Lebensdaten
1731 bis 1811
Geburtsort
Plieningen bei Stuttgart
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Kameralist ; württembergischer Hof- und Domänenrat in Stuttgart
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116498404 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hartmann, Johann Georg
  • Hartmann, Georg
  • Hartmann, Johann Georg
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Zitierweise

Hartmann, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116498404.html [19.06.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1710–96), württ. Oberstutenmeister am Hauptgestüt Marbach, S d. Metzgers Michael in P., aus Bauern-, Weber- u. Gastwirtfam. in P., u. d. Catharina Fröschlin;
    M Magdalena (* 1708), T d. Müllers Otto Leonh. Koch in d. Pliensau-Mühle b. Eßlingen/Neckar u. d. Anna Kath. Emma Fuchs;
    B Chrstn. Frdr. (1740–1822), Oberstutenmeister am Hauptgestüt Marbach;
    - Marbach 1761 Juliane Frieder. (1737–99), T d. Landschaftseinnehmers Joh. Frdr. Spittler in St.;
    7 S (1 früh †), 4 T (2 früh †), u. a. August (s. 1), Ludwig (s. 4), Friedrich (1767–1851), Oberamtsarzt in Göppingen, Geognost, Heinrich (1769–1857), Oberfinanzrat in Ludwigsburg, Wilhelm (1770–1823), Oberamtsarzt in Backnang, Botaniker, Entomologe, Ferdinand (s. 2);
    E Karl Mayer (1786–1870), Dichter. Louis Mayer (1791–1843), Maler (beide s. ADB 21).

  • Leben

    H. besuchte das Gymnasium in Stuttgart und dann eine Schreiberlehre und -praxis. Nachdem er 1753 zum Fourageverwalter am Marstall in Stuttgart bestellt worden war, begann eine steile und vielseitige Laufbahn als Kameralist: 1761 Kammerrat, 1767 wirklicher Rat im Rentkammerkollegium, unter anderem mit dem Referat für Marstall- und Gestütssachen, seit 1789 mit der Amtsbezeichnung Hof- und Domänenrat, ein Aufstieg, nicht ungetrübt durch Spannungen zwischen dem aufrechten Manne und dem schwierigen Herzog Karl Eugen. Nach über 50 Jahren Dienst sah er sich 1806 durch König Friedrich in zurücksetzender Form in den Ruhestand entlassen. H. hat sich durch verschiedene Veröffentlichungen, zumal über Pferdezucht, weit über Württemberg hinaus einen Namen gemacht, war Mitglied der gelehrten Gesellschaften in Ludwigsburg, Petersburg, Zürich und Bern geworden und hatte 1781 ein lockendes Angebot in die Dienste Friedrichs des Großen abgelehnt. Vom sogenannten Reformlandtag ersucht, reichte er diesem 1787 „Gutächtliche Gedanken“ über die damals dringende Umlegung der Kriegsschulden ein, wobei er unter anderem empfahl, die Universität Tübingen freizulassen. H.s vorzügliche Bedeutung lag in der Strahlungskraft und Würde seiner Persönlichkeit, dank deren er, ohne selbst künstlerisch oder dichterisch produktiv zu sein, und trotz ökonomisch bescheidener Lage es verstand, sein Haus in Stuttgart zu einem einzigartigen Mittelpunkt des geistig literarischen Lebens seiner Zeit zu machen. Hier verkehrten unter anderem der Dichter und Philosoph Conz, der Dichter und Journalist Schubart, die Epigrammatiker Weißer und Haug, die Künstler Guibal und J. G. Müller. Häufiger Gast war Johann Kaspar Schiller, dessen Buch über Obstbaumzucht H. redigierte. Als Schillers Sohn, der Dichter, 1793 zum ersten Besuch nach Stuttgart kam, suchte er als ersten H. auf, der ihm eine Wohnung besorgte und fast täglich mit ihm zusammen war. Schon 1779 waren Herzog Karl August von Weimar und Goethe, aus der Schweiz kommend und von Lavater – auch einem Hausfreund H.s – an ihn gewiesen, von ihm eine Woche lang „alle Tage“ in Stuttgart und Umgebung begleitet worden. Auch Friedrich Nicolai besuchte bei seiner Reise nach Süddeutschland 1781 den berühmten Mann und pries in seiner Reisebeschreibung dessen wissenschaftliche Einsichten und persönliche Güte. H. war Gründungs- und tätiges Mitglied der Stuttgarter Freimaurerloge „Zu den drei Cedern“ 1774 bis zu ihrer Auflösung durch Herzog Karl Eugen 1780. Seine Bibliothek, seine Reskripten- und seine Gemälde-Sammlung gehörten zu den Stuttgarter Sehenswürdigkeiten. Die wenigen Jahre des Ruhestandes füllte er mit wissenschaftlichen Arbeiten aus. Das meiste blieb freilich ungedruckt. Von einer mit großen Mühen und Opfern jahrzehntelang betriebenen Sammlung der württembergischen Gesetze vermochte er nur die Ehe- und Kirchengesetze in 4 Bänden zum Druck zu bringen, drei davon auf eigene Kosten.

  • Werke

    Abh. üb. d. … Preisfrage: Ob es … vorteilhaft sein könnte, daß in Schweden e. nationelle Kleidung eingerichtet … würde, 1774;
    Die Pferde- und Maulthierzucht, Stuttgart 1777, 21786 u. d. T. Anleitung z. Verbesserung d. Pferdezucht …, franz. Übers. d. 2. Aufl. u. d. T. Traité des haras …, Paris 1788;
    Gesetze d. Hzgt. Wirtemberg …, T. 1-4, Stuttgart 1791-98;
    Gutächtl. Gedanken üb. d. Umlage d. neuerlichen Kriegsschäden …, ebd. 1797.

  • Literatur

    B. Haug, Das gel. Wirtemberg, Stuttgart 1790;
    Herbert Meyer, in: Lb. Schwabengeändert aus: Schwäb. Lb. [d. Red.] II, 1941, S. 200-07 (W, L, P: Ölgem. v. Ferd. Hartmann[S]). - s. a. L z. Gesamtfam.

  • Autor/in

    Paul Gehring
  • Empfohlene Zitierweise

    Gehring, Paul, "Hartmann, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 733-734 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116498404.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA