Lebensdaten
1804 bis 1874
Geburtsort
Michelbach bei Marburg/Lahn
Sterbeort
Kassel
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Physiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137587899 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grebe, Ernst Wilhelm
  • Grebe, Ernestus Guilielmus

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Zitierweise

Grebe, Ernst Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137587899.html [25.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1764–1834), Pfarrer in Michelbach, S d. Landwirts Elias u. d. Sophie Heynemann;
    M Jacobine Henriette (1773–1844), T d. Alexander Bock, Dr. med. u. Amtsphysikus in Homberg/Efze, u. d. Dorothea Sophia Zimmermann;
    Marburg/Lahn 1831 Caroline (1804–75), T d. Leonhard Creuzer (1768–1844), Prof. d. prakt. Theol. u. Oberkonsistorialrat in Marburg (s. NDB III*), u. d. Charlotte Lindenmeyer;
    3 K, u. a. Leonhard (1834–1905), Prof. (Math.) u. Prorektor am Realgymnasium in K.;
    E Leonhard (* 1883), Prof., Röntgenologe.

  • Leben

    G. studierte 1821-24 in Bonn und Leipzig Philologie und Mathematik, 1824-26 Theologie in Marburg, wo er später Hilfsgeistlicher war und 1829 mit der Dissertation „De linea helice ejusque projectionibus orthographicis commentatio“ zum Dr. phil. promoviert wurde. Anschließend wurde er „doctor legens“ und Privatdozent an der Universität Marburg. Seit 1831 war er Gymnasiallehrer in Rinteln, Marburg, Kassel und wieder in Marburg. 1855 kam er an die Realschule in Kassel unter Beauftragung mit dem Rektorat. – In seinen Veröffentlichungen zeigt sich G. als ein geschickter Mathematiker, der allzuviel Energie für den Kampf gegen den unglaublichen Zustand des damaligen Mathematikunterrichts aufwenden muß. Sein Hauptverdienst war die Förderung der sogenannten „Neueren Dreiecksgeometrie“, die, von Leonhard Euler begründet (s. Novae Commentationes Petropolitanae 11, 1765), in der Hauptsache von deutschsprachigen Mathematikern, unter ihnen K. W. Feuerbach, fortgeführt worden ist. Das Fehlen wissenschaftlicher Zeitschriften hatte zur Folge, daß immer wieder dieselben Ergebnisse unabhängig neu entdeckt wurden. Eine Wirkung über Deutschland hinaus fehlte, da die führenden Vertreter der Mathematik im allgemeinen nur die französische oder lateinische Sprache gebrauchten. Die Abhandlung G.s „Das geradlinige Dreieck in Bezug auf die Quadrate der Perpendikel, die man von einem Punkte der Ebene auf seine Seiten fällen kann, betrachtet“ (Archiv der Mathematik und Physik 9, 1847) bedeutet hier eine Wende, um so mehr, als er, offenbar ohne von seinen Vorgängern zu wissen, gerade den wichtigsten der sogenannten „merkwürdigen Punkte“ der Dreiecksgeometrie zu untersuchen begann, möglicherweise auf eine Anregung Ch. L. Gerlings hin, die also mittelbar auf Gauß zurückgeht. Der von G. betrachtete Punkt in der Ebene eines gegebenen Dreiecks ist der Punkt, für den die Summe der Quadrate der Abstände von den Dreiecksseiten möglichst klein ist (heute G.scher Punkt genannt, aber auch Lemoinescher Punkt, da auch E. Lemoine diesen – bei ihm anders erklärten – Punkt 1873 unabhängig wieder entdeckte, s. Nouvelles annales de Mathéatiques, 2ème Sér. Teil 12, Paris 1873).|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger v. Marburg.

  • Werke

    Weitere W u. a. Über d. Beschränkung d. math. Unterrichts auf den kurhess. Gymnasien, e. Denkschr., 1845, Aufsätze in: Archiv d. Math. u. Physik;
    Zs. f. Math. u. Physik;
    Schulprogr. v. Rinteln, Marburg u. Kassel.

  • Literatur

    Briefwechsel zw. Gauß u. G., hrsg. v. C. Schäfer, 1927, S. 332, 338, 340, 361, 364;
    Pogg. I, III.

  • Autor/in

    Maximilian Krafft
  • Empfohlene Zitierweise

    Krafft, Maximilian, "Grebe, Ernst Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 14 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137587899.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA