Lebensdaten
1898 bis 1944
Geburtsort
Wollin (Pommern)
Sterbeort
Lesneven (Departement Finistère, Frankreich)
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 125021992 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haenzel, Gerhard Karl Theodor
  • Haenzel, Gerhard
  • Haenzel, Gerhard Karl Theodor
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Zitierweise

Haenzel, Gerhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd125021992.html [15.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Alwin (1864–1931), Lehrer, Schulrat, S d. Gutsbes. Julius in Webau b. Weißenfels u. d. Joh. Wilhelmine Beyer;
    M Margarethe (1869–1936), T d. Siedemeisters Chrstn. Andr. Carl Hellwig in Halle u. d. Anna Marie Klara Eckstein;
    Berlin 1924 Gertrud (* 1904), T d. Gymnasialoberlehrers Gustav Wichmann u. d. Margarete Bonwetsch;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    Nach Teilnahme am 1. Weltkrieg studierte H. 1920-25 an der TH Berlin Mathematik und Physik und war anschließend dort als Assistent bei den Mathematikern G. Hamel, St. Jolles und E. Salkowski tätig. Die entscheidenden Anregungen für sein wissenschaftliches Schaffen empfing er bei Jolles (1926|Promotion zum Dr.-Ingenieur bei Jolles). Nach der 1929 bei Salkowski erfolgten Habilitation war H. zunächst als Privatdozent an der TH Berlin tätig. 1933 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Geometrie an der TH Karlsruhe als Nachfolger von R. Baldus. In dieser Zeit sind aus seiner Feder eine größere Anzahl von Veröffentlichungen, in erster Linie auf dem Gebiet der algebraischen Geometrie, vor allem der Liniengeometrie, erschienen, daneben fanden auch Beziehungen zwischen Geometrie und Physik schon früh sein Interesse. Seine Themen haben ihre Wurzel zunächst in anschaulich-geometrischen Sachverhalten, bald erfolgt aber mit Hilfe von Abbildungen ein Brückenschlag zu anderen Gebieten der Mathematik, insbesondere zu Funktionentheorie und Differentialgleichungen. In seiner Lehrtätigkeit hat er sich um den Unterricht in der Darstellenden Geometrie besondere Verdienste erworben durch einen systematischen Aufbau, der ohne Verzicht auf wissenschaftliche Strenge die Bedürfnisse und die Vorstellungswelt des Ingenieurs und Architekten wesentlich mehr als bisher in den Vordergrund stellte. 1937 übernahm H. in Karlsruhe den Lehrstuhl für Mathematik und mathematische Technik und bemühte sich nun, einen der Vorstellungswelt des Ingenieurs angemessenen Unterricht in der Höheren Mathematik in entsprechender Weise zu gestalten. Seine wissenschaftlichen Interessen wurzeln auch seitdem zwar nach wie vor in der Geometrie, Beziehungen zur modernen Physik treten aber thematisch in den Vordergrund. Von besonderem Interesse sind seine letzten Arbeiten, die, Zusammenhänge zwischen Geometrie und Wellenmechanik behandelnd, die Äquivalenz der Struktur der Operatoren der Diracschen Wellengleichung mit verschiedenen Konfigurationen der projektiven Geometrie und der Liniengeometrie sowie der Ikosaedergruppe aufdeckten. Mit einer Arbeit aus diesem Bereich wurde er 1940 an der Universität Freiburg ein zweites Mal promoviert (Dr. rer. nat.). Derartige Strukturfragen und auch andere neue Probleme fanden in so starkem Maße sein Interesse, daß er sich, trotz der großen Aufgeschlossenheit für die Belange der Mathematik an einer Technischen Hochschule, entschloß, 1943 einen Ruf auf ein Ordinariat für Mathematik an der Universität Münster anzunehmen. Durch seinen frühen Tod blieben viele wissenschaftliche Pläne unvollendet.

  • Werke

    W u. a. Geometrie d. linearen Strahlenkongruenz u. ihre Gerade-Kugel-Transformation, in: Jber. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 42, 1932, S. 75-84;
    Geometrie u. Wellenmechanik, ebd. 49, 1939, S. 215-42, 50, 1940, S. 121-29, 52, 1942, S. 103-17;
    Analyt. Theorie d. Involution auf d. linearen Strahlenkongruenz u. deren Anwendung, in: Journal f. reine u. angew. Math. 166, 1932, S. 167-81;
    Geometr. Konstruktion d. transfiniten Zahlen Cantors, ebd. 170, 1933, S. 123-28;
    Geometrie d. linearen Strahlenkongruenz, ebd. 173, 1935, S. 91-113, 175, 1936, S. 169-81, 178, 1938, S. 229-52, 185, 1943, S. 78-101;
    Geometrie d. linearen Strahlenkomplexes, ebd. 174, 1936, S. 226-36;
    Polarentheorie d. linearen Strahlenkomplexes u. s. Strahlenkongruenzen, ebd. 181, 1939, S. 45-60;
    Diracsche Wellengleichung u. d. Ikosaeder, ebd. 183, 1941, S. 232-42;
    Zeitl. veränderl. Metrik, in: Mh. f. Math. u. Physik [Wien] 39, 1932, S. 267-78, 399-402;
    Gerade-Kugel-Abb. d. linearen Strahlenkongruenz, in: SB d. Berliner math. Ges. 31, 1932, S. 12-16;
    Euklid. Geometrie, nichteuklid. Geometrie u. Raum - Zeitstruktur im System Spinozas, ebd., S. 55-67;
    Trägheitsflächen d. polaren Raumes, in: Tôhoku math. Journal 36, Sendai/Japan 1932, S. 41-49;
    Nichteuklid. Geometrie u. ihre Verwendung in d. Physik, ebd. 43, 1937, S. 33-57;
    Polygonfläche d. period. Systems d. Elemente, in: Zs. f. Physik 120, 1943, S. 283-300;
    Die Brogliesche Theorie d. Photons in geometr. Darst., in: Zs. f. techn. Physik 24, 1943, S. 87-90.

  • Literatur

    F. Reutter, in: Festschr. TH Friedericiana Karlsruhe, 1950, S. 127;
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Fritz Reutter
  • Empfohlene Zitierweise

    Reutter, Fritz, "Haenzel, Gerhard" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 447 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd125021992.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA