Lebensdaten
1434 – 1498
Geburtsort
Römhild bei Meiningen
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
kurmainzischer Kanzler ; Jurist ; Kanzler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137650434 | OGND | VIAF: 81814870
Namensvarianten
  • Helle, Georg von
  • Helle, Georg (bis 1473)
  • Helle genannt Pfeffer, Georg (bis 1473)
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Zitierweise

Helle genannt Pfeffer, Georg von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137650434.html [30.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Peter, Gfl. Henneberg. Amtmann zu Römhild;
    M Katharina Pfeffer aus Mainz;
    Frankfurt/M. 1474 Elisabeth, T d. Patriziers Engel Frosch u. d. Katharina Weiß v. Limpurg;
    4 S, 2 T, u. a. Bernhard ( 1536), Bgm. u. Schöffe in F., Elisabeth ( Bernhard Kühorn v. Feuerfeld, 1537, Prof. d. Rechte in Mainz u. Assessor am Reichskammergericht), Margarethe ( Hamman v. Holzhausen, 1536, Bgm. v. F.);
    E Karl Kühorn v. Feuerfeld (1515–80), kurmainz. Kanzler.

  • Biographie

    Als Doktor iuris utriusque und Rektor der Rechtsschule Siena begegnet H. 1460/62 erstmals. 1465/67 ist er Stadtadvokat in Frankfurt/M. 1467 wird er Kurmainzer Kanzler. EB Adolf II. von Nassau, der 1470 nach Verzicht auf seine Ansprüche als Erzkanzler Reichskanzlei und Kammergericht vom Reich gepachtet hatte, nahm ihn als Reichsvizekanzler mit an den Hof. Nach dem Tod Adolfs II. blieb H. Kanzler, jetzt unter EB Diether von Isenburg. Er hatte wesentlichen Anteil an den Verhandlungen zwischen Erzbischof, Domkapitel und Kurfürst Ernst von Sachsen über die 1480 erfolgte Annahme von dessen Sohn Albrecht zum Coadiutor des Erzbischofs von Mainz. Da er das Vertrauen der Herzöge von Sachsen genoß, gehörte er dem 1482 beim Tod EB Diethers für den erst 15jährigen Administrator Albrecht gebildeten Regentschaftsrat maßgeblich an. Dies nutzte er zugunsten einer Festigung der Kurmainzer Position in Erfurt und auf dem Eichsfeld. Beim Tod des Administrators 1484 übernahm dessen Nachfolger Berthold von Henneberg H. wiederum als Kanzler, doch legte dieser das Amt 1489 nieder, um nur noch als Rat von Haus aus Kurmainz verbunden zu sein. Gleichzeitig war er Rat des Erzbischofs von Trier und der Herzöge von Sachsen. 1492 übernahm er unter Beibehaltung seiner Trierer Ratsverpflichtung erneut das Kurmainzer Kanzleramt bis zu seinem Tod 1498.

    Immer im Hintergrund stehend und nicht gut zu fassen, verstand H. es, Beziehungen in ganz Europa anzuknüpfen und spielen zu lassen. Da er unter EB Adolf II. bei einer Reform des Kammergerichts und der Reichskanzlei mitwirkte, die Kurmainzer Kanzleiverhältnisse neugestaltete und jahrelang auf Reichstagen in Vorbereitungsausschüssen für das Reichskammergericht tätig war, ist sein Einfluß auf dessen Gestaltung und Organisation anzunehmen. Auf dem Reichstag zu Worms 1495 wurde er zu einem der 7 Schatzmeister des Gemeinen Pfennigs und Mitglied eines Ständeausschusses für das neuerrichtete Reichskammergericht ernannt. 1486 verkündete er in Frankfurt/M. offiziell die Wahl Maximilians I. zum Römischen König. Zusammen mit den Juristen der 1477 gegründeten Universität Mainz gehört er zu den Förderern der Rezeption des Römischen Rechts am Mittelrhein. Daß er auch in Humanistenkreisen geschätzt wurde, zeigt die ihm durch Dietrich Gresemund d. J. zuteil gewordene Widmung eines Buches.

    H. ist der erste Kurmainzer Kanzler weltlichen Standes. Von bürgerlicher Herkunft, gelang dem nobilitierten Juristen durch Einheirat der Aufstieg in das Patriziat der Reichsstadt Frankfurt. 1495 nahm ihn die Frankfurter Patriziergesellschaft Altenlimpurg auf. Kaiserlich und landesherrliche Gunsterweisungen, mancherlei Einkünfte und die Mitgift seiner Frau verhalfen ihm zu beachtlichem Besitz in und um Frankfurt, Mainz und Bingen.

  • Literatur

    R. Froning, G. v. H. gen. P. u. Georg Heilmann gen. Pfeffer, in: Archiv f. Frankfurts Gesch. u. Kunst NF 8, 1882, S. 290-97;
    G. Seeliger, Die Kurmainz. Verwaltung d. Reichskanzlei in d. J. 1471–75, in: MIÖG 8, 1887, S. 1-64;
    K. Demeter, Stud. z. Kurmainzer Kanzleisprache, in: Archiv f. hess. Gesch. u. Altertumskde. NF 12, 1919, S. 427-558;
    P. Kirn, Das Urkk.wesen u. d. Kanzlei d. Mainzer Erzbischöfe im 15. Jh., ebd. NF 15, 1926, S. 302-47, 533-73;
    - eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Fritz Reuter
  • Zitierweise

    Reuter, Fritz, "Helle genannt Pfeffer, Georg von" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 475-476 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137650434.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA