Lebensdaten
1878 – 1961
Geburtsort
Kaiserswaldau bei Bunzlau (Schlesien)
Sterbeort
New York
Beruf/Funktion
Literaturhistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116783508 | OGND | VIAF: 10606072
Namensvarianten
  • Heuser, Frederick
  • Heuser, Frederick W. J.
  • Heuser, Frederick William Justus

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Zitierweise

Heuser, Frederick, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116783508.html [24.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    Vorfahren Christian (1609–82), Pfarrer a. d. Barfüßerkirche in Erfurt, Joh. Frdr. Justus (1746–1843), Prof. f. Griechisch u. Rel. am Gymnasium Brieg;
    V Paul (1834–1905), studierte am Herrnhuter Seminar in Gnadenfrei, Pastor in Rahway (N.J.) u. New Orleans, Med.studium in Greifswald, prakt. Arzt in K., seit 1884 in Leipzig, seit 1889 in Brooklyn, S d. Pastors Joh. Wilhelm u. d. Auguste Bretschneider;
    M Laura (1848–1927), T d. Pfarrers Jenke (in Schlesien);
    1906 May C. Hillemeier ( 1944);
    1 S, 2 T, u. a. William, Mitarb. im Statedep. in Washington, Mary L. (* 1916), Prof. d. Kunstgesch. am Wheaton College, Norton (Mass.).

  • Biographie

    Auf der Leipziger Thomasschule, auf der Brooklyner Boys High School und durch den Privatunterricht des vielseitig gebildeten Vaters erwarb sich H. die notwendigen Vorkenntnisse, um 1897 sein germanistisches Studium auf der Columbia Universität zu beginnen. Er beendete es unter dem Goetheforscher C. Thomas 1901 mit dem Magistergrad und trat gleichzeitig in den Lehrkörper der Anstalt ein, dem er bis zu seiner Emeritierung 1944 angehörte. Seit 1931 vertrat H. als Professor die neuere deutsche Literaturgeschichte. Seine wichtigsten Studien galten dem Leben und Schaffen Gerhart Hauptmanns, für dessen wissenschaftliche Würdigung er unentbehrliche Grundlagen lieferte.

    Daneben machte er sich wesentlich um den kulturellen Austausch zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland verdient. Durch seine Initiative ist das Deutsche Haus der Columbia Universität entstanden, nach dem 1. Weltkriege wiedereröffnet worden und zu einem Mittelpunkt germanistischer Studien geworden. Mit H.s Hilfe hat Robert H. Fife 1926 die „Germanic Review“ gegründet und zu einer maßgebenden Fachzeitschrift entwickelt. Schließlich ist seiner Mithilfe die Gründung der Germanistic Society of America zu danken, deren Sekretariat er 1920 übernahm und deren Vorsitz er seit 1955 führte. Sie veranstaltete zahlreiche Vorträge, Konzerte und Empfänge für deutsche Gäste aus allen Gebieten des kulturellen Lebens; sie gewährte auch Reisestipendien. Auch in den schwierigen Zeiten des Nationalsozialismus und der beiden Weltkriege hielt sich die Gesellschaft am Leben. Als sich die deutschen Bibliotheken nach dem 1. Weltkrieg in bedrängter Lage befanden, gründete H. mit dem Anthropologen Franz Boas die Emergency Society for German and Austrian Science and Art (1920–27), um das Weitererscheinen deutscher und österreichischer wissenschaftlicher Zeitschriften sicherzustellen. Ihre Arbeit wurde von der Germanistic Society unterstützt und bis 1933 fortgesetzt; die dafür oft von H. gesammelten Beträge beliefen sich auf über 100 000 Dollar. Nach dem 2. Weltkrieg, der noch weit größere Lücken in den deutschen Bücherbeständen hinterließ, organisierte H. wieder ein Hilfswerk, das jahrelang deutsche und österreichische Hochschulen mit wissenschaftlichen Zeitschriften und kostspieligen Spezialwerken versorgte; bis 1954 erreichten die Zuwendungen eine Höhe von weit über einer Million Mark. Ohne eine Würdigung der Verdienste H.s kann keine Geschichte des deutsch-amerikanischen Kulturaustausches geschrieben werden|.

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c. (Erlangen 1951), Korr. Mitgl. d. Dt. Ak. f. Sprache u. Dichtung, Darmstadt (1955), Ehrensenator d. TH Stuttgart (1957).

  • Werke

    German University and Technical Libraries: Report on a Tour of Inspection, 1949;
    German University and Technical Libraries: Their Organisation, Condition, Activities, and Needs (HICOG, Education and Cultural Relations Division, Information Centers Branch, Museums, Fine Arts and Libraries Section), 1951;
    Gerhart Hauptmann, zu s. Leben u. Schaffen, 1961 (Zusammenfassung früher gesondert ersch. Arbb.) - Hrsg.: F. Grillparzer, Die Ahnfrau, 1907 (mit G. H. Danton);
    W. Hillern, Höher als d. Kirche, 1910;
    Bibliographical Publications d. Germanic Section d. Modern Language Association of America. 2 Bde., 1927-34;
    First Editions of the German Romantic Period in American Libraries, 1942. -
    Mithrsg.: Germanic Review, 1926-61.

  • Literatur

    C. F. Bayerschmidt, in: The Germanic Review 33, 1958, S. 164-67 (P);
    W. Studt im Nachwort zu: F. H., Gerhart Hauptmann, 1961, S. 281-84;
    G. Keil, in: The German Quarterly 34, 1961.

  • Autor/in

    Ernst Rose
  • Zitierweise

    Rose, Ernst, "Heuser, Frederick" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 46-47 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116783508.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA