Lebensdaten
1870 bis 1907
Geburtsort
Nieder-Olm bei Mainz
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Lyriker ; Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118834142 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Holzamer, Wilhelm

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Zitierweise

Holzamer, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118834142.html [06.04.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1842–1923), Sattler, S d. Lehrers Andreas in N. u. d. Barbara Mayr;
    M Katharina (1840–91), T d. Jakob Mayer in N. u. d. Elisabeth Ruart; Verwandter Johannes (1828–1903), Regens d. Priesterseminars in M. (s. BJ VIII);
    - 1893 Marie (* 1870), T d. Kaufm. Jakob Hamel in Heppenheim u. d. Maria Barbara Becht;
    3 S, 4 T;
    N Karl (* 1906), Prof. d. Philos., Intendant d. 2. Dt. Fernsehens.

  • Leben

    H. besuchte die Realschule in Mainz, dann das Lehrerseminar in Bensheim an der Bergstraße und wurde 1889 Lehrer in Heppenheim. Großherzog Ernst Ludwig berief ihn nach Darmstadt, wo er ihm 1901 die Leitung der „Darmstädter Spiele“ und seiner Kabinettsbibliothek übertrug. 1902-05 lebte H. in Paris, seit 1905 in Berlin.

    H. ist als Lyriker und Erzähler, nur am Rande als Dramatiker hervorgetreten. Seine Lyrik „Zum Licht!“ (1897) zeigt ihn von C. F. Meyer und Gustav Falke beeinflußt. Als Erzähler beginnt er mit Skizzen und novellistischer Prosa (Auf staubigen Straßen,|1898; Im Dorf und Draußen, 1901). Schon der Titel der 2. Sammlung verrät, daß der Dichter aus der heimatlichen Umwelt heraus will und ins Ewigmenschliche zielt. Über die schlichte Heimatgeschichte vom Schneider „Peter Nockler“ (1902) und die Frauenromane „Inge“ (1903) und „Ellida Solstratten“ (1904) gelangt H. zu seinen reifsten Leistungen: den Romanen „Vor Jahr und Tag“ (1908) und „Der Entgleiste“ (1910). Im ersten läßt er an einem Frauenschicksal die geschichtlichen Ereignisse seiner hessischen Heimat von 1866 und 1870 lebendig werden: den Übergang von einer beschaulichen Zeit zu den Daseinsnotwendigkeiten der industrialisierten Welt, an dem die zartbesaiteten Naturen am meisten leiden. Der 2. Roman, ein Bekenntnisbuch mit autobiographischen Zügen, führt seinen Helden aus der bürgerlichen Enge seiner Herkunft durch menschliche Wirrnisse in die Weltstadt Paris, von wo er als Leidgereifter und Geläuterter in die rheinhessische Heimat zurückkehrt. – H. strebt aus der Milieubefangenheit des Impressionismus und aus der Fin-de-siècle-Stimmung seiner Generation zu einem Realismus der Innerlichkeit, in dem sich schon Züge des Expressionismus ankündigen. Auch als Literaturkritiker hat sich H. versucht („Im Wandern und Werden“, 1905).

  • Werke

    Weitere W Lyrik: Meine Lieder, 1892;
    Carnesie Colonna, 1902;
    Gedichte aus d. Nachlaß, 1912. -
    Erzz.: Der arme Lukas, 1902;
    Die Sturmfrau. 1902;
    Am Fenster u. a. Erzz., 1905;
    Der Held u. a. Novellen, 1910;
    Pariser Erzz., 1912;
    Pendelschläge, Geschichten u. Legenden, 1912. -
    Roman: Der hl. Sebastian, 1902. -
    Dramen: Spiele, 1901;
    Um d. Zukunft, 1906. -
    Essays: Die Siegesallee, 6 Kunstbriefe an d. dt. Michel, 1902;
    Conrad Ferdinand Meyer, 1904;
    Heinrich Heine, 1906.

  • Literatur

    K. Neurath, W. H., 1910;
    A. Schmidt, W. H., Sein Leben u. s. Werk, Diss. Wien 1930;
    G. Heinemann, W. H., Persönlichkeit u. Schaffen, 1956;
    Soergel I (P);
    Soergel-Hohoff I (P);
    Kosch, Lit.-Lex. (W, L);
    BJ XII (Tl.).

  • Autor/in

    Adalbert Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Adalbert, "Holzamer, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 567 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118834142.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA