Lebensdaten
um 1485 bis 1545
Geburtsort
Forchheim bei Bamberg
Sterbeort
Dessau
Beruf/Funktion
Humanist ; Altphilologe
Konfession
katholisch,lutherisch
Normdaten
GND: 128153113 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Forchheim, Georg (auch nach seinem Geburtsort)
  • Heltus, Georg
  • Haltus, Georg (nicht!)
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Helt, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128153113.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Eltern unbek.; ledig.

  • Leben

    H. studierte seit 1501 in Leipzig, wo er 1502 zum Bakkalaureus, 1505 zum Magister und 1515 zum Sententiarius theologisch promoviert wurde. Daneben widmete er sich der Erziehung und dem Unterricht junger Studenten, unter anderem Sebastian Fröschels aus Amberg, Joachim Camerarius' und Caspar Crucigers, besonders aber seit 1518 des 1516 in den geistlichen Stand getretenen Fürsten Georg von Anhalt, zu dem er in ein besonderes Vertrauensverhältnis trat. Mit ihm empfing er 1520 in Merseburg die niederen Weihen und gehörte bis zu seinem Tod als väterlicher Freund und Berater zu Georgs nächster Umgebung in|Dessau. Bei einer im Anschluß an die Leipziger Disputation von 1519 dort durchgeführten internen Theologendisputation respondierte er Johann Eck. Nach langer innerer Prüfung bekannte er sich zum evangelischen Glauben, stand seit spätestens 1531 mit den Wittenberger Reformatoren in Verbindung und war auch mit dem Köthener Pfarrer Johann Schlaginhaufen befreundet. Während mehrjähriger Aufenthalte (1532/35, 1541/42, 1543/44) in Wittenberg, wo er 1532 immatrikuliert wurde, führte er ein für die Kenntnis der dortigen Predigttätigkeit wichtiges Tagebuch. 1537 unterzeichnete er auf dem Bundestag zu Schmalkalden – obwohl kein amtierender Geistlicher – als Vertreter der Geistlichkeit von Anhalt-Dessau Melanchthons Tractatus de potestate papae und Luthers Schmalkaldisch Artikel. Er vermachte seine bedeutende Bibliothek dem Fürsten Georg. Die nach H.s Tod an Georg gerichteten Trostbriefe Luthers und Melanchthons veröffentlichte nebst verschiedenen Trauergedichten 1548 sein Schüler Camerarius. Eigene Schriften publizierte H. nicht.

  • Werke

    Briefwechsel gedr.: G. Kawerau, Der Briefwechsel d. Justus Jonas, 2 Bde., 1884/85, vgl. unter Forchheym Bd. 2, S. 392 (22 Briefe v. Jonas), 395;
    Theol. Stud. u. Kritiken 59, 1886, S. 569-72;
    G. Buchwald, Zur Wittenberger Stadt- u. Univ.-Gesch. in d. Ref.-Zeit, 1893, S. 100, 109;
    O. Clemen, G. H.s Briefwechsel, 1907;
    Weimar. Lutherausg., Briefe X, S. 285 (vgl.auch XI, S. 250);
    Corp. Ref. V, Sp. 86, 560-63. - Ungedr.:
    Zwickau, Ratsschulbibl. (an Stephan Roth).

  • Literatur

    ADB XI;
    Zs. f. d. hist. Theol. 42, 1872, S. 537;
    C. Krause, Helius Eobanus Hessus I, 1879, S. 118;
    W. Preger, Tischreden Luthers a. d. J. 1531 u. 1532, Nach d. Aufzeichnungen v. J. Schlaginhaufen, 1888, S. VIII;
    G. Buchwald, Zu r Wittenberger Stadt- u. Univ.-Gesch. in d. Ref.-Zeit, 1893, S. 53 f.;
    ders., G. H.s Wittenberger Predigttagebuch, in: Archiv f. Ref.-Gesch. 17, 1920, S. 183-208, 241-76;
    ders., Die Matrikel d. Hochstifts Merseburg, 1926, S. 140;
    O. Clemen, Gebete d. Fürstin Margarete v. Anhalt-Dessau, in: Mitt. d. Ver. f. Anhalt. Gesch. u. Altertumskde. 13, II, 1919, S. 1-6;
    E. Kroker, Aufsätze z. Stadtgesch. u. Ref.-Gesch., 1929, S. 113 f.;
    Germania Sacra Abt. I, III, 1941, S. 52;
    Weimar. Lutherausg., Briefe X, S. 285, XI, S. 44-49;
    F. Lau, Georg III. v. Anhalt, Erster Ev. Bischof, in: Wiss. Zs. d. Karl-Marx-Univ. Leipzig, Ges.- u. sprachwiss. R. 3, 1953/54, bes. S. 140-42;
    H. Volz u. H. Ulbrich, Urkk. u. Aktenstücke z. Gesch. v. M. Luthers Schmalkald. Artikeln, 1957, S. 109, 123, 125;
    RGG. - Über H.s Bibel vgl. Weimarer Lutherausg. 48, S. 33, Nr. 39.

  • Autor/in

    Hans Volz
  • Empfohlene Zitierweise

    Volz, Hans, "Helt, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 507 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128153113.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Heltus: Georg H. (Helt, nicht Haltus oder Held), verdienter Lehrer der alten Sprachen im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts. Geboren zu Vorheim (Forchheim) in Franken um das J. 1485, wurde er zuerst (1500) zugleich mit Jakob Micyllus (Hamelmann, op. gen. hist. p. 327) in der Schule des J. Murmellius zu Münster unterrichtet, studirte dann zu Leipzig, wo er mit Spalatin besonders H. v. d. Busch hörte und erwarb sich daselbst die Magister-Würde, war auch längere Zeit Lehrer der Hochschule. Mit ausgezeichnetem Erfolge unterrichtete er die lateinische Sprache und zählte zu seinen eifrigsten Schülern den Joach. Camerarius (Brucker, Ehrentempel S. 90), der ihm später auch seine Ausgabe des Theokrit (Nürnb. 1530) dedicirte, Aesticampius, Sebast. Fröschel und Casp. Cruciger. Zu Leipzig war es auch, wo H. bei der 1519 angestellten Disputation zwischen Luther und Eck gegen den letzteren sich betheiligte. Ernesti hebt von ihm rühmend hervor, daß er in Leipzig bei seinem öffentlichen sowol als privaten Unterrichte, zu welchem er sich der damals eben erschienenen Grammatik des J. Henrichmann bediente, einer sehr großen Strenge sich befleißigte und insonderheit seine Schüler anhielt, täglich einen Brief Cicero's auswendig zu lernen. Nach Anhalt berufen, unterrichtete er hier zuerst die Fürsten Georg und Joachim und hielt später in Dessau eine öffentliche Schule, die zahlreich besucht war. Hier starb er „in arce“ in Gegenwart des Fürsten Georg am 6. März 1545 in einem Alter von nahezu 60 Jahren. Wegen seiner Gelehrsamkeit nicht nur, sondern auch seiner Rechtschaffenheit und Frömmigkeit von Luther und Melanchthon hochgeschätzt („veritatis Maximum amatorem“ bezeichnet ihn Camerar in einem Briefe an den Fürsten) schrieb Melanchthon sein Epitaphium und Camerar sowie Joh. Gigas verfertigten auf seinen Tod lateinische und griechische Gedichte.

    • Literatur

      (Jo. Camerarius), Lutheri et Mel. ad Georgium Princ. Anhalt. de morte G. Helti epistolae, Lips. 1548. Jo. Aug. Ernesti, Opusc. orator. 1767, p. 62, 447, 449—450. Adami Vitae Theolog, (s. v. Georg. Princ. Anhalt.). Hamelmann a. a. O. 287, 1384.

  • Autor/in

    J. Franck.
  • Empfohlene Zitierweise

    Franck, Jakob, "Helt, Georg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 713 unter Heltus [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128153113.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA