eindeutig zu entscheiden, ob H. durch eigene Leichtfertigkeit, Arglosigkeit oder gar bewußte Täuschung diese Schwierigkeiten selbst herbeigeführt hat; hinzu kommt, daß gerade damals die große Wirtschaftskrise ausbrach. Weder der hannoverische Staat, noch Banken oder Privatleute waren bereit, H. Kredite einzuräumen.

    Hurtzig und vor allem H.s tatkräftigem Schwiegersohn Haarmann ist es in den folgenden Jahren durch Neugründung der Aktiengesellschaft gelungen, das Hüttenwerk Groß-Ilsede zu sanieren und auszubauen. Sie haben damit gezeigt, daß H.s Pläne realisierbar waren. Ungewöhnlich an diesen Plänen und ihrer Durchführung in damaliger Zeit war, daß das Hüttenwerk in der Nähe der Erzlager auf dem Lande, weitab von einer größeren Stadt und, wie sich dann herausstellte, von der Kohle errichtet wurde und daß H. einen großen Teil des Kapitalbedarfs der Aktiengesellschaft durch Aktionäre aus dem agrarischen Königreich Hannover aufbringen konnte und weit über die Hälfte der Aktionäre in Kreisen gewann, die nichts mit Handel und Industrie zu tun hatten (33% stammen aus der bäuerlichen Bevölkerung, zum größten Teil aus der Umgebung von Celle und Hannover). Die Familien der Gründungsaktionäre blieben, trotz der Katastrophe von 1858, häufig bis 1970 (Vereinigung der Ilseder Hütte mit den Werken in Salzgitter) der Hütte treu. Durch diese Aktionärsgruppe konnte die Hüttenleitung, besonders in den ersten schwierigen Jahren, mit einer starken, nicht wechselnden konservativen Mehrheit unter den Aktionären rechnen und war in ihren Planungen und Entschlüssen nicht von zufälligen Mehrheiten von Aktionären abhängig, denen es auf Spekulationsgewinn ankam.

  • Literatur

    J. Studtmann, C. H., 1953;
    W. Treue, Die Gesch. d. Ilseder Hütte, 1960 (auch f. C. Haarmann);
    A. Lefèvre, Der Btr. d. hannov. Industrie z. techn. Fortschritt, in: Hannov. Gesch.bl. NF 24, 1970 (auch f. B Christian). - Zu B Christian u. Groß-N Georg: E.-H. Steinberg, Die graph. Farbenindustrie in Dtld., Diss. Würzburg 1925;
    - zu N Christian: H. Gummel, in: Niedersächs. Lb. II, 1954 (W, L, P).

  • Autor/in

    Hans Jürgen Rieckenberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Rieckenberg, Hans Jürgen, "Hostmann, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 654-655 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118707221.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA