Lebensdaten
1856 bis 1934
Geburtsort
Laibach
Sterbeort
Innsbruck
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116666668 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heinricher, Emil Johann Lambert
  • Heinricher, E.

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Zitierweise

Heinricher, Emil, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116666668.html [08.12.2016].

CC0

Heinricher, Emil Johann Lambert

Botaniker, * 14.11.1856 Laibach, 13.7.1934 Innsbruck. (katholisch)

  • Genealogie

    V Johann (1815–90), k. k. Hofrat, Kreisgerichtspräs, in L.; M Emilie (1820–1904), T d. Lucas Rr. v. Luschan (1786–1867), Dr. iur., Landesobergerichtsrat in Graz, u. d. Anna Hutterstrasser; Vt Felix v. Luschan (1854–1924), Prof., Dir. d. Staatl. Mus. f. Völkerkde. in Berlin; - Hartberg 1889 Elise (1858-n. 1942, ev.), T d. k. k. Rittmeisters Hermann v. Ilten u. d. Jos. Maria di Chiavacci; 1 S, 1 T.

  • Leben

    Als doctor philosophiae schloß H. 1879 sein Botanik-Studium an der Universität Graz ab. Bis 1888 Assistent H. Leitgebs, habilitierte er sich 1882 an der Universität und später auch an der TH in Graz, deren botanisches Institut er kurze Zeit leitete, bevor er 1889 an der dortigen Universität die Lehrkanzel für Botanik übernahm, zunächst als außerordentlicher, 1891-1928 als ordentlicher Professor. Als Leiter des botanischen Gartens richtete er die vielfach nachgeahmten „biologischen Gruppen“ ein. Nach Räumung des alten Gartens leitete er den Neuaufbau des botanischen Gartens und Instituts, die 1913 eröffnet wurden.

    Genaue Beobachtung von Details und eine Ausdauer, die ihn einmal behandelte Fragen oft durch Jahrzehnte verfolgen ließ, kennzeichnen H.s Schaffen. Aus seiner vielseitigen Tätigkeit seien hervorgehoben: Untersuchungen über Anomalien des Blütenbaues und ihre Bedeutung für die Lösung stammesgeschichtlicher Fragen, über Adventivknospen an der Wedelspreite von Farnen in entwicklungsgeschichtlicher und morphologischer Hinsicht, Wirkung von Licht und Substrat auf die Samenkeimung, Entdeckung der rindenständigen Gefäßbündel bei Centaurea, des isolateralen Blattbaues bei Gewächsen stark besonnter Standorte, der Speichertracheiden im Mesophyll von Dicotylen trockener Standorte und der von ihm als Eiweißzellen gedeuteten, heute Myrosinzellon genannten Gewebeelemente der Cruciferen. H.s Hauptarbeitsgebiet, in dem er als bester Kenner galt, waren die parasitischen Samenpflanzen. Beiträge zu ihrer Entwicklungsgeschichte, Anatomie, Morphologie, Physiologie und Ökologie mit vielen neuen Einzelheiten und Erkenntnissen legen davon Zeugnis ab. Besonders eingehende und langjährige Untersuchungen galten der Schuppenwurz und den Mistelarten und im Zusammenhang damit auch der Immunität von Birnbäumen gegen Mistelbefall. – Zum Studium tropischer Parasiten bot sich ihm Gelegenheit auf einer mit Unterstützung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1903/04 unternommenen Reise nach Java|

  • Auszeichnungen

    Hofrat (1916).

  • Werke

    Über isolateralen Blattbau, in: Jbb. f. wiss. Botanik 15, 1884; Die grünen Halbschmarotzer I-VI, ebd. 31, 32, 36, 37, 46, 47, 1897-98, 1901-02, 1909-10; Die Aufzucht u. Kultur d. parasit. Samenpflanzen, 1910, erweitert in: E. Abderhalden, Hdb. d. biolog. Arbeitsmethoden, Abt. II, T. 2, 1916; Der Kampf zw. Mistel u. Birnbaum, in: Denkschrr. d. kaiserl. Ak. d. Wiss. in Wien, math.-naturwiss. Kl., 93, 1916; Selektionsversuche mit atavist. Iris 1880-1927, 1928; Monogr. d. Gattung Lathraea, 1931; Was alles aus d. Nachkommenschaft einer Pflanze hervorgehen kann, in: Abhh. d. preuß. Ak. d. Wiss., physikal.-math. KL, Nr. 1, 1933; Gesch. d. Botan. Gartens d. Univ. Innsbruck, 1934; Vgl. Kukula 1892 u. 1893 u. CSP 10, 12 u. 15.

  • Literatur

    A. Sperlich, in: FF 7, 1931, S. 428, u. in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 52, 1934 (1935), S. (188)-(205) (W, P); P. Molisch, in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. 85, 1935, S. 247-51; Chron. botanica 1, 1935, S. 85 (P); Botanik u. Zoologie in Österreich 1850-1900, 1901

  • Autor

    Helmut Dolezal
  • Empfohlene Zitierweise

    Dolezal, Helmut, "Heinricher, Emil" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 434 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116666668.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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