Lebensdaten
1762 bis 1835
Geburtsort
Aurich
Sterbeort
Aurich
Beruf/Funktion
Arzt ; Badearzt
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 139873171 | OGND | VIAF: 102710335
Namensvarianten
  • Halem, Friedrich Wilhelm von
  • Halem, Fridericus G. von
  • Halem, Fridrich W. von
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Zitierweise

Halem, Friedrich Wilhelm von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139873171.html [13.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1726–85), preuß. Rat u. Amtmann, S d. Henrich, Bes. d. Freiguts Barstede, ostfries. Regierungs- u. Hofgerichtssekr. in A., u. d. Marie Christine v. Bode;
    M Dorothea (1733–62), T d. Joh. Schnedermann, preuß. Vize-Hofrichter u. Regierungsdir. in A., u. d. Anna Vieth;
    1) Emden 1788 Susanne (1765–90), T d. Gerhard v. Halem (1720–95), preuß. Oberamtmann in Esens, u. d. Theda Beata Becker, 2) Riepe 1791 Anna (1771–1845), T d. Justiz-Bgm. Wilh. Rud. Mencke u. d. Anna Helena Roese; kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Medizinstudium in Halle, Göttingen und Berlin ließ sich H. 1786 in Emden als praktischer Arzt nieder. Die einträgliche Praxis, die ihm noch Muße zu wissenschaftlicher Tätigkeit gelassen hatte, gab er auf, als er auf Antrag seiner Vaterstadt gegen die Kandidaten des Königs und des Kronprinzen 1797 von den ostfriesischen Landständen zum Landphysikus von Ostfriesland gewählt worden war. Von nun an blieb er bis zu seinem Tode, trotz aller politischen Umwälzungen, der oberste Medizinalbeamte Ostfrieslands, das zunächst zu Preußen gehörte, dann holländisch, französisch, wieder preußisch und 1815 schließlich ein Teil des Königreichs Hannover wurde.

    Unermüdlich war er bemüht, auch in diesem abgelegenen Lande mit seinen schlechten Verkehrsbedingungen ein modernes Medizinalwesen aufzubauen. Er reformierte die schon bestehende Hebammenschule (deren Leiter er wurde), indem er die Schülerinnen neben dem theoretischen Unterricht auch praktisch in der Geburtshilfe unterwies. Viele Vorschläge seiner zahlreichen Denkschriften, die zum Beispiel auf eine bessere Versorgung der Landbevölkerung mit Ärzten, Hebammen und Arzneimitteln abzielten, sowie ein Plan, der das ganze staatliche Gesundheitswesen neu ordnen sollte, scheiterten an der Sparsamkeit der Landstände. Andere Projekte verwirklichte er auf eigene Kosten, obwohl ihn sein geringes Gehalt als Landphysikus zwang, nebenbei noch eine ärztliche Praxis zu betreiben. Ein Werk, das er trotz aller Hindernisse durchführen konnte, war die Gründung des ersten deutschen Nordseeheilbades auf der Insel Norderney. 1794 war in Doberan an der Ostsee das erste Seebad entstanden, aber an der Nordsee mit dem starken Gezeitenwechsel und dem höheren Seegang wollte es niemand wagen. H. wies in einer Denkschrift nach, daß gerade hier, und zwar auf einer der Inseln, die besten Voraussetzungen für die Errichtung eines Bades bestanden. Die Landstände, die grundsätzlich zustimmten, wollten aus finanziellen Gründen ein Bad auf dem Festland vorziehen, aber H. erreichte es, daß die verkehrsmäßig besonders günstig gelegene Insel Norderney gewählt wurde. H. ließ sich auch nicht beirren, als ihm nur für drei Jahre je 500 Reichstaler bewilligt wurden. Er verbrachte selbst mehrere Monate im Jahr auf der Insel und überwachte als Badearzt und in den ersten Jahren auch als Leiter der Verwaltung den Fortgang der Arbeiten an den Badeeinrichtungen und am „Conversationshaus“, dem Vorgänger des modernen Kurhauses. Auch als nach den Jahren des Krieges und der Besetzung 1814 der Badebetrieb wieder aufgenommen werden konnte, nahm sich H. persönlich wieder der Geschicke des Bades an.

  • Werke

    W u. a. Btr. z. d. Schrr. üb. d. Blattern, in: Neues Mgz. f. Aerzte, hrsg. v. E. G. Baldinger, 1789;
    Versuch e. Verz. d. Schrr. üb. d. phys. Erziehung d. Kinder, ebd. 1791;
    Dreifaches Register üb. d. Mgz. f. Aerzte u. d. 10 Bde. d. „Neuen Mgz.v. Baldinger, Leipzig 1790;
    - Über d. Seebadeanstalt auf d. ostfries. Insel Norderney, 1801;
    Beschreibung d. z. Fürstenthum Ostfriesland gehörigen Insel Norderney u. ihrer Seebade-Anstalten, 1815;
    Die Insel Norderney u. ihr Seebad nach d. gegenwärtigen Standpunkte, 1822;
    - Übers.: Naturhist. Abhh. d. batav. Ges. d. Wiss. z. Haarlem, 1802.

  • Literatur

    E. Galbas, Sonne üb. Norderney, Gesch. e. kleinen Residenz, 1947;
    J. C. Stracke, 5 Jhh. Arzt u. Heilkunst in Ostfriesland, 1960; P
    . A. Galbas, F. W. v. H., in: Ostfriesland, Zs. f. Kultur, Wirtsch. u. Verkehr, 1, 1963, S. 1-7 (P);
    G. Möhlmann, Gesch. d. Insel u. d. Seebades Norderney, in: Fries. Jb., 1964, S. 74-93, bes. 79-81;
    NND XIII, S. 509-14;
    BLÄ.

  • Portraits

    Pastellbild (im Bes. d. Fam.).

  • Autor/in

    Hilmann von Halem
  • Empfohlene Zitierweise

    Halem, Hilmann von, "Halem, Friedrich Wilhelm von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 536 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139873171.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA