Lebensdaten
1883 bis 1962
Geburtsort
Beuthen (Oberschlesien)
Sterbeort
Bochum
Beruf/Funktion
Maschinenfabrikant ; Mäzen
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 128655941 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gröppel, Karl
  • Gröppel, Karl-Heinz

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Zitierweise

Gröppel, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128655941.html [18.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1858–1923, kath.), Ing., Konstrukteur, später Montageleiter im Konstruktionsbüro f. Erz- u. Kohleaufbereitungsanlagen C. Lührig, 1893 Übernahme d. Unternehmens u. Verlegung d. Hauptsitzes nach Bochum, 1897 Anschluß e. Reparaturwerkstatt, aus der die Maschinenfabrik Fr. Gröppel, C. Lührigs Nachf. hervorging (Bau v. Maschinen u. Apparaten f. Aufbereitungsanlagen auf Grund eigener Erfindungen);
    M Wanda Söhnel (1861–1925, ev.), aus Bauernfam. in Gottesberg/Schlesien; Stief-Gvv Carl Lührig (1840–93), 1867 Gründer e. Konstruktionsbüros f. Erzu. Kohleaufbereitungsanlagen in Hermsdorf b. Waldenburg/Schlesien, Auswertung eigener Erfindungen, Einsatz d. ersten Feinkohlensetzmaschine mit Feldspatbett auf d. Hermsdorfer „Glückhilfsgrube“, Erfindung e. Straßenbahnmotors (Verkauf nach England u. an Straßenbahn d. Stadt Dresden);
    - 1) Irene (1895–1939, Stief-Cousine), T d. k. u. k. Obersten Franz v. Alemann u. d. Wilhelmine Lührig, 2) Margarete, T d. Prokuristen Paul Ludwig aus Gelsenkirchen.

  • Leben

    G. erwählte trotz seiner Neigung zur Offizierslaufbahn den Beruf des Aufbereitungsingenieurs und studierte Eisenhüttenkunde an den Technischen Hochschulen Aachen und Berlin-Charlottenburg (1910 Diplom-Ingenieur). Als Aufbereitungsfachmann des väterlichen Unternehmens leitete er den Bau von Anlagen in Europa und Nordafrika. Nach mehrjährigem Frontdienst wurde G. im 1. Weltkrieg mit zivilen technischen Aufgaben, unter anderem dem Bau einer Erzaufbereitungsanlage in Freiberg in Sachsen, betraut. 1923 übernahm er die Maschinenfabrik Fr. Gröppel C. Lührigs Nachfolger. Durch Gründung der Tochtergesellschaft Erz- und Kohleflotation GmbH (Ekof) stellte G. sein Unternehmen weitgehend auf das Anfang der 20er Jahre in Amerika entwickelte Flotationsverfahren ein, das die Trennung auch kleinster Kohle- und Erzteilchen von fremden Gemengebestandteilen ermöglichte. Die Weltwirtschaftskrise führte zum Aufgehen des Unternehmens in der Bochumer Maschinenfabrik „Westfalia Dinnendahl Gröppel AG“ (WEDAG), in die G. als technischer Vorstand eintrat. Die Übernahme des Schwerflüssigkeitsverfahrens, nach dem die WEDAG unter holländischer Lizenz die ersten Schwerflüssigkeitsanlagen für Kohleaufbereitung in Deutschland baute, ist auf G. zurückzuführen. Die früheren Reichswerke in Salzgitter betrauten G. zu Beginn des 2. Weltkrieges mit der Planung ihrer gesamten Erzvorbereitung. – Ehrenmitglied der Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute.

    Als Kunstsammler und Mäzen des deutschen Expressionismus wurde G. bekannt. Gemeinsam mit seiner 1. Frau schuf er, vornehmlich in den 20er Jahren, eine bedeutende Privatsammlung zeitgenössischer deutscher Malerei. Werke von Paula Modersohn-Becker, Nolde und Rohlfs, von den Malern der „Brücke“, Kirchner, Schmidt-Rottluff, Heckel, Otto Mueller und Pechstein, von Hofer, Kokoschka und Beckmann wurden von G. erworben. Aus der Gruppe „Blauer Reiter“ ist Jawlensky mit 9 Werken vertreten, August Macke vor allem mit seinem Hauptwerk, dem Triptychon „Großer Zoologischer Garten“. Das bedeutendste Werk des in Frankreich gefallenen jungen Soesters Wilhelm Morgner, „Einzug in Jerusalem“, hat ebenfalls in der Sammlung G.s Aufnahme gefunden. Helmuth Macke, ein enger Freund der G.s, repräsentiert zusammen mit Campendonk, Ophey, Thorn-Prikker, Nauen und Viegener den rheinisch-westfälischen Expressionismus. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten beendeten auch den weiteren Ausbau der Sammlung. G. konnte sie jedoch über den Krieg hinweg retten und später noch einige Bilder hinzuerwerben. Um die Sammlung, die er als sein eigentliches Lebenswerk ansah, seiner Heimat als Ganzes zu erhalten, verkaufte G. sie 1957 an die Stadt Dortmund. Die Sammlung Gröppel mit über 200 Kunstwerken von hohem Rang beherbergt heute das Museum am Ostwall in Dortmund.

  • Literatur

    Aufgaben u. Lösungen, Die WEDAG u. ihre Schaffensbereiche, 1961;
    Zs. f. Erzbergbau u. Metallhüttenwesen 15, 1962, H. 9;
    Industriekurier v. 17.7.1962;
    L. Reygers u. L. Grote, Slg. G. mit Werken expressionist. Künstler a. d. Mus.bes., Mus. am Ostwall, 1957;
    50 J. Ges. Dt. Metallhütten- u. Bergleute 1912–62, 1962. - Angaben v. Frau Margarete Gröppel, Bochum, u. Frau Dr. Reygers, Dortmund.

  • Autor/in

    Barbara Gerstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Gerstein, Barbara, "Gröppel, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 117 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128655941.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA