Lebensdaten
1873 bis 1951
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Rottach-Egern
Beruf/Funktion
Kunsthändler ; Mäzen
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116931426 | OGND | VIAF: 54912910
Namensvarianten
  • Gutbier, Ludwig Wilhelm
  • Gutbier, Ludwig
  • Gutbier, Ludwig Wilhelm
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Gutbier, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116931426.html [15.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf (1841–1902), Kunsthändler, trat 1863 in die 1818 gegr. Kunsthandlung Ernst Arnold in D. ein, die er 1867 übernahm, S d. Prof. u. Schuldir. Adolf (1800–75), zuletzt in München;
    M Clara Sophie (* 1854), T d. Seifensiedermeisters Mann aus D.;
    Ur-Gvv Joh. Christoph Phil. (1766–1841), Pfarrer u. Maler, zuletzt in Pferdingsleben/Thür.;
    1) Hamburg 1908 Antonie ( 1945), T d. Kaufm. Iden, 2) Rottach-Egern 1946 Ella (* 1897), T d. Zigarrenhändlers Paul Weise aus D.;
    4 S aus 1) (2 ⚔).

  • Leben

    G. trat 1890 mit dem Einjährigenzeugnis als Lehrling in das väterliche Geschäft ein. Nach einem 7semestrigen Gaststudium an der Allgemeinen Abteilung der TH Dresden, der Vervollständigung seiner englischen und französischen Sprachkenntnisse und einer Kunstreise nach Holland mit einem Abstecher nach London (1895), wo er die graphische Kunst kennen und lieben lernte, veranstaltete er 1896 eine Ausstellung zeitgenössischer englischer Handzeichnungen sowie eine Ausstellung von Graphik lebender deutscher Künstler, mit der er die Arbeiten von Slevogt, Leibl, Thoma und Liebermann für Dresden bekannt machte. Seine besondere Liebe galt seither der zeitgenössischen deutschen Graphik; ihr erschloß er den Kunstmarkt (zum Beispiel erwarb die Albertina in Wien auf G.s Rat erstmalig neuere deutsche Handzeichnungen), richtete ihr ein eigenes Graphisches Kabinett in der Kunsthandlung Arnold ein und gründete den Verlag Ernst Arnold, mit dem er sie in Bildbänden einem breiteren Publikum zugänglich machte. 1898 erhielt G. Prokura, 1901 wurde er Teilhaber an der väterlichen Kunsthandlung. Nach dem Tode des Vaters erweiterte er 1906 das Geschäft mit der Eröffnung der Galerie Arnold in der Schloßstraße, wo er zahlreiche Ausstellungen moderner Kunst (unter anderem Kolbe, Lehmbruck, Nolde, Munch und die Maler der „Brücke“) veranstaltete; 1909 erfolgte die Errichtung einer Zweiggalerie in Breslau. – 1927 mußte G. die Räume in der Schloßstraße wieder aufgeben und kehrte in das Stammhaus der Firma zurück. 1930-33 veranstaltete er in den Vereinigten Staaten – zum Teil mit Unterstützung der Carl-Schurz-Foundation – Ausstellungen deutscher Graphik und konnte damit einen wertvollen Beitrag zur Propagierung der zeitgenössischen deutschen Graphik in Amerika leisten. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde G., der sich als Kunsthändler und Mäzen stets auch für „entartete“ Kunst eingesetzt hatte, diffamiert, in seinen geschäftlichen Bemühungen behindert und schließlich 1936 zur Aufgabe von Haus und Geschäft gezwungen. Er fand in München, später in Rottach-Egern Aufnahme, betätigte sich jedoch nur noch gelegentlich als Kunsthändler. – Von der aus Dresden vor dem Zugriff der Nationalsozialisten und der Zerstörung geretteten Graphik übergab seine Witwe 1958 über 600 Blätter – darunter Arbeiten von Corinth, Liebermann, Slevogt, Barlach, Beckmann, Dix, Feininger, Kokoschka, O. Mueller und Nolde – als „Ludwig-Gutbier-Stiftung“ der Staatlichen Graphischen Sammlung in München, die damit einen wesentlichen Teil ihres 1933-45 verlorenen Besitzes ersetzen konnte.

  • Literatur

    Leben u. Wirken e. Dresdner Kunsthändlers, L. G., 1934;
    H. Heilmaier, Die Stiftung G., in: Dt. Ztg. v. 6.9.1958;
    E. Göpel, Die L.-G.-Stiftung, in: Frankfurter Allg. Ztg. v. 25.9.1958;
    P. Halm, Die L.-G.-Stiftung, in: Münchner Jb. d. bildenden Künste, 3. Folge, Bd. 9/10, 1958/59, S. 406 f.

  • Portraits

    Zeichnung v. C. Reiser, Abb. in: Leben u. Wirken …, s. L;
    Phot. u. Federzeichnung v. E. Kesting, Abb. ebd.

  • Autor/in

    Martin Glaubrecht
  • Empfohlene Zitierweise

    Glaubrecht, Martin, "Gutbier, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 338 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116931426.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA