Lebensdaten
1864 bis 1931
Geburtsort
Weißkirchen (Banat)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Dichterin
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118746278 | OGND | VIAF: 67261042
Namensvarianten
  • Grazie, Marie Eugenie delle
  • Delle Grazie, Marie Eugenie
  • Delle Grazie, M. E.
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Zitierweise

Grazie, Marie Eugenie delle, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118746278.html [03.03.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Cäsar Constantin (1817–73), Kohlenbergwerksdir. in Drenkowa/Banat, S d. Ambrosius (1774–1860), österr. Vizekonsul in Smyrna, Philhellene (rettete 1822 beim Griechenmassaker den Fürsten A. Mavrocordato), zog sich als solcher d. Ungunst Metternichs zu, u. d. Maria Cocchini;
    Ur-Gvv Giuseppe ( 1804), Großkaufm. u. Reeder in Smyrna;
    M Maria (1847–1927), T d. Gastwirts Anton Melzer in Bersaska, u. d. Katharina Tremper; ledig.

  • Leben

    Als ein frühreifes Kind kam G. 1874 nach Wien, wo sie nach dem Besuch der Bürgerschule in die Lehrerinnenbildungsanstalt zu Sankt Anna eintrat. Diese verließ sie aber schon nach einem Jahr, um unter der Seelenführung des Geistlichen und späteren Universitätsprofessors für Philosophie Laurenz Müllner, der ihre hohe Begabung früh erkannt hatte, ganz ihrer Bildung und Kunst zu leben, was ihr das väterliche Erbe möglich machte.– Mit dem formal unter dem Eindruck der makartschen Neuromantik Hamerlings stehenden Epos „Robespierre“, 1895, an dem sie 10 Jahre lang gearbeitet hatte, gelangte sie zu überschwenglich verkündeter, früher Berühmtheit. An dem hier verherrlichten Weltbild des Positivismus und Monismus hielt sie mit der Einseitigkeit der Autodidaktin 2 Jahrzehnte hindurch fest, freilich nicht ohne dadurch mit der Innenwelt ihrer Träume und Ideen in oft erschütternden Zwiespalt zu geraten, der die folgende, die dramatische Schaffensperiode, die im Banne des Naturalismus wie der modernen Nervenkunst stand, tief pessimistisch bestimmte. Das Bergarbeiterdrama „Schlagende Wetter“ (1899, aufgeführt 27.10.1900, Volkstheater Wien) und das Traumspiel „Der Schatten“ (1897, aufgeführt 27.9.1901, Burgtheater) markieren am überzeugendsten diese Entwicklung und ihre Erfolge. In der nun einsetzenden 3. Schaffensperiode verzeichnet die volle Entfaltung ihrer Prosakunst den tiefen weltanschaulichen Wandel, der sich in der Dichterin seit 1911, dem Todesjahre Müllners, und seit ihrer Rückkehr zum Glauben ihrer Kindheit, 1912, vollzogen hatte. Die autobiographischen Romane „Donaukind“, 1918, „Eines Lebens Sterne“, 1919, in denen das Urerlebnis der Donaulandschaft ihrer im Banat verbrachten Kindheit aufbricht, und unter ihren Erzählungen die Sankt Bernhard-Novelle „Die weißen Schmetterlinge von Clairvaux“, 1925, sind darin die reifsten Schöpfungen, mit denen die heute zu Unrecht Vergessene wie einst übertrieben Gefeierte auch den Ausgleich zwischen den sie bedrängenden Stilhaltungen ihrer Jugend in einem stark religiös besetzten Realismus fand.|

  • Auszeichnungen

    Schwestern-Fröhlich-Stipendium, 1885;
    Bauernfeldpreis, 1901;
    Volkstheaterpreis, 1906;
    M. v. Ebner-Eschenbachpreis, 1916.

  • Werke

    Weitere W u. a. Sämtl. Werke, 9 Bde., 1903 f.;
    Gedichte, 1882;
    Ver sacrum, Drama, 1902;
    Traumwelt, Erzz., 1906;
    Heilige u. Menschen, Roman, 1909;
    Wunder d. Seele, Erzz., 1913;
    Homo, Roman, 1919;
    Titanic, e. Ozean-Phantasie, 1923;
    Unsichtbare Straße, Roman, 1926;
    Buch d. Heimat (Biogr.), Temesvar 1930;
    Die Empörung d. Seele, Roman, 1931.

  • Literatur

    B. Münz, M. E. d. G. als Dichterin u. Denkerin, 1902;
    F. Milleker, M. E. d. G., Leben u. Werke, 1921;
    B. v. Carneris Briefwechsel mit E. Haeckel u. F. Jodl, 1922, Brief Nr. 91, 92, 93, 94, 98, 103, 106, 107, 112, 113, 114, 115, 126, 139, 187;
    F. Schnürer, M. E. d. G., in: Reichspost, 24.8.1924;
    R. Steiner, Mein Lebensgang, 1925, S. 80 ff.;
    F. Lemmermayer, Erinnerungen …, 1929, S. 21 f., 24, 27;
    M. Zeuner, M. E. d. G., Diss. Wien 1932 (ungedr.);
    Nagl-Zeidler IV, S. 1581 ff., 1940 ff. u. ö. (P);
    R. Kuhn, in: Ahnentafeln berühmter Deutscher V, 1943, S. 249-55 (P).

  • Autor/in

    Wilhelm Bietak
  • Empfohlene Zitierweise

    Bietak, Wilhelm, "Grazie, Marie Eugenie delle" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 14 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118746278.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA