Lebensdaten
1830 bis 1903
Geburtsort
Stradonitz Bezirk Saaz (Böhmen)
Sterbeort
Steyr (Oberösterreich)
Beruf/Funktion
Waffentechniker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137629168 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Holub, Karl
  • Holub, Carl

Orte

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Zitierweise

Holub, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137629168.html [23.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann, Grundbes. in Stradonitz;
    M Anna Suchenstein;
    Steyr 1870 Agnes (1847–1912), T d. Taglöhners Franz Bernhaider in Bergern u. d. Agnes Studener;
    5 S, 3 T.

  • Leben

    H. erlernte in Prag das Schlosserhandwerk und ging anschließend nach Wien, wo er als Soldat in den Waffenwerkstätten beschäftigt war. Nach einem Unfall schied er 1857 aus dem Militärdienst aus, zog nach Steyr und war hier zunächst bei einem kleinen Eisenmeister tätig. 1861 trat er als Werkmeister bei Josef Werndl ein, mit dem er gemeinsam an der Entwicklung eines Hinterladegewehres arbeitete. Im Frühjahr 1863 reiste er mit Werndl zu Studienzwecken in die USA, wo er in der Hartforder Gewehrfabrik (Colt) Erfahrungen sammelte. Als Werndl im Juli 1863 wieder nach Steyr zurückkehrte, verblieb H. bis zum Spätherbst in den USA mit dem Auftrag, „Maschinen, die wir mit Vorteil beziehen können, dort anzukaufen, dagegen von jenen, die wir besser hier erzeugen können, Zeichnungen zu besorgen“. 1863 konnten Werndl und H. den ersten Entwurf eines neuen Hinterladegewehrmodells fertigstellens, nachdem letzterem die entscheidende Entwicklung eines neuen Verschlusses – des sogenannten Tabernakelverschlusses – gelungen war. Infolge des unglücklichen Ausganges des Krieges Österreichs gegen Preußen 1866 entschloß sich die österreichische Heeresleitung zur Einführung von Hinterladegewehren, und die hierfür eingesetzte „Hinterladungskommission“ entschied sich im Juli 1867 für das „Werndlgewehr“. Werndl erhielt den Gesamtauftrag für die Umrüstung der Armee sowie bedeutende Aufträge aus Deutschland, den Balkanstaaten, Südamerika und so weiter, wodurch die Steyrer Waffenfabrik zur größten der Monarchie wurde. Als Erfinder mußte H. hinter Werndl zurücktreten. Gegen eine finanzielle Entschädigung trat er das Verwertungsrecht der unter dem Namen „Werndl-H.sches Hinterladungsgewehr“ eingetragenen Erfindung an Werndl ab, der ihn zum technischen Direktor ernannte, da Werndls Fabrikbetriebe 1869 in die von der österreichischen Bodencreditanstalt gemeinsam mit dem Kriegsministerium ins Leben gerufene „Österreichische Waffenfabriksgesellschaft“ übergingen. – Werndl wurde deren Generaldirektor. 1873 gelang H. gemeinsam mit Anton Spitalsky eine Verbesserung seiner Erfindung („Modell 1873“).

  • Literatur

    Steyrer Ztg. v. 24. u. 28.5.1903 u. v. 26.1.1950;
    Linzer Tagespost v. 2.5.1939;
    E. M. Meixner, Wirtsch.gesch. d. Landes Oberösterreich II, 1952, S. 53;
    H. Seper, 100 J. Steyr-Daimler-Puch AG, in: Bll. f. Technikgesch. 26, 1964;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Rudolf Kropf
  • Empfohlene Zitierweise

    Kropf, Rudolf, "Holub, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 564 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137629168.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA