Lebensdaten
1652 bis 1707
Geburtsort
Paderborn
Sterbeort
Münster
Beruf/Funktion
Bildhauer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119099233 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grönier, Johann Mauritz
  • Groninger, Johann Mauritz
  • Gröninger, Johann Mauritz
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Zitierweise

Gröninger, Johann Mauritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119099233.html [22.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Dietrich (um 1620–67), Bildhauer, S d. Bildhauers Johann (um 1590–1632);
    M Engelina Rabeling;
    Ur-Gvv Heinrich (s. Gen. 1);
    Schw Gertrud (um 1650–1722), Bildhauerin in P., schuf 1695-98 d. Figuren f. d. Hochaltar in Hadmersleben, ferner zahlr. Statuen in d. Kirchen d. Hochstifts Paderborn (s. A. Fuchs, in: Westfalen 26, 1941, 37, 1959);
    - 1) um 1674 Anna Elisabeth ( um 1693), T d. Kramers Joh. Jost Wilte in M., 2) 1695 Christina Elis. ( 1732), T d. Rentmeisters Willibrand Baeck zu Harkotten;
    11 K, u. a. Joh. Wilhelm (1675–1733), Bildhauer, führte d. Werkstatt-Tradition d. Vaters weiter z. e. gelockerten, maler. Spätbarock, dessen schönste Leistung d. Denkmal d. Ferd. v. Plettenberg mit d. Ölberggruppe ist, 1722 vollendet (Münster, Dom) (s. M. Lippe, in: Westfalen 18, 1933), Gottfried (1679–1728), Bildhauer in Erfurt (s. Th. Rensing, ebd. 25, 1940), Joh. Michael (* 1683), Bildhauer in M.; E (S d. Gottfried) Joh. Leonh. Mauritz (um 1710–73), Architekt u. Ing. in M. (s. M. Geisberg, in: Westfäl. Stud., 1928).

  • Leben

    G. besuchte 1662-67 das Jesuitengymnasium zu Paderborn. Als der Vater starb, wurde der Sohn seiner eigentlichen Begabung entsprechend Bildhauer. Wo er seine Ausbildung erhielt, wissen wir nicht. Seine Arbeiten verraten flämische Schulung, so daß er sich zweifellos länger in den südlichen Niederlanden aufgehalten haben wird. Möglicherweise arbeitete er bei dem Antwerpener Ludovicus Willemsen, der 1662 den Hochaltar für den Paderborner Dom schuf. Stilistische Beziehungen zu Jérome Duquesnoy (Grabmal Triest in Gent) und Artus Quellinus (Grabmal Capello in Antwerpen) lassen sich bei G. ebenso feststellen wie zur französischen Kunst des 17. Jahrhunderts. Bereits in jungen Jahren, 1674, wurde der Künstler als Hofbildhauer nach Münster berufen. Werke von ihm sind nicht nur in Westfalen, sondern auch in Mainz und Trier nachzuweisen.

    Durch Signatur oder archivalische Nachrichten können ein Großteil seiner Arbeiten als für ihn gesichert gelten. Die architektonische Erfindung der großen Wanddenkmäler kann jedoch kaum von G. selbst herrühren, wie verschiedentlich behauptet wurde. Für den Aufbau des Denkmals in Arnsberg, des Fürstenbergdenkmals in Paderborn und des Mainzer Grabmals nimmt Rensing einen Entwurf des Architekten Ambrosius von Oelde an; für die Anlage des Plettenbergdenkmals in Münster ist nach Ausweis der Domkapitelsprotokolle Gottfried Laurenz oder Peter Pictorius verantwortlich. Bei einigen seiner großen figürlichen Reliefs wurde eine Komposition von Rubens als Vorlage nachgewiesen. Die künstlerische Stärke G.s liegt in der hervorragenden Kunst der Charakterisierung. Die männlichen Stifterfiguren auf seinen Grabdenkmälern sind ausgeprägte Charaktere. Bei großartiger, repräsentativer Haltung sind ihre Porträts von tiefer, menschlicher Aussagekraft. Mit großem Raffinement der Technik versteht es G., das Stoffliche durchzubilden: die leichten, feingefälteten Gewänder, die durchbrochenen Spitzen, die schweren, reichgemusterten Stoffe. Dabei entwickelt sich sein Stil dem Zuge der Zeit folgend von schwerer barocker Erscheinung und Dekoration zu feinerer Anmut und großzügiger Monumentalität.

  • Werke

    Grabmal d. Fürstbischofs Christoph Bernhard v. Galen, 1678/79 (Münster, Dom);
    Grabmal Frdr. v. Fürstenberg, 1678-83 (Arnsberg, Propsteikirche);
    Kamine u. Porträtbüsten f. d. Fürstenberg. Schlösser Adolfsburg u. Schnellenberg, 1681 (Schloß Herdringen);
    Grabmal d. Fürstbischofs Ferd. v. Fürstenberg, 1683 (Paderborn, Franziskanerkirche, im 2. Weltkrieg zerstört);
    Dreikönigsaltar u. Hl.-Kreuzaltar, 1701 (Trier, Dom);
    6 Marmorreliefs f. d. Chorschranken d. Doms, 1705 (2 Reliefs heute in d. Galenschen Kapellen d. Domumgangs in Münster);
    Denkmal d. Ferd. v. d. Leyen, 1706 (Mainz, Dom);
    Denkmal d. Fürstbischofs Frdr. Chrstn. v. Plettenberg, 1706, vollendet 1709 nach G.s Tode (Münster, Dom). - Zuschreibungen: Letmathe-Epitaph mit Jüngstem Gericht, 1692 (Münster, Dom, zerstört 1945);
    Epitaph d. Äbtissin v. Manderscheidt, um 1700 (Vreden, Stiftskirche, 1945 zertrümmert, 1954/55 restauriert u. erg.);
    Ecce Homo (Münster, Landesmus.); Zuschreibungen v. Rensing (s. L z. Ges.fam.):
    Strünkede-Grabmal, um 1700 (Witten, Mark. Mus.).

  • Literatur

    A. Feulner, Das Denkmal d. Dompropstes Ferd. v. d. Leyen im Dom zu Mainz, in: Zs. f. bildende Kunst 62, 1928/29, S. 93 f.;
    H. Lehmkuhl, Ein J. M. G. in Vreden, in: Westfalen 19, 1934, S. 334-37;
    M. Lippe, Unbek. Arbb. v. J. M. G. auf d. Adolfsburg u. Schloß Herdringen, ebd. 21, 1936, S. 207-14; s. a. L z. Gesamtfam.

  • Literatur

    L zur Gesamtfam.: F. Koch, Die G., = Btrr. z. westfäl. Kunstgesch. 1, 1905;
    A. E. Brinkmann, Barockskulptur I-II, in: Hdb. d. Kunstwiss., 1919, S. 203-06, 363-67;
    K. I. Pöppel, Die Paderborner Künstlerfam. d. G., in: Heimatborn, Mschr. f. Heimatkde. d. ehem. Hochstiftes Paderborn 7, 1927, S. 1 f.;
    ders., Neues üb. d. Paderborner Bildhauer G., ebd., 1959, Nr. 63;
    M. Geisberg, Die Stadt Münster, = Bau- u. Kunstdenkmäler v. Westfalen 41, 1932-41, Register 1962;
    K. Schwartzkopff, Das Bildhauergeschl. G., in: Btrr. z. Westfäl. Fam.forschung 1, 1938, S. 92-95;
    A. Fuchs, Zur Forschung üb. d. Paderborner G., in: Westfalen 27, 1948, S. 110-15;
    ders., Unbek. Werke d. Paderborner G., ebd. 40, 1962, S. 169-79;
    Th. Rensing, Monumenta memoriae, ebd. 36, 1958, S. 65-96; ThB Während des Drucks erschien: W. Honselmann, Zur älteren Gesch. d. Bildhauerfam. Gröninger in Paderborn u. Münster, in: Westfäl. Zs. 115, 1965, S. 437-57; demnächst: Th. Rensing, Zur Genealogie der Gröninger, in: Festschr. d. münster. Doms.

  • Autor/in

    Margarete Pieper-Lippe
  • Empfohlene Zitierweise

    Pieper-Lippe, Margarete, "Gröninger, Johann Mauritz" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 117 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119099233.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA