Lebensdaten
1686 bis 1740
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Bruck/Leitha
Beruf/Funktion
Augustinereremit ; Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100294723 | OGND | VIAF: 32339257
Namensvarianten
  • Hörmannseder, Anselm
  • Hörmonseder, Franz de Paula (Taufname)
  • Hörmannseder, Franz de Paula (Taufname)
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Hörmonseder, Anselm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100294723.html [06.08.2020].

CC0

  • Leben

    Nach Vollendung humanistischer Studien in seiner Heimatstadt trat H. 1707 in das Augustinerkloster Sankt Rochus in Wien ein, dozierte 1714-29 an den Ordensschulen in Graz und Wien Philosophie und „augustinische“ Theologie, erwarb 1721 das theologische Doktorat an der Universität Wien und war Mitglied des Doktorenkollegiums der Theologischen Fakultät. Als Novizenmeister und Studienregens übte er auf die jüngere Ordensgeneration einen nachhaltigen Einfluß aus. Er leitete 1731-33 die österreichische Augustinerordensprovinz und erwarb sich als Prior des Augustinerklosters zu Bruck an der Leitha (1735–40) bei der Restaurierung der Klosterkirche große Verdienste.

    In seinen philosophisch-theologischen Schriften vertrat H. die Lehrrichtung der „Jüngeren Augustinerschule“; er inspirierte vor allem seine Mitbrüder Kaspar Scheurer, Aurelius Reichenbach, Johannes B. Cortivo und andere, die im 18. Jahrhundert auf den Lehrkanzeln in Graz und Wien „augustinische“ Theologie dozierten und verteidigten. Sie vertraten darin die Ideen der gemäßigten Aufklärung, des sogenannten Reformkatholizismus, an deren Beginn H. und die Wiener Augustinerschule stehen, die ein zwar noch in barocke Formen gekleidetes, aber doch schon neues, auf Vernunft und Erfahrung gegründetes Denken vertreten.

  • Werke

    u. a. Philosophia universa centum quaestionibus tum veterum tum recentiorum Philosophorum placita complectens, 1728;
    Hecatombe Theologica, seu centum quaestiones ex universa theologia morali Augustiniano-Aegidiana …, 1736;
    Hecatombe Theologica, seu centum quaestiones ex universa theologia Augustiniano-Aegidiana speculativa …, 1737;
    Ordinandus Examinatus et Approbatus, seu Responsa ad quaestiones, quas ordinandis proponi solent, 1738;
    Kleine Ethik od. Sittenlehre, die d. Menschen unterweiset, wie er seine Affekten z. eigener u. a. Zufriedenheit regieren, d. Laster bestreiten, d. Tugenden erarbeiten solle, 1739;
    Himml. Eremiten-Schaar, hl. Augustiner-J., 1733;
    Theses Augustinianae ex universa theologia in compendio probatae …, (Ms. Nat.-bibl. Wien).

  • Literatur

    ADB 13;
    J. F. Ossinger, Bibl. Augustiniana, historica, critica et chronologica, 1768, S. 443 f.;
    F. Rennhofer, Die Augustiner-Eremiten in Wien, 1956, S. 267, 270;
    ders., Augustinerklöster in Österreich, in: Augustiniana 6, 1956, S. 499;
    F. L. Miksch, Der Augustinerorden u. d. Wiener Univ., ebd. 16/17, 1966/67;
    J. Gavigan, De doctoribus theologiae O. S. A. in universitate Vindobonensi, in: Augustinianum, 1965. -
    Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Ferdinand L. Miksch OSA
  • Empfohlene Zitierweise

    Miksch OSA, Ferdinand L., "Hörmonseder, Anselm" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 356 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100294723.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hörmauseder: Anselm H., geboren zu Wien, am 15. April 1740, Augustinereremit, der österreichisch-ungarischen Provinz dieses Ordens angehörig, lehrte 1714—29 in den Schulen seines Ordens zu Graz und Wien Philosophie und Theologie, und erscheint später theils als Prior, theils als Provinzial mit der Leitung und Verwaltung der Angelegenheiten seiner Ordensgenossenschaft betraut. Aus seinen Schriften heben wir als Vertretung der besonderen Schulrichtung seines Ordens hervor: „Hecatombe theologica, seu centum quaestiones ex universa Theologia Augustiniano-Aegydiana speculativa, olim a P. Mag. Friderico Gavardi sex tomis divulgata, nunc duobus opusculis comprehensa“ 1737 (vgl. B. Heuschen Bd. XII. S. 334).

    • Literatur

      S. Ossinger, Bibliotheca Augustiniana.

  • Autor/in

    Werner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Werner, "Hörmonseder, Anselm" in: Allgemeine Deutsche Biographie 13 (1881), S. 129 unter Hörmanseder [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100294723.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA