Lebensdaten
1876 bis 1926
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Jena
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116931361 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gutbier, Felix Alexander
  • Gutbier, F. Alexander
  • Gutbier, Felix Alexander
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Zitierweise

Gutbier, Alexander, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116931361.html [23.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1843–1916), Kaufm., Fabrikbes., S d. Herm. Eugen (1812–77), Goldarbeiter u. Senator in Langensalza, u. d. Marie Wilh. Fischer; M Fanny Thilo (1846–1919); 1) Erlangen 1902 ( 1916) Olga (* 1882), T d. Otto Fischer (1852–1932), Prof. d. Chemie in Erlangen (s. NDB V*) u. d. Hermine Schwalbe, 2) Stuttgart 1919 Gertrud Gaugier (1894–1953); 3 S aus 1), u. a. Rolf (* 1903), Prof. f. Städtebau u. Entwerfen a. d. TH Stuttgart.

  • Leben

    G. studierte in Dresden, München, Zürich und Erlangen bei W. Hempel, O. Fischer, F. Foerster und insbesondere bei A. Werner, der seine wissenschaftliche Laufbahn in entscheidender Weise beeinflußte. Er promovierte 1899 in Erlangen, wo er sich 1902 mit der Schrift „Studien über das Tellur“ habilitierte und 1907 außerordentlicher Professor wurde. 1912 wurde er als ordentlicher Professor für Elektrochemie und chemische Technologie an die TH Stuttgart berufen, 1922 nach Jena (Direktor des chemischen Laboratoriums). Hier bemühte er sich erfolgreich um eine Fakultätentrennung, das heißt eine selbständige mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät neben der philosophischen.

    G.s wissenschaftliche Bedeutung liegt auf den Gebieten der anorganischen Chemie, der Komplexchemie und insbesondere der Kolloidchemie. Ausgehend von Untersuchungen über kolloides Tellur, gelang es ihm unter anderem, Silber, Platinmetalle, Gold, Silicium, Selen, Quecksilber, Bor, Arsen, Antimon, Kupfer, Wismut in kolloider Form herzustellen. In diesem Zusammenhang untersuchte er zahlreiche, vielfach organische Stoffe auf ihre Wirksamkeit als Schutzkolloide (unter anderem Stärke, Saponin, Gelatine) und erfand einen Schnelldialysator. Der thermische Weg, Strahlungsbeeinflussung, Elektrolyse, Zerstäubung wurden als Hilfsmittel der Kolloidsynthese erprobt. Im Rahmen der komplexchemischen Arbeiten wurde eine große Zahl von Verbindungen, zumal der Platinmetalle, erstmalig hergestellt und untersucht. Hieraus wie aus der Analyse kolloider Systeme ergab sich die Ausarbeitung analytischer Verfahren und Trennungsmethoden und als schwierigstes Ergebnis die Bestimmung umstrittener Atomgewichte (Pd, Te, Bi).

  • Werke

    W u. a. Prakt. Anleitung z. Maßanalyse, 1905, 41924 (mit L. Birkenbach); Kolloidale Metalle d. Pt-Reihe, in: Journal f. prakt. Chemie 71, 1905; Stud. üb. anorgan. Kolloide, in: Kolloid-Zs. 4 u. 5, 1909; Stud. üb. Schutzkolloide, 14 Reihen, ebd. 18-33, 1916-23; Stärke als Schutzkolloid, in: Kolloidchem. Beihefte 5, 1913; Leitfaden d. qualitativen Analyse, 1920; Schnelldialysator, in: Berr. d. dt. chem. Ges. 55, 1922; Goethe, Ghzg. Carl August u. d. Chemie in Jena, 1926.

  • Literatur

    L. Birkenbach, in: Berr. d. dt. chem. Ges. 59, 1926, Abt. A; G. F. Hüttig. in: Zs. f. angew. Chemie 40, 1927; Die Sippe Gutbier, 5. Jg., Nr. 8, 1945, S. 22-25 (P).

  • Autor

    Josef Reitstötter
  • Empfohlene Zitierweise

    Reitstötter, Josef, "Gutbier, Alexander" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 337 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116931361.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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