Lebensdaten
1745 bis 1798
Geburtsort
Böhmisch-Leipa
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 124317650 | OGND | VIAF: 23071130
Namensvarianten
  • Hickel, Anton
  • Hickel, Karl Anton
  • Heckel, Anton
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Zitierweise

Hickel, Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124317650.html [13.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1705[?]-1778), Maler aus Prag;
    M Anna Eleonore Melzer aus Böhmisch-Leipa ( vor 1778);
    B Joseph (s. 2); ledig.

  • Leben

    H. – wahrscheinlich zuerst Schüler seines Vaters, dann bis 1777 seines Bruders Joseph – trat 1758 in die Wiener Akademie ein, wo er noch 1761 unter den Schülern erwähnt wird. Er scheint schon früh große Reiselust gezeigt zu haben; 1779 führte ihn seine erste Reise nach Bayern, 1779-82 war er in Süddeutschland und der Schweiz. In München porträtierte er den Kurfürst Karl Theodor (1780), Franz Karl von Hompesch, Ludwig Conrad Freiherr von Lehrbach und Lorenz Westenrieder (alle 1779). Mehrwöchige Aufenthalte in Mannheim (wo er Mitglied der dortigen Freimaurerloge wurde) und in Mainz brachten H. Porträtaufträge, die er zum Teil erst nach seiner Rückkehr von Basel dorthin (Dezember 1781) ausführen konnte. 1783 beabsichtigte er, sich um die Mitarbeit an geplanten Gemäldezyklen für die Petersburger Akademie zu bewerben; er scheint damals in Wien gewesen zu sein. Seit 1785 befand sich H. wieder in der Schweiz, in Solothurn soll man ihm das Bürgerrecht und die Leitung einer zu gründenden Akademie angetragen haben; 1786 malte er in Basel und Bern, wo ihn auch die Ernennung zum kaiserlich und königlichen Kammermaler erreichte. Im Herbst dieses Jahres reiste er nach Paris; die Protektion der Königin Marie Antoinette und der Prinzessin von Lamballe (1788 von ihm porträtiert) verschaffte ihm Zugang zu höchsten Kreisen. Die Revolution veranlaßte ihn zur Abreise; er ging offenbar über Wien und Berlin nach London, wo er regelmäßig auszustellen begann und sich bald eines bedeutenden Rufes erfreute. Als Hauptwerk dieser Zeit gilt seine Darstellung einer Sitzung des englischen Parlamentes, ein Riesengemälde mit 96 lebensgroßen Porträtfiguren (1792–95). Charles Fox und William Pitt hat er auch einzeln porträtiert. 1797 ließ sich H. in Hamburg nieder, wohin er zahlreiche Bilder aus England mitgebracht hatte, und wo er bis zu seinem Tode blieb.

    An H.s Bildnissen werden die große Geschicklichkeit der Ausführung und die Ähnlichkeit gerühmt; zweifellos lag seine Stärke darin und nicht in historischen oder mythologischen Kompositionen (ein Gemälde „Medea“ beschreibt L. Westenrieder). H. ist der Typ des reisenden Virtuosen, wie ihn das 18. Jahrhundert auch in anderen Kunstzweigen kennt; die Qualität seiner Bilder mußte unter der Raschheit naturgemäß oft leiden. Seine Aufträge empfing er nicht nur vom Adel, sondern auch vom aufstrebenden Bürgertum; für die Ehrengalerie des Hofburgtheaters zu Wien malte er zusammen mit seinem Bruder Schauspielerporträts. – Nach ihm stachen unter anderem J. F. Gareis, K. H. Pfeffer, J. G. Huck, J. Young; zu den von Adauctus Voigt herausgegebenen und von J. Balzer gestochenen Effigies virorum eruditorum atque artificum Bohemiae et Moraviae (Prag 1773–75) lieferte er 3 Vorlagen.

  • Werke

    in: Augsburg, Basel, Bern, Hamburg, Heidelberg, London, Mühlhausen i. E., München, Prag u. Wien.

  • Autor/in

    Liselotte Popelka
  • Empfohlene Zitierweise

    Popelka, Liselotte, "Hickel, Anton" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 105 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124317650.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA