Lebensdaten
1865 bis 1943
Geburtsort
Pichling (Steiermark)
Sterbeort
Gräfelfing bei München
Beruf/Funktion
Hüttendirektor
Konfession
katholisch?,evangelisch
Normdaten
GND: 135684811 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hauttmann, Richard

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Zitierweise

Hauttmann, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135684811.html [14.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand (1834–1927, kath.), Dir. d. Eisenhütten P. u. Donawitz/Steiermark, S d. Hippolyt (1802–87), Bildhauer u. Hofstukkateur in München, u. d. Sophie Ehrl;
    M Wilhelmine (1841–1921, kath.), T d. William Baildon (1815–73), Eisenwerksleiter in Prävali/Kärnten u. Donawitz/Steiermark (s. L), u. d. Bertha Miketta;
    Ur-Groß-Om John Baildon ( 1846), Eisenhüttenmann (s. NDB I); Vt 2. Grades Max (s. 1);
    - 1) Witkowitz 1891 Rosalie (1872–1922), T d. Hütten-Ing. Albert Sailler u. d. Rosalie Mannlicher (Schw d. Waffenkonstrukteurs Ferd. v. Mannlicher, 1904), 2) Bremen 1924 Helene Meyerdirks (1862–1934), Wwe d. Heinr. Wiegand ( 1909), Gen.dir. d. Norddt. Lloyd, 3) Gräfelfing 1935 Gertrud Schmidt (1874–1950);
    3 S, 1 T aus 1), u. a. Alexander (* 1904), Dir. d. Schwäb. Hüttenwerke in Aalen;
    N Hubert (* 1895), Dr.-Ing., Eisenhüttenmann, Dir. d. Forschungsinst. d. Gutehoffnungshütte, Oberhausen, dann d. Vereinigten österr. Eisen- u. Stahlwerke AG, Miterfinder am LD-Verfahren (Stahlherstellung nach dem Sauerstoffaufblas-Verfahren).

  • Leben

    H. studierte 1883-88 an der Montanistischen Hochschule Leoben Bergbau und Hüttenkunde. Seine berufliche Laufbahn begann|1888 im Eisenhüttenwerk Witkowitz/Mähren. 1895 wurde er als Oberingenieur an das Kombinat Krompach/Nordungarn berufen. Vier Jahre später übernahm er die Leitung der neu zu schaffenden Donez-Jurjewska Berg- und Hüttenwerke des großen russischen Industriereviers von Kriwoirog und im Donezbecken. Als erster erblies er auf russischem Boden mit Erfolg hochprozentiges Ferromangan und legte damit den Grundstein zu einem der heute bedeutendsten östlichen Erzkombinate. Der Verlauf des russisch-japanischen Krieges (1904–05) bewog H. zur Rückkehr nach Österreich; er ließ sich in Wien als Zivilingenieur nieder und war als Sachverständiger in Ungarn und auf dem Balkan tätig.

    Heinrich Wiegand, Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd, plante damals, Bremens beginnende Großindustrialisierung durch ein Hüttenwerk an seeschiffstiefem Wasser zu erweitern. 1906 wurde die Norddeutsche Hütte GmbH als Gründungsgesellschaft niedergesetzt; 1907 wurde H. Direktor des Unternehmens. Bei der Umwandlung der GmbH in eine AG 1908 wurde er ihr 1. Vorstand. H. plante, eine Hütte zu schaffen, die aus einem Hochofen-, einem Stahl- und einem Walzwerk sowie einem Zementwerk bestehen sollte; es vergingen jedoch nahezu 50 Jahre, bis das großangelegte Projekt durch die heutigen Klöckner-Werke, die 1953 das Werk von Krupp kauften, verwirklicht werden konnte. – H. setzte sich für den Ausbau der neuen Hafenbecken in Bremen-Oslebshausen (der heutigen Industriehäfen) und der dazu notwendigen Schleuse ein. Unterstützt von Wiegand und Hafenbaudirektor E. Suling, erreichte H. dieses Ziel 1911. Die Hütte wurde am 1.3.1911 eröffnet, einen Monat später bereits der Hochofen I, nach weiteren 4 Wochen der Hochofen II angeblasen. Als nach Ausbruch des 1. Weltkrieges und in den Nachkriegsjahren die Erz- und Koks-Versorgung stark behindert war, ging H. mutig dazu über, in den Hochöfen hochwertiges Roheisen aus Stahlschrott in Sätzen weit über das gebräuchliche Maß hinaus (bis 80 %) bei niedrigstem Koksverbrauch zu erschmelzen und dabei eine Schlacke zu gewinnen, die sich für die Erzeugung von Zement für Wasserbauten bestens eignete; so wurde beim Bau der damals größten Seeschleuse der Welt in Ijmuiden/Niederlande für die Schleusenmauern ausschließlich der Hochofenzement „Weser“ verwendet.

    Als Folge der Stahlkrise von 1925/26 mußte das Werk 1929 seine Produktion einstellen. H. half dem Unternehmen über die schwere Zeit hinweg. Bereits bei der Gründung hatte er geplant, das anfallende Koksofengas in Form einer Ferngasversorgung der Stadt Bremen zu verwerten. 1929 wurden zunächst einige kleine Gemeinden der Umgebung an das Gasnetz der Hütte angeschlossen. Als es ihm 1930 gelang, mit der Stadt einen Lieferungsvertrag von jährlich 10 Millionen cbm abzuschließen, war die Erhaltung des Werkes gesichert. – In diese Jahre fiel auch die Erfindung eines Universalgießhallenkrans mit Masselformmaschine (Patent Hauttmann-Ardelt), der sich ebenfalls in anderen Hochofenwerken Deutschlands rasch durchsetzte. Durch ihn war es möglich geworden, besonders dort, wo in einer Halle mehrere Hochöfen dicht beieinander standen, die Nutzfläche der Gießhalle um nahezu 100 % zu steigern.

  • Werke

    Hüttenindustrie, in: Die Freie Hansestadt Bremen, 1922, S. 99.

  • Literatur

    W. Rollenhagen, Gießhallenkran mit Masselformmaschine, in: Stahl u. Eisen 51, 1931, S. 936-38;
    ebd. 63, 1943, S. 852 (P). - Zu Gvm William Baildon: Dt. Ztg., Wien, v. 31.12.1873 u. 24.1.1874.

  • Portraits

    Phot. (Bremen, Staatsarchiv).

  • Autor/in

    Eugen De Porre
  • Empfohlene Zitierweise

    De Porre, Eugen, "Hauttmann, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 134 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135684811.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA