• Leben

    A., der sich selbst als Priester bezeichnet und nach Ausweis seines Dialektes aus Kärnten stammt, verfaßte etwa 1120-30 sein Gedicht „Johannes Baptista“, das aber nur unvollständig erhalten ist. Die Tatsachen, die die Evangelisten Lukas und Matthäus bringen, werden ergänzt, ausgemalt und zu einer Legende umgestaltet, deren Schwerpunkt im Märtyrertum des Heiligen liegt. A. hat ein Laienpublikum vor Augen, dem er den Heiligen als Bußprediger und Vorbild aller Büßer vor Augen hält. Die schlichte Erzählung, die in Rolandslied und Kaiserchronik wiederklingt, gipfelt in der Zuversicht auf die Hilfe und Fürsprache des Heiligen beim Jüngsten Gericht. Bruchstücke einer St. Veit-Legende der gleichen Mariasaaler Handschrift zeigen große Ähnlichkeit mit A.s Stil und sind vielleicht ebenfalls von ihm verfaßt.

  • Werke

    F. J. Mone, Anz. f. Kde. d. dt. Vorzeit 8, 1839, S. 47-51;
    G. Vomberg. Drei Bruchstücke einer poet. Bearb. d. Lebens Joh. d. Täufers aus d. 12. Jh., Diss. Marburg 1875, S. 8-12, 15-18;
    C. v. Kraus, Dt. Gedichte d. 12. Jh.s, 1894, S. 15-23, 111-34, St. Veith-Bruchstücke, ebenda, S. 24 f., 134-47.

  • Literatur

    Goedeke I, 1884. S. 40;
    C. v. Kraus, Collation u. Abdr. v. Fragmenten d. 12. Jh.s, in: ZDA 50, 1913, S. 328-31;
    Ehrismann II, 1, 1922. S. 123 f.;
    H. Steinger, in: Vf.-Lex. d. MA I, 1933, S. 15.

  • Autor/in

    Hellmut Rosenfeld
  • Empfohlene Zitierweise

    Rosenfeld, Hellmut, "Adelbrecht" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 57 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102564868.html#ndbcontent

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