Lebensdaten
1878 bis 1937
Geburtsort
Grasmannsdorf (Oberfranken)
Sterbeort
Halle/Saale
Beruf/Funktion
Semitist
Konfession
katholisch,lutherisch
Normdaten
GND: 131435701 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bauer, Hans
  • Bauer, H.

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Zitierweise

Bauer, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd131435701.html [12.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adam Bauer, Landwirt in Grasmannsdorf;
    M Barbara, T des Landwirts Friedrich Wagner und der Anna Maria Dinkler, beide aus Obergreuth;
    Gvv Michael Bauer, Landwirt in Grasmannsdorf;
    Gmv Anna Lorenz, aus Oberköst (Oberfranken);
    4.8.1920 Eugenie, T des Generaldirektors H. Kerschbaumer und der Clotilde Groß; 2 S.

  • Leben

    B. studierte an der Gregoriana in Rom Theologie, empfing 1903 die Priesterweihe und war 1904-1906 Kuratus am Krankenhaus in Bamberg. Von 1906 an studierte er in Berlin und Leipzig semitische Sprachen, promovierte 1910 in Berlin, habilitierte sich 1912 in Halle und trat bald danach zum Protestantismus über. 1923 wurde er in Halle ordentlicher Professor. In zwei großen Darstellungen des Hebräischen und Biblisch-Aramäischen (mit P. Leander) wandte B. die sprachhistorische Methodik aufs Semitische an. Er schlug scharfsinnige, oft kühne Lösungen sprachlicher Einzelprobleme vor und arbeitete auf epigraphischem Gebiet. 1930 entzifferte er die neuentdeckte alphabetische Keilschrift von Ras Schamra (Nordsyrien) auf rein kombinatorischem Weg und ohne äußeren Anhaltspunkt und erkannte die Sprache der Texte als semitisch. Als erstes, bald überholtes Dokument erschien die „Entzifferung der Keilschrifttafeln von Ras Schamra“ (1930). Später, z. T. von anderen berichtigt und ergänzt, erschloß die Entzifferung die ugaritische Sprache und Literatur. Auf islamkundlichem Gebiet betätigte sich B. durch Übersetzung von drei Büchern al-Ghāzāli's in der Reihe „Islamische Ethik“ (3 Bände, 1916–22).

  • Werke

    Die Tempora im Semitischen, 1910;
    Die Dogmatik al-Ghāzāli's, 1912;
    Hist. Grammatik d. Hebr. Sprache d. AT, 1922;

    Grammatik d. Biblisch-Aramäischen, 1927 (beide mit P.Leander);

    Das Alphabet v. Ras Schamra, 1932;
    Der Ursprung d. Alphabets, 1937.

  • Literatur

    O. Eissfeldt, H. B., in: Archiv f. Orient-F 11, 1936/37, S. 405 f.;
    H. Wehr, H. B., in: Ztschr. d. Dt. Morgenländ. Ges. 91, 1937, S. 175 ff. (vollst. W-Verz., P);
    B. Meissner, in: FF 13, 1937, S. 144;
    Wi. X, 1935.

  • Autor/in

    Hans Wehr
  • Empfohlene Zitierweise

    Wehr, Hans, "Bauer, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 639 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd131435701.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA