Lebensdaten
1864 bis 1938
Geburtsort
Bersenbrück bei Osnabrück
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Geophysiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116561505 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hecker, Oskar Ernst August
  • Hecker, Oskar
  • Hecker, Oskar Ernst August

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Zitierweise

Hecker, Oskar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116561505.html [30.03.2017].

CC0

Hecker, Oskar Ernst August

Geophysiker, * 21.5.1864 Bersenbrück bei Osnabrück, 19.9.1938 München. (katholisch)

  • Genealogie

    V Franz. Heinr. (1796–1873), Amtsvogt in B., S d. Architekten Joh. Christoph (1753–99) u. d. Elisabeth Strickmann; M Catharina ( 1923), T d. Landwirts Carl Wilh. Mues u. d. Therese Vehmeyer; B Franz (1870–1944), Maler u. Radierer (s. ThB); - München 1891 Martha (1866–1947), T d. Kaufm. Albert Bertini (aus ital. Malerfam.) u. d. Caroline Brandenburg; 1 S, 2 T, u. a. Eberhard (1892–1964), Bakteriologe.

  • Leben

    H. studierte Astronomie an den Universitäten Bonn, Berlin und München. Nach der Promotion (1891) bei H. von Seeliger trat er in das Geodätische Institut Potsdam ein und wurde 1895 Assistent, 1901 ständiger Mitarbeiter und 1907 Hauptobservator. Er führte zunächst Polhöhenbeobachtungen durch, die er in der grundlegenden Arbeit „Die Polhöhe von Potsdam II“ (1900) veröffentlichte. Danach arbeitete er mit dem Horizontalpendel von E. von Rebeur-Paschwitz als Erschütterungsmesser und erbrachte damit den Nachweis für die Gleichzeitigkeit der mikroseismischen Bodenunruhe in Mitteleuropa und die Tiden des festen Erdkörpers. Am bekanntesten wurde H. durch seine ausgedehnten Schweremessungen auf den Ozeanen (1901–04). Er stellte mittels Luftdruckmessungen auf dem Meer normale Schwerewerte fest, die den Festlandswerten entsprachen, und konnte damit die Theorie der Isostasie bestätigen. Ferner verbesserte er verschiedene geophysikalische Instrumente, so die Eötvössche Drehwaage. 1910 wurde er Leiter der Hauptstation für Erdbebenforschung in Straßburg/Elsaß. Ihre Aufgaben wurden nach dem 1. Weltkrieg durch die Reichsanstalt für Erdbebenforschung in Jena übernommen, die durch H.s Bemühungen 1922/23 errichtet und zu deren Direktor er bestellt wurde. Dank H.s großem organisatorischem Talent und seinen hervorragenden Fähigkeiten bei der Konstruktion und der Verwendung geophysikalischer Instrumente wurden die von ihm geleiteten Institute zu Zentren der deutschen Erdbebenforschung. Als Mitarbeiter in internationalen geophysikalischen Gremien, Mitherausgeber von „Gerlands Beiträgen zur Geophysik“ (seit 1911) und Gründer der Deutschen Seismologischen (1922) beziehungsweise Geophysikalischen (ab 1924) Gesellschaft förderte er die Entwicklung der Geophysik.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina (1910) u. d. Ak. der Wiss. d. UdSSR (1924), korr. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Göttingen (1919). Geh. Reg.-Rat.

  • Werke

    Weitere W u. a. Irdische Schwere, in: Hdb. d. physikal. u. techn. Mechanik II, 2, 1930 (mit O. Meißner); Bestimmung d. Schwerkraft auf d. Atlant. Ozean sowie in Rio de Janeiro, Lissabon u. Madrid, 1903; Beobachtungen an Horizontalpendeln üb. d. Deformation d. Erdkörpers unter d. Einfluß v. Sonne u. Mond, 2 Hh., 1907/11; Bestimmung d. Schwerkraft auf d. Ind. u. Großen Ozean, 1908; Bestimmung d. Schwerkraft auf d. Schwarzen Meer, 1910. - Hrsg.: Fürst B. Galitzin, Vorlesungen üb. Seismometrie, 1914

  • Literatur

    . E. Kohlschütter, in: Zs. f. Geophysik 14, 1938, S. 235-40 (W-Verz., P); Pogg. VI, VII a; Rhdb. (P).

  • Autor

    Hans-Günther Körber
  • Empfohlene Zitierweise

    Körber, Hans-Günther, "Hecker, Oskar" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 184 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116561505.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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