Lebensdaten
1820 - 1899
Geburtsort
Düren
Sterbeort
Düren
Beruf/Funktion
Eisenindustrieller ; Unternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137594488 | OGND | VIAF: 81765759
Namensvarianten
  • Hoesch, Leopold

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Hoesch, Leopold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137594488.html [22.10.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1791–1831), Eisen- u. Papierfabr. in D., S d. Eberhard (s. Gen.siehe Genealogie 1);
    M Johanna (1790 -1879), T d. Arnold Schoeller (1747–1831), Hüttenbes. u. Tuchfabr. in Schleiden, u. d. Lucia Kath. Peuchen;
    Ov Eberhard (s. 1);
    Schw Pauline ( Alexander Rr. v. Schoeller, 1805–86, Großindustrieller in Wien), Amalie ( Caesar Schoeller, 1822–87, Tuchfabr. in D.);
    Vt Gustav u. Viktor (s. Gen.siehe Genealogie 1);
    - Düren 1844 Maria (1823–72), T d. Eberhard Hoesch (s. 1);
    3 S, 2 T, u. a. Wilhelm (1845–1923), seit 1899 Alleininh. d. Fa. Hoesch in D. u. Aufsichtsratsvorsitzender d. Biographien Dortmunder Werks (s. DBJ V), Albert (1847–98), erster Leiter d. Biographien Dortmunder Werks, Hugo (s. 2);
    E Leopold (s. 5).

  • Leben

    Nachdem H. die Realschule in Köln und 3 Jahre die polytechnische Schule in Wien besucht hatte, trat er mit seinen beiden Vettern Gustav und Viktor in die von seinem Onkel Eberhard und seinem Vater 1819 gegründete Eisenfirma ein. Er war an ihr, die seit 1846 „Eberhard Hoesch und Söhne“ hieß, durch Übernahme des mütterlichen Anteils zu einem Viertel beteiligt. Nach dem Tode des Onkels und Schwiegervaters wurde er 1852 Chef der aus 3 Eisenwerken, einem Zinkwalzwerk und größerem Grubenbesitz bestehenden Unternehmung. Als in den 1860er Jahren mit der Umstellung auf das Bessemerverfahren phosphorarmes Roheisen benötigt wurde, drohten die Hoesch-Werke wegen ihrer ungünstigen Verkehrslage konkurrenzunfähig zu werden. H. entschloß sich daher, das Hauptwerk in das durch billige Wasserfrachten und Kohlenreichtum begünstigte Ruhrgebiet zu verlegen. 1871 wurde unter Beteiligung seiner Söhne Albert und Wilhelm und seiner Vettern Victor und Eberhard in Dortmund das neue Stahlwerk als OHG begründet und 2 Jahre später in eine im Familienbesitz bleibende Aktiengesellschaft umgewandelt. Bis zum Jahrhundertende wurde unter Führung H.s, der als Besitzer der Aktienmajorität den Aufsichtsratsvorsitz übernahm, das als Bessemerstahlwerk mit Schienen- und Trägerwalzwerk angelegte Unternehmen durch ein Thomas- (1884) und ein Martin-Stahlwerk (1895), mehrere Walzwerkanlagen und 1896 auch durch eine eigene Hochofenanlage ausgebaut. Entsprechend stiegen das Aktienkapital von 3,6 auf 15 Millionen Mark, die Schuldverschreibungen auf 6 Millionen Mark. Heute gehören die Hoesch-Werke zu den größten stahlerzeugenden Unternehmungen Europas.

    H. gehörte den Aufsichtsräten mehrerer industrieller Aktiengesellschaften und des Schaaffhausenschen Bankvereins sowie dem Verwaltungsrat der Rheinischen Eisenbahngesellschaft an. Für die Förderung der wirtschaftspolitischen, ökonomischen und technischen Belange der Eisenindustrie setzte er sich stark ein. Im Herbst 1860 war er Mitbegründer des „Technischen Vereins für Eisenhüttenwesen“ (seit 1880 „Verein Deutscher Eisenhüttenleute“), der sich die Aufgabe stellte, die Krise der Eisenindustrie und die Konkurrenz des Auslandes durch Vervollkommnung von Hüttentechnik und Betriebsökonomie wie durch Wahrnehmung wirtschaftspolitischer Interessen zu überwinden. Als erster Vorsitzender und seit 1864 als Ehrenvorsitzender des Vereins verwandte sich H. besonders für die Beibehaltung gemäßigter Eisenzölle und in den Krisenjahren nach 1873 für die Wiedereinführung des Schutzzolls. – Um die kommunalen und kulturellen Angelegenheiten Dürens erwarb sich H. seit 1859 als Stadtverordneter Verdienste. Für das evangelische Realprogymnasium stiftete er 1885 70 000 Mark und ermöglichte 1892 seine Erhebung zum Realgymnasium. Nach seinem Tode gingen die von ihm gesammelten Bilder in das von seinen Kindern gestiftete Leopold-Hoesch-Museum über.

  • Literatur

    F. Brüggemann, in: Rhein.-Westfäl. Wirtsch.-biogrr. II, 1937 (P);
    H. Moennich, Aufbruch ins Revier, Hoesch 1871-1961, 1962;
    H. Mauersberg, Dt. Industrien im Zeitgeschehen e. Jh., 1966 (L).

  • Autor/in

    Friedrich Zunkel
  • Empfohlene Zitierweise

    Zunkel, Friedrich, "Hoesch, Leopold" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 366-367 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137594488.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA