Lebensdaten
1851 bis 1923
Geburtsort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Astronom
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116503505 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hartwig, Karl Ernst Albrecht
  • Hartwig, Carl Ernst Albrecht
  • Hartwig, Ernst
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Zitierweise

Hartwig, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116503505.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (* 1820), Oberrevisor d. Gen.-Post-Direktion in F., S d. Zahlmeisters Ernst Konr. Phil. in Bayreuth u. d. Joh. Georgine Vogel;
    M Elise (* 1816), T d. Regierungskanzlisten Joh. Frdr. Vogel in Bayreuth u. d. Cath. Margarete Joh. Hacker;
    1889 Nanette, T d. Pfarrers Chrstn. Müller in Walsdorf b. Bamberg u. d. Lina Sucro;
    2 T.

  • Leben

    H. studierte seit 1869 Mathematik, Physik und Astronomie in Erlangen, Leipzig, Göttingen und München (Lehramtsexamen 1873). Anschließend wurde er an der Universitäts-Sternwarte in Straßburg angestellt, wo er bei A. Winnecke entscheidende Anregungen erhielt und 1880 mit der Dissertation „Beitrag zur Bestimmung der physischen Libration des Mondes“ promoviert wurde. In die Straßburger Jahre fallen Studienreisen nach Österreich, Rußland und in die skandinavischen Länder. Im Winter 1882/83 leitete er die deutsche Venus-Expedition nach Bahia Blanca in Südamerika. 1884 ging er als Observator und Dozent nach Dorpat (russischer Hofrat). 1886 wurde er vom bayerischen Innenministerium zum Direktor der von ihm zu erbauenden Remeis-Sternwarte nach Bamberg berufen. Die Eröffnung fand 1889 statt. Unter H.s maßgeblichem Einfluß war aus den vorhandenen Mitteln – einen Teil der Instrumente hatte der Stifter, Dr. iur. Karl Remeis (1837–82), Verfasser von astronomischen Arbeiten und Berichten (s. Pogg. III, VI), bereits angekauft – ein Institut entstanden, das neuzeitlichen Anforderungen gerecht wurde, vor allem für heliometrische Messungen eingerichtet war, aber auch im Sinne des Stifters der Volksbelehrung diente.

    H.s wissenschaftliche Leistungen liegen auf astronomischem und astrophysikalischem Gebiet. Er hat 2 Kometen, 1879 IV und 1888 III, sowie die Supernova 1885 im Andromedanebel entdeckt. Er befaßte sich mit der Bestimmung der Planetendurchmesser (Venus und Mars, Untersuchung der systematischen Messungsfehler). Messungen am Heliometer, die mehr als 40 Jahre umfassen, hat er für eine Darstellung der Theorie der physischen Libration und für eine Neubestimmung der Rotationselemente des Mondes ausgewertet. Daneben war aber seine Lebensarbeit den veränderlichen Sternen gewidmet, vor allem den Langperiodischen und den Neuentdeckten. Mit G. Müller (Potsdam) gab er die|„Geschichte und Literatur der veränderlichen Sterne“ heraus, allein bearbeitete er die jährlichen Ephemeriden (beides im Auftrag der Astronomischen Gesellschaft).

  • Werke

    Weitere W u. a. Über d. Bamberger Sternwarte, in: Vj.schr. d. astronom. Ges. 22, 1887, S. 329-35;
    Kat. u. Ephemeriden veränderl. Sterne f. d. J. 1892-1922, ebd. 26, 1891, - 57, 1922;
    Beobachtung e. dunklen Flecks auf Jupiter, in: Astronom. Nachrr. 140, 1896, Sp. 167 f.;
    Über d. Bestimmung d. Sonnenparallaxe aus Beobachtungen d. Planeten (433) Eros, ebd. 153, 1900, Sp. 133-36;
    Nachr. üb. d. Heliometermessungen d. Planeten (433) Eros z. Bestimmung d. Sonnenparallaxe, ebd., Sp. 145-54;
    Beobachtungen veränderl. Sterne, in: Veröff. d. Remeissternwarte zu Bamberg I, 1910-13;
    Gesch. u. Lit. d. Lichtwechsels d. bis Ende 1915 als sicher veränderl. anerkannten Sterne nebst e. Kat. d. Elemente ihres Lichtwechsels, Bd. 1-3, 1918-22 (mit G. Müller).

  • Literatur

    C. Hoffmeister, in: Astronom. Nachrr. 219, 1923, S. 186 f.;
    ders., in: Vj.schr. d. astronom. Ges. 59, 1924, S. 19-24;
    E. Heise, in: DBJ V, S. 154-57 (u. Tl. 1923, W, L);
    Pogg. III-VI.

  • Autor/in

    Wolfgang Strohmeier
  • Empfohlene Zitierweise

    Strohmeier, Wolfgang, "Hartwig, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 14 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116503505.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA