Lebensdaten
erwähnt 1534, gestorben 1554
Geburtsort
Mainz
Sterbeort
(Frankfurt/Main ?)
Beruf/Funktion
Buchdrucker in Mainz und Frankfurt
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 119687399 | OGND | VIAF

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Zitierweise

Gülfferich, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd119687399.html [26.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    Aus Mainz; 5.7.1540 Margarethe ( 1] Niclas Hueter, Buchführer aus Annaberg, 2] Gg. Han, vor 1540, Buchbinder, 4] 1555 Jobst Gran, Buchbinder aus Haltern, führte d. G.sche Offizin bis 1556 weiter); Stief-S Weigand Han (1526/29-62), Drucker (s. Wwe Katharina geb. Intz 1565 Thomas Rebart [ 1570], Drucker in Jena); Stief-E (S d. W. Han) Kilian Han (* 1550), Drucker u. Verleger in F., Hartmann Han (1556 - vor 1587), Verleger u. Buchhändler in F.

  • Leben

    G. wurde 1534 Buchbinderlehrling bei Bonifacius Rudel in Frankfurt a. M., ging nach Beendigung seiner Lehrzeit nach Mainz zurück und siedelte wieder 1540 ganz nach Frankfurt über. Hier leistete er am 14.8.1540 den Bürgereid und betrieb seit 1542 eine Druckerei. 1544 erwarb er das Haus „Zum Krug“ in der Schnurgasse von seinem Lehrherren Rudel. 1551/52 kaufte er noch 2 Papiermühlen im Elsaß (Sennheim und Alt-Thann). G.s Verlag hatte einen ausgesprochen volkstümlichen Charakter. Theologie (Ambach, Luther), Medizin (H. Brunschwig, W. H. Ryff, Lanfrancus, Johann Charetanus, Lorenz Burres, Johann Schöner), Naturwissenschaften (Philipp Ulstadius, Tarquinius, Schnellenberg, Johann Regiomontanus, Peter Creutzer) und besonders das deutsche Volksbuch in zahlreichen Auflagen (Johann Pauli, Die schöne Magelone, Melusine, Elucidarius, Ritter Pontus, Fortunatus und andere) sind fast gleichmäßig vertreten. Mit seinen meist von Hans Brosamer gut illustrierten Drucken gab er der deutschen Familie das Hausbuch schlechthin, das dem Leser in gesunden und kranken Tagen Belehrung und Unterhaltung in ansprechender Form darbot. Bis heute sind|141 Drucke bekannt, für seine Nachfolger (Jobst Gran und seine Erben) noch 20 Drucke bis 1556. In diesem Jahr übernahm der Stiefsohn Han selbständig die Offizin und wurde am 11.4. zum 2. Male eingebürgert, da er vorher in Sennheim mit der Verwaltung der Papiermühle beschäftigt war. Zur Fastenmesse 1561 verkauften er und seine Mutter das Haus „Zum Krug“ mit der Druckerei an den von Pforzheim übergesiedelten Drucker Georg Rab, mit dem Han bis zu seinem Tode noch 32 Drucke herausbrachte (allein 77 von 1556 bis Anfang 1561). – Von G. kennen wir 14 Volksbücher in 28 Auflagen, Han fügte noch 15 hinzu: König Apollonius, Florio und Bianceflora, Herzog Ernst, Der hürnen Siegfried, Theobaldus und Ermelina, Gabriotto und Reinhard, Goldfaden, Wigalois, Tristan, Salomon und Marcolph, Der jungen Knaben Spiegel, Valentin und Orso, Brissoneto, Eureolus und Lukrezia; die Erben außerdem: Wendunmuth von H. W. Kirchhof, Fierabras, Herzog Herpin, Loher und Maller, Hug Schapler, Claus Narr, Die Stadt Troya und Engelhard von Burgund. Neben ihrer sonstigen Verlagstätigkeit bildeten die Erben eine Verlagsgemeinschaft mit Sigmund Feyerabend und Georg Rab (Cumpanei 1562–71) mit über 60 Druckwerken. G.s Stiefenkel Kilian Han und dessen Bruder Hartmann druckten beziehungsweise verlegten auch für sich allein bis 1580.

  • Literatur

    L (auch f. Fam.) ADB X, S. 496 f. (in Art. W. Han); J. Benzing, H. G. u. s. populärwiss. Verlag, in: Das Antiquariat 12, 1956, S. 129-33, 173-75; E. Klöss, Der Frankfurter Drucker-Verleger Weigand Han u. s. Erben, in: Archiv f. Gesch. d. Buchwesens 2, 1960, S. 309 ff. (ältere L).

  • Autor

    Josef Benzing
  • Empfohlene Zitierweise

    Benzing, Josef, "Gülfferich, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 255 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd119687399.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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