Lebensdaten
1781 bis 1848
Geburtsort
Makoschau (Oberschlesien)
Sterbeort
Breslau
Beruf/Funktion
Zinkindustrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121132587 | OGND | VIAF: 13156109
Namensvarianten
  • Godulla, Karl
  • Godula, Karol
  • Godulla, Carl
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Zitierweise

Godulla, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121132587.html [30.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (1748–1816), Jäger u. Förster, später Waldbereiter, Rittergutspächter;
    M Franziska (* 1753), T d. Anton Hanisch aus Randsdorf; ledig; Adoptiv-T (T v. G.s Hausbesorger-Ehepaar) Johanna Gryczik v. Schomberg-Godulla (preuß. Adel 1858, 1842-1910, Hans Ulrich Gf. Schaffgotsch v. Kynast, 1831–1915).

  • Leben

    G. besuchtse 1793-98 das Gymnasium der Zisterzienser in Rauden. Für die nächsten Jahre fehlen Nachrichten. Es ist anzunehmen, daß er entweder auf dem väterlichen Pachtgut oder bei seinem Schwager Lengsfeld die Land- und Forstwirtschaft erlernte. Erst 1807 wurde G., dem eine ausgeprägte Intelligenz und kaufmännische Begabung eigen waren, als Verwalter der gräflich Ballestremschen Güter- und Industriounternehmen namhaft gemacht. Er gehörte damals schon als Deputierter dem Beuthener Kreistag an; auch war er als Landesältester und Polizeidistriktkommissarius im Raum tätig. 1813 organisierte er einen Teil der Beuthener Landwehr. G.s industrielle Laufbahn begann 1815, als Graf Ballestrem ihm, seinem Oberamtmann, 28 Kuxe der zu Ruda gelegenen Karls-Zinkhütte (1812 auf Anregung von G. gegründet) schenkte. Auf dieser Grundlage schuf G. sich nicht nur eine eigene Existenz, sondern begründete auch mit bewundernswerter Umsicht und Energie ein Lebenswerk, das sich sehr bedeutungsvoll für die oberschlesische Industrie und Wirtschaft auswirkte. Besonders durch die rechtzeitige Sicherung der Galmeihalden und -felder für die Zinkhütten und den damit im Zusammenhang stehenden Erwerb von Kohlengruben gelang ihm der einmalige industrielle Aufstieg („Zinkkönig“). Trotz der sich stetig vergrößernden eigenen Unternehmungen führte G. bis zu seinem Ableben als Wirtschafts-, Berg- und Hütteninspektor, mit General- und Spezialvollmachten versehen, erfolgreich die Geschäfte des gräflich Ballestremschen Berg- und Hüttenbesitzes. Sein eigener Besitz umfaßte zuletzt die Rittergüter Schomberg-Orzegow (1826), Ober-, Mittel- und Nieder-Bujakow (1838), Bobrek (1842), den Ganz- oder Teilbesitz von 18 Zinkerzbergwerken, 4 Zinkhütten und 40 Kohlengruben. – Zu seiner Universalerbin hatte er seine sechsjährige Adoptivtochter Johanna Gryczik eingesetzt. – Die Persönlichkeit G.s wies stark ausgeprägte Züge auf: rastlosen Fleiß, Rechtschaffenheit bei finanziellen Unternehmungen, Verlaß nur auf die eigenen Kräfte, rücksichtslose Strenge seinen Arbeitern gegenüber, äußerste Sparsamkeit, Einfachheit in der Lebenshaltung. Er war eher gefürchtet als geliebt. Sein Hang zur Einsamkeit, einige körperliche Mängel und die schnellen wirtschaftlichen Erfolge ließen ihn im oberschlesischen Volk schon zu Lebzeiten zu einer legendären Figur werden.

  • Literatur

    H. Bellée u. L. Bellée-Vogt, Oberschles. Bibliogr. II, 1938, S. 39;
    R. Kurpiun, in: Schles. Lb. III, 1928, S. 190-94 (L);
    E. Drobny, in: Zaranie Śląskie 11, Cieszyn 1935, S. 179-81;
    P. Franzke, Wer war G.?, in: Der Oberschlesier 18, 1936, S. 84-88;
    A. Perlick, Landeskde. d. oberschles. Industriegebietes, 1943, S. 382 (P);
    ders., Oberschles. Berg- u. Hüttenleute, 1953, S. 58 f., 241 (L);
    J. Ender, Bajka i prawda o G., in: Śląsk 2, Wrocław 1947, Nr. 8-9, S. 12-16 (L);
    [H. Jessen], K.G., ein Wegbereiter d. oberschles. Industrie im 19. Jh., in: Nordwestdt. Rundfunk Köln, Schulfunk, Sommer 1953, Sonderreihe: Lebendige Vergangenheit, S. 33-36;
    - Romane:
    R. Kurpiun, Das schwarze Weib, Die Gesch. e. Einsamen aus d. Volk, 1915, 1920, 1925;
    H. Nowak u. G. Zivier, Zink wird Gold, 1937, 21949.

  • Portraits

    [Mosaik] Kopf, Godullafenster im Direktionsgebäude d. Berg- u. Hüttenmänn. Ver. in Gleiwitz (Entwurf v. L. P. Kowalski, Ausführung v. Aug. Wagner), Abb., in: Perlick, Landeskde., b. S. 382, s. L.

  • Autor/in

    Alfons Perlick
  • Empfohlene Zitierweise

    Perlick, Alfons, "Godulla, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 499 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121132587.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA