Lebensdaten
1856 bis 1929
Beruf/Funktion
Kunstdrucker
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 119477874 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Albert, Eugen
  • Albert, E.

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Albert, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119477874.html [21.09.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Josef Albert (s. 2);
    Gvv Karl Albert, Kreisingenieur in München, (entwickelte ein Projekt des Donau-Main-Kanals);
    M Maria Deuringer aus Augsburg;
    1) Clara Reinach aus Mainz, 2) Lulu Lazard aus Wiesbaden, Malerin.

  • Leben

    A. studierte in München und Heidelberg Physik und Chemie (1882 Dr. phil.). 1883 gründete er die Münchener Kunst- und Verlagsanstalt Dr. E. A. & Co., die er zur Versuchsanstalt seiner Erfindungen benützte, 1908 die A.-Compagnie m. b. H. in München, um seine 70 Patente auszunützen. A.s Lebensarbeit war ausschließlich der Verbesserung der Wiedergabetechnik von Bildern gewidmet. Stark angeregt durch die bedeutenden Arbeiten des Vaters auf dem Gebiete des Lichtdrucks, ging er früh eigene Wege. Schon seine Doktorarbeit über die Änderung des Farbtons bei abnehmender Lichtstärke weist auf das Ziel, den farbigen Bilddruck auf photomechanischer Grundlage bei höchster Qualität zur Massenherstellung geeignet zu machen. Bisher war die Photographie nicht imstande, farbige Originale durch eine Schwarz-Weiß-Reproduktion in richtigen Tonwerten wiederzugeben. A. erfand 1883 die isochromatische Bromsilber-Kollodium-Emulsion, indem er die Kollodium-Emulsion mit einer Lösung von Eosin-Silber in Ammoniak versetzte. Er steigerte die Empfindlichkeit der Emulsion auf das Siebenfache und erreichte tonrichtige isochromatische Wiedergabe der Farbe. Als unmittelbare Folge seiner Erfindung wurde durch F. Bruckmann in München die „Photographische Union“ zur Herausgabe von Kunstblättern nach Werken Münchener Künstler gegründet. Er selbst verlegte große Reihen von Gemäldereproduktionen (Schack-Galerie, Böcklin, Trübner, Lenbach usw.). 1891 machte A. seine zweite bedeutende Erfindung, die zur praktischen Vervollkommnung des Mehrfarbendrucks führte. Er beseitigte die im Auge entstehende optische Mischung der Farben, das sog. Moirémuster, durch Herstellung von Druckflächen, auf welchen die Linien- und Punktsysteme um je mindestens 30° gedreht sind. 1902-04 gelang A. seine dritte wichtige Erfindung, das nach ihm benannte A.-Galvano, nämlich eine Matritze aus Weichblei, die auf kaltem Wege geprägt wird. Dadurch wird jede Verformung der feinen Druckelemente vermieden. Es entstanden erstmalig identische Duplikate des Originalklischees. Diese Identität ist für den Mehrfarbendruck von besonderer Bedeutung. Erst durch das A.-Galvano wurden Massen-Auflagen von ein- und mehrfarbigen Netzätzungen im Buchdruck möglich. Zu den weiteren Erfindungen A.s gehören der Kopierraster, das Reliefklischee und eine Ätzmaschine.

  • Literatur

    50 Jahre Reproduktionstechnik 1876-1926, Dr. E. A., 1926;
    J. M. Eder, Ausführl. Hdb. d. Photogr. II, 2, 1927, S. 203 u. IV, 3, 1929, S. 29;
    ders. Gesch. d. Photographie I, 41932, S. 528 f. (P);
    K. H. Broum, in: Photograph. Korrespondenz, Bd. 65, 1929, S. 237-40;
    DBJ XI (Totenliste 1929).

  • Autor/in

    Horst Kliemann
  • Empfohlene Zitierweise

    Kliemann, Horst, "Albert, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 136-137 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119477874.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA