Lebensdaten
1835 bis 1911
Geburtsort
Duisburg
Sterbeort
Hannover
Beruf/Funktion
Industriechemiker ; Fabrikant
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136755682 | OGND | VIAF: 81046598
Namensvarianten
  • Haën, Carl Johann Eugen (später)
  • de Haen, Carl Johann Eugen
  • Haen, Eugen de
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Zitierweise

Haen, Eugen de, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136755682.html [25.02.2021].

CC0

  • Genealogie

    Die Vorfahren kamen Ende 17. Jh. als Glaubensflüchtlinge nach Köln;
    V Wilhelm (1791–1862), Großkaufm. (Importeur) in D. (s. L), S d. Hermann (1752–1827), Kaufm. in Kreuznach u. Neuwied, u. d. Kaufm.-T Elis. Henr. Maria Achenbach;
    M Jacobine Elisa (1799–1876), T d. Conr. Jac. Carstanjen (1763–1840), Prof. d. Med. u. letzter Rektor d. Univ. Duisburg, u. d. Susanna Schaumburg;
    Hainholz b. Hannover 1862 Mathilde (1834–1909), T d. Försters Gg. Heinr. Schröder u. d. Doris Cohne;
    10 K, u. a. Wilhelm (1864–1939), Nachf. d. V (s. Wenzel), Katharina ( Leopold Peill, 1872–1941, Glashüttenbes.);
    N Max Carstanjen ( 1934), Brückenbauer (s. NDB III).

  • Leben

    H. besuchte, nachdem die Eltern 1840 nach Düsseldorf gezogen waren, dort das Gymnasium|bis zur 2. Klasse. 1853 ging er als Praktikant an das Unterrichtslaboratorium von R. Fresenius in Wiesbaden. – In Heidelberg studierte er ab 1854 Chemie bei Bunsen, Physik bei Kirchhoff und Mineralogie bei von Leonhard (Promotion 1856). Nach längerem vergeblichem Suchen trat er vorübergehend in eine böhmische Kattundruckerei ein. Bald darauf arbeitete er als Analytiker in einem Hochofenwerk und als Versuchschemiker in der Chemischen Fabrik „Silesia“ in Saarau in Schlesien. Mit dem dortigen Kollegen J. Knoevenagel ging er 1860 nach Linden bei Hannover und unterstützte diesen beim Aufbau eines „Laboratoriums für chemische Präparate“. – Nach käuflicher Übernahme der Apparate, Vorräte und Kundenlisten vom „Neu-Salzwerker Verein für chemische Fabrikation“ in Bad Oeynhausen gründete er 1861 die Firma „E. de Haen & Comp., Fabrik pharmazeutischer und technischer Chemikalien, Laboratorium chemischer Präparate für die Photographie“, die zunächst in Linden und seit 1862 im Dorf List vor Hannover arbeitete. Dank seinem chemischen Wissen, seiner technischen und kaufmännischen Begabung entwickelte H. sein Unternehmen bald zu einem international anerkannten chemischen Werk, das die Wissenschaft und Industrie des In- und Auslandes mit reinen Chemikalien und Reagentien sowie zahlreichen technischen Chemikalien belieferte. Er begann mit wenigen ungelernten Arbeitern und etwa 100 Präparaten und beschäftigte nach 50 Jahren über 1000 Arbeiter und Angestellte bei einem Produktionsprogramm von mehr als 10 000 Präparaten. – Nach dem Beginn in gemieteten Ökonomiegebäuden erbaute er 1867/68 eine Fabrik auf einem Grundstück, das er 1865 gekauft hatte. Dort wurde er unter andereme zum ersten Produzenten technischer Flußsäure auf dem Kontinent. – Um die Jahrhundertwende verlegte er sein Werk, um Bahnanschluß und bessere Wasser- und Abwassermöglichkeiten zu gewinnen, nach Seelze, westlich Hannover, angrenzend an den geplanten Mittellandkanal. Geschick in der Auswahl guter Mitarbeiter, in der technischen, kaufmännischen und sozialen Führung des Unternehmens zeichnete H. aus. Zu seinen jungen Chemikern gehörte unter anderem 1867-69 Heinrich Brunck. – Mit der Teilnahme an der Pariser Weltausstellung 1867 eröffnete er sich weite Beziehungen zum Weltmarkt. Er gründete 1884 eine der ersten Betriebskrankenkassen für seine Mitarbeiter. Seit 1922 eine Aktiengesellschaft, wurde 1923 das gesamte Aktienkapital von der J. D. Riedel AG in Berlin erworben. 1928 kam es zur Vereinigung der beiden Firmen unter dem Namen Riedel-de Haën.|

  • Auszeichnungen

    GKR (1909), Dr.-Ing. E. h. (TH Hannover).

  • Literatur

    90 J. E. de H., chem. Fabrik, 1954 (P);
    Ludwigshafener Chemiker I, 1958, S. 13;
    100 J. Chem. Fabrik E. de H., 1964 (P);
    H. Ramstetter, E. de H., in: Hannov. Geschbll. NF 20, 1966, S. 107-90 (L, P). - Zu V Wilhelm: E. Korn, in: Duisburger Forschungen 2, 1959, S. 212-21.

  • Autor/in

    Heiner Ramstetter
  • Empfohlene Zitierweise

    Ramstetter, Heiner, "Haen, Eugen de" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 436-437 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136755682.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA