Lebensdaten
erwähnt 1517, gestorben vermutlich 1543
Geburtsort
Bensheim/Bergstraße
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Buchdrucker ; Verleger
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 119834731 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heil, Johann
  • Soter, Johann (Gräzisierung)
  • Soter (Gräzisierung)
  • mehr

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Zitierweise

Heyl, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119834731.html [01.04.2020].

CC0

  • Genealogie

    vor 1532 Adelheid N. N. ( n. 1555), aus Solingen; K, u. a. (od. B) Melchior Soter, viell. Geschäftsführer d. väterl. Druckerei in Solingen, richtete 1543 mit Rektor Lambach e. Druckoffizin beim Gymnasium in Dortmund ein, wo er vornehml. Schulbücher herausgab, 1551 übernahm er (vornehml. als Lohndrucker?) d. Offizin in Köln (s. ADB 34; Benzing, Buchdrucker; Grimm);
    E (od. S) Jakob Soter, führte 1555-63 d. Kölner Druckerei fort, druckte u. a. e. Jül.-Berg. Polizeiordnung (s. Benzing, Buchdrucker).

  • Leben

    H., der sich in seinen Drucken gräzisierend Soter nannte, wurde 1517 als Mediziner an der Universität Köln immatrikuliert, nachdem er vermutlich zuvor an einer Artistenfakultät auch orientalistische Studien getrieben hatte. 1518-43 war er als Drucker in Köln und Solingen tätig. In der Psalmenpolyglotte von 1518 bezeugt Johann Potken als Herausgeber H.s Sprachkenntnisse. Diesem Buch hatte H. eine kurze Einführung ins Äthiopische beigefügt. Sein Verlagsprogramm und seine von Anton Woensam entworfenen emblematischen Druckermarken lassen ihn der humanistischen Bewegung verbunden erscheinen. Von klassischen Autoren verlegte er Dioscurides, das Poeticon Astronomicon des Hyginus, mit mythologischen Sternbildern von Woensam, und den Grammatiker Diomedes; 1525 gab er eine Sammlung Epigrammata Graeca heraus. Die Humanisten sind mit Budaeus, grammatischen Schriften von Boeschenstein und Melanchthon, Aeneas Sylvius, Agrippa von Nettesheim, Erasmus mit der Ausgabe der Werke des Kirchenvaters Cyprian (1522), einem Ovidkommentar (1524) und dem Enchiridion militis Christiani (1529) vertreten. Unter den theologischen Drucken ist ein deutsches „Boichelgen der ewigen Salicheyt“ (1529) hervorzuheben. Ferner verlegte H. die Erstausgaben der Vandalia und der Saxonia des Albert Krantz (1519, 1520) und Vita et gesta Karoli Magni (1521) mit der Karlsvita Einharts im Anhang. – Das Reformationsschrifttum ist nur mit der Apologie des Johannes Lycaula (1539) vertreten; von den Gegnern Luthers verlegte H. Alard von Amsterdam und Johann Eck (De Sacrificio Missae contra Lutheranos, 1526; den Haggaikommentar, 1538). Vermutlich neigte H. in den religiösen Kämpfen der Zeit zur Indifferenz. Da er mit seinen gotischen, Antiqua- und griechischen Kursivtypen über einen reichen Schriftvorrat verfügte, war er auch als Lohndrucker für die kölner Verleger Hittorp, Birckmann und Quentell tätig, während er seinerseits Druckaufträge an Buscius vergab. Seit 1537 druckte er in der von ihm erworbenen Papiermühle in Solingen, ob aus Rücksicht auf die Zensur in Köln oder aus wirtschaftlichen Erwägungen, ist nicht festzustellen.

  • Literatur

    ADB XII;
    P. Nörrenberg, Köln. Lit.leben im 1. Viertel d. 16. Jh., 1873;
    P. Heitz, Die Kölner Büchermarken bis Anfang d. 17. Jh., 1898;
    A. Weyersberg, Die Drucker u. Papiermacher-Fam. Soter an d. Papiermühle b. Solingen, in: Zs. d. Berg. Gesch.ver. 47, 1914, Nachträge ebd. 54, 1924, 57, 1928;
    A. L. Johnson, Some Cologne and Basle types, 1525-52, in: Gutenberg-Jb., 1939;
    W. van d. Briele, Wuppertal u. d. Schwarze Kunst, 1947;
    W. Reuter, Zur Wirtsch.- u. Soz.-gesch. d. Buchdruckergewerbes im Rheinland bis 1800, in: Archiv f. Gesch. d. Buchwesens 1, 1958;
    Benzing, Buchdrucker (unter Soter).

  • Autor/in

    Hans Lülfing
  • Empfohlene Zitierweise

    Lülfing, Hans, "Heyl, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 84 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119834731.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Heyl: Johann H. (Soter), kölnischer Buchdrucker in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Seine Wirksamkeit fällt fast in die gleiche Zeit wie die seiner landsmännischen Berufsgenossen Gymnicus, Hörnen. Koelhof, Quentel u. a., aber obgleich die äußeren Lebensverhältnisse dieser letzteren im Ganzen offen liegen, sind die des ersteren gänzlich unbekannt und auch die städtischen Urkunden geben hierüber keinen Aufschluß. Nach Unterschriften zu mehreren seiner Druckwerke (Panzer, Ann. typogr. VI. 332—333; Weller, Repertor. Supplem. S. 23) scheint er aus Bentzheim (jetzt Bensheim in Hessen-Darmstadt) gebürtig gewesen zu sein. Als Typograph erscheint er zwischen 1518—1540, hatte um das Jahr 1524 seine Wohnung in der „Klockergassen“ (Norrenberg, Kölnisches Litteraturleben, S. 26), und war außerdem, wie es den Anschein hat, ein humanistisch gebildeter Mann und sowohl der lateinischen und griechischen als auch der orientalischen Sprachen nicht unkundig, stand auch mit dem Orientalisten Johann Potkins, Propst der Kirche des heil. Georg zu Köln, in Verbindung. Man hat längere Zeit darüber gestritten (Allgem. litter. Anzeiger, 1860, 72. 216), ob unser H. und ein Kölnischer Buchdrucker „Soter“ zwei verschiedene Per-Druckerei gehabt habe, oder ob (Waldau, Neues Repertor. von seltenen Büchern. 1795. S. 30) dieses letztere identisch mit Köln sei. Diese Streitfragen hat indessen schon Hartzheim in seiner Bibliotheca Col. p. 180 erledigt, wornach der|kölnische Drucker H. in den meisten seiner Druckwerke es liebte, seinen Namen mit dem griechischen Soter (Heiland, Heil) zu vertauschen, wie auch sein Verlagszeichen (Maittaire I, 387 und Merlo, Kölner Künstler S. 536) mit Sprüchen in lateinischer, griechischer, hebräischer und chaldäischer Sprache zu umgeben. Was aber den Druckort „Salingiacum“ anbelangt, so ist dieses nichts anderes als Solingen in Rheinpreußen (Hartzheim a. a. O. und Grässe, Orbis latinus S. 173), wo H. gleichfalls eine Druckerei hatte und nach Adelung zu Jöcher II, 1190 im Nachgange zu Hartzheim „Vieles gedruckt habe, was in Köln nicht habe erscheinen dürfen“. Das letztere ist irrig, wenigstens scheinen alle Bücher, die H. daselbst drucken ließ, dem Titel nach zu urtheilen, nichts enthalten zu haben, was nicht eben so wohl in Köln hätte gedruckt werden können. Außerdem findet man bei Adelung selbst I, 386—387 wenigstens vier daselbst gedruckte Schriften des Alard von Amsterdam, eines Gegners von Luther und in Val. Andreä, Bibl. Belg. p. 35 wird noch überdies angeführt C. Croci Silvula Vocabulorum, Saligniaci 1539, zwar ohne Benennung des Druckers, doch wahrscheinlich auch von Joh. Soter. Unter seinen Druckwerken sind hervorzuheben: Psalterium in quattuor linguis, 1518: Alb. Krantzii Wandalia, 1519; J. Böschenstein, Institut. Grammat. hebr., 1521; Phil. Melanchthonis Grammat. institut., 1522, unter den von ihm selbst verfaßten und gedruckten Schritten: Epigrammata graeca veterum, 1528. (Ueber einen späteren Mainzischen Buchdrucker Niklas Heil, der um die Mitte des 17. Jahrhunderts thätig war, vgl. eine kurze Notiz bei Metz, Gesch. des Buchhandels S. 245 und über einen anderen gleichzeitigen Christoph Heyl, der sich gleichfalls Soterus nannte, Jöcher II, 1582.)

    • Literatur

      Außer den angeführten Quellen sind zu vergleichen: Pfeiffer, Beitr. zur Kenntniß selt. Bücher I, 508—509. Le Long, Biblioth. sacra 139—140. Kirchhoff, Gesch. d. deutsch. Buchhandels I, 50.

  • Autor/in

    Franck.
  • Empfohlene Zitierweise

    Franck, Jakob, "Heyl, Johann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 371-372 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119834731.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA